Am Bach bei der Kirche St. Maria werden die Nager sogar am hellen Tag gesichtet. Die Stadt hat eine Erklärung dafür.
Wer durchs Städtle flaniert und am Bach bei der Kirche St. Maria eine Pause eingelegt hat, hat sie vielleicht schon entdeckt: Ratten. Der Bereich um das Gotteshaus gilt als Hotspot der Nagetiere. Oft hängt eine Rattensichtung mit dem Verhalten der Menschen vor Ort zusammen – oder anders gesagt: damit, dass die Nager dort genug zu essen finden.
Und warum gefällt es den Ratten ausgerechnet bei der Kirche offenbar besonders gut? Das dürfte ebenfalls mit dem Nahrungsangebot zu tun haben. Hannes Herrmann, Pressesprecher der Stadt Schramberg, erläutert auf Anfrage: „Dass dort vermehrt Ratten gesichtet werden, liegt wahrscheinlich auch daran, dass in diesem Bereich unerlaubterweise immer wieder Enten und Tauben gefüttert werden, was den Ratten ebenfalls zugutekommt.“ Die Anwendung von Rattengift unterliegt in Deutschland strengen Regelungen. Im Schmutzwasserkanal der Stadt Schramberg werden Ratten vom Kanaltrupp der Kläranlage mit Giftködern bekämpft. „An der Oberfläche wird jedoch kein Gift eingesetzt“, so Herrmann.
Beim Bürgerservice melden
Wenn Bürger vermehrt Ratten sichten oder einen Befall melden möchten, können sie sich an den Bürgerservice oder an die Ortsverwaltungen wenden. „Die Kolleginnen und Kollegen geben die Informationen an die Abteilung Tiefbau und die Abteilung öffentliche Ordnung weiter. Daraufhin können im Kanal die entsprechenden Bereiche beködert werden“, erläutert der Stadtsprecher.
Wer privat keine Ratten anlocken möchte, sollte laut dem Naturschutzbund (Nabu) beispielsweise darauf verzichten, Speisereste auf den Kompost zu werfen. Und wer Kaninchen oder Hühner hält, sollte darauf achten, dass keine Futterreste der Tiere herumliegen. Übrigens: Auch Gerümpel, das auf dem Gelände lagert, zieht Ratten an. Denn dort finden die Tiere ungestörte Nistplätze. Ratten haben eine extrem hohe Vermehrungsrate. Ein weibliches Tier wird bereits nach fünf bis acht Wochen geschlechtsreif und bringt nach einer Tragzeit von drei Wochen zwischen acht und zwölf Junge zur Welt.