Beim Steinacher Kommunalhaushalt 2026 wird aktuell von einem Defizit in Höhe von 0,4 Millionen Euro ausgegangen.
Der Gemeinderat hat sich in seiner Sitzung mit dem Planentwurf des Haushalts 2026 befasst. Es gilt, im Gesamten ein Defizit von gut 400 000 Euro auszugleichen. Zunächst hielt Bürgermeister Benedikt Eisele eine Rede zum Haushalt und zitierte Landkreispräsident Joachim Walter, der im Juli einen Niedergang der kommunalen Selbstverwaltung vorausgesagt hatte.
„An strukturellen Reformen ist noch zu wenig passiert“, betonte Eisele. „Aber wir sind eine Gemeinde, die auch in wirtschaftlich schwierigen Zeiten Lösungen findet und die kommenden Herausforderungen mit Realismus und Optimismus angeht.“
Realismus und Optimismus für das neue Jahr
Insgesamt plane die Gemeinde mit Erträgen von knapp 12,2 Millionen und Aufwendungen von knapp 12,6 Millionen Euro. Somit werde ein Defizit von gut 400 000 Euro entstehen. Dabei würden die größten Ausgabeposten mit einem Rekordwert von 3,78 Millionen Euro in den Umlagen an den Landkreis und das Land Baden-Württemberg liegen. „Das sind 425 000 Euro mehr als im letzten Jahr“, erklärte Eisele. „Mit dem Geld könnten wir den Haushalt ausgleichen und auch das Bürgerblatt wieder kostenfrei anbieten.“
Auch das Personal sei mit 2,5 Millionen ein großer Posten, das sei jedoch für die Leistungsfähigkeit der Gemeinde ebenso notwendig wie die 2,3 Millionen Euro Betriebskosten für die Verwaltung und öffentlichen Gebäude. Der Einkommensteueranteil mit knapp drei Millionen Euro sowie der Umsatzsteueranteil mit 360 000 seien die wichtigsten Einnahmequellen, dazu kämen zwei Millionen Euro Gewerbesteuer. „Der Blick in die mittelfristige Finanzplanung bis 2029 zeigt, dass wir ohne Wirtschaftswachstum keine Chance haben, in den kommenden Jahren ausgeglichene Haushalte vorzulegen“, mahnte Eisele.
Der Gemeinde stehen 2,6 Millionen Euro des Sondervermögens zu
Aus dem Sondervermögen des Bundes würden der Gemeinde 2,6 Millionen zustehen, allerdings seien allein bis 2029 Projekte in Höhe von knapp 15,7 Millionen geplant. Davon trage Steinach die Hauptlast. Neben dem Hallenneubau und der Schule stehe die Modernisierung des Bauhofs, ein Feuerwehrfahrzeug sowie der flächendeckende Breitbandausbau auf der Agenda. „Trotz enger werdender Spielräume ist bei uns kein Stillstand geplant. Im Gegenteil“, endete Eisele.
Kämmerin Petra Meister stellte Einzelheiten dar. Der Haushaltsentwurf erfülle nicht alle Anforderungen, „obwohl wir unseren Gürtel im vergangenen Jahr deutlich enger geschnallt haben“. Deshalb werde das Gremium am Samstag mit Finanzexperte Dieter Brettschneider von der Hochschule Kehl in Klausur gehen und über Änderungen beraten. Am 19. Januar würden die Änderungsanträge diskutiert und beschlossen. Der endgültige Beschluss des Haushalts erfolge dann am 26. Januar.
Für den Finanzhaushalt stellte Meister Investitionen einzeln vor. Für den Umbau des Bauhofs wird eine Rate von 250 000 Euro eingestellt sowie 78 000 Euro für einen Radlader und ein GPS-Gerät. Für die Feuerwehr Anschaffungen und Löschwasserbehälter (212 500), für die Schule mit Abbruch Rektorat und Rate für den Neubau (605 000) und für die Kindergärten 281 200 Euro. Für den Hallenneubau ist eine Rate von 1,8 Millionen Euro geplant. Der Ballfangzaun zum Neubaugebiet Talstraße (50 000) sowie die Maßnahmen im LSP mit Pfarrhaus (100 000), Pfarrgarten (50 000 Euro), Korbladenareal (280 000), Abbruch Alte Post (100 000) sind große Projekte. Für den neuen Spielplatz in der Talstraße sind 220 000 Euro eingeplant.