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Ratshausen Schiffsmotor treibt dänischen Traktor an

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Stolzer Besitzer: Michael Mair aus Ratshausen sitzt auf seinem seltenen Bukh 302 Super. Der Schlepper ist 1961 in Dänemark hergestellt worden.Fotos: Visel Foto: Schwarzwälder Bote

Baujahr 1961 und ein wassergekühlter Schiffsmotor mit zwei Zylindern und 31 PS: Michael Mair aus Ratshausen nennt mit dem Bukh 302 Super einen Traktor sein eigen, den es seines Wissens nach in Deutschland nur zweimal gibt.

Ratshausen. Durch Zufall ist der 45-jährige Mair auf dieses seltene Exemplar gestoßen. Im Internet hat er das Fahrzeug auf der Seite einer Firma aus Öhringen entdeckt, die mit Nutzfahrzeugen handelt. "So etwas habe ich noch nie gesehen", sagte Mair, überlegte nicht lange und fuhr hin: "Da hatte ich noch gar keine feste Kaufabsicht. Ich wollte den Traktor nur mal anschauen." Als er ihn aber gesehen hatte, "war es um mich geschehen".

In ganz Deutschland wohl nur zwei Exemplare

Nun steht das seltene Stück in Ratshausen. Mair hat recherchiert und erst im Laufe der Zeit bemerkt, wie selten dieser Fahrzeugtyp ist. "In ganz Deutschland weiß ich nur von zwei solcher Traktoren", lacht er, "einer davon gehört mir".

Der dänische Bukh 302 Super ähnelt auf den ersten Blick einem Schlepper der Marke McCormick. Erst auf den zweiten erschließen sich dem Fachmann die Details, die den Bukh auszeichnen. Das Fahrzeug des dänischen Herstellers, der früher Traktoren herstellte, aber heute eher wegen seiner Schiffsantriebe bekannt ist, wird – wie könnte es anders sein – von einem Zwei-Zylinder-Schiffsmotor angetrieben. Der Diesel ist wassergekühlt und leistet bei zwei Litern Hubraum 31 PS. "Der Einsatz von wassergekühlten Motoren war für die damalige Zeit schon nicht mehr Standard, weil diese oft eingefroren sind", sagt Mair. Heute sei dies hingegen kein Problem mehr. Zehn Liter Kühlwasser fasst der bullige Motor.

"Das ist ein ganz robustes Gefährt und besitzt eine unkaputtbare Technik. Ich hatte noch nie Probleme damit", verweist der stolze Besitzer auf die Blockbauweise des Bulldogs: Motor und Getriebe sind zusammengeschraubt, der Tank ist integriert. "Da läuft sogar die Antriebswelle durch", weiß Mair. Zudem besitzt der Bukh eine spezielle Tankanzeige: ein mechanischer Schwimmer. Schraubt man den kleinen Deckel unterhalb des Lenkrads gleich neben der Batterie ab, taucht der Peilstab auf, der den Füllstand anzeigt.

Als weitere Besonderheit weist der Bukh zwei Brems- und zwei Kupplungspedale auf: "Mit Letzteren kann man auswählen, ob man ruhig anfahren will, etwa am Berg, oder ob man flotter starten möchte." Mit 1,8 Tonnen sei der Bukh, der in Kalundborg gefertigt wurde, für seine Größe auch relativ schwer. Mair: "Deutsche Traktoren haben diese Technik nicht." In dem dänischen Schlepper sind aber auch deutsche Teile verbaut: Das Getriebe stammt von ZF, die Elektrik von Bosch.

Stolz ist Mair auf den Originalzustand des Schleppers mit seinen breiten Kotflügeln. Selbst das Typenschild prangt noch originalgetreu am Motor. Weil es jedoch die mechanischen Teile kaum noch zu kaufen gebe, gehe er mit dem Traktor sehr sorgsam um, betont der Elektroniker: "Wichtig ist, dass der Bukh immer gut gewartet wird." So werde regelmäßig das Öl und das Kühlwasser gewechselt. Im Winter stehe er abgemeldet in der Garage. Und auch den Rest des Jahres über werde er nur hin und wieder zu kleineren Arbeiten eingesetzt: "Er hat es ruhig bei mir."

Wie viele Stücke seines Modells zwischen 1960 und 1961 gebaut worden sind, weiß Mair nicht. Sein Oldtimer sei einer der letzten gewesen, die mit dieser Technik und dieser Ausstattung hergestellt worden seien.

Beim genauen Hinsehen ist Rarität zu erkennen

Der Traktor insgesamt wurde zwischen 1958 und 1967 produziert, teilweise aber mit anderen Motoren und Aufbauten. "Nach Deutschland sind allerdings davon kaum welche verkauft worden. Die meisten gingen wohl nach Übersee", sagt Mair. Er habe auch noch auf keinem Traktorentreffen, die er regelmäßig seit zwölf Jahren besuche, einen zweiten Bukh gesehen: "An meinem Schlepper gehen viele Experten erst einmal ahnungslos vorbei und erkennen das seltene Stück erst auf den zweiten Blick."

Der zweite Bukh dieses Typs, den Mair in Deutschland kennt, steht in Norddeutschland. Mit dessen Besitzer habe er Kontakt aufnehmen wollen: bisher erfolglos.

 Wer sich für den Bukh interessiert oder sogar Besitzer solcher Fahrzeuge kennt, kann sich an Michael Mair per E-Mail an sonjamr99@goog lemail.com wenden.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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