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Ratshausen "Mit Beten alleine ist es nicht getan"

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Die Kirche von Pfarrer Thomas Vadakoot steht nach dem Monsunregen im Wasser. Foto: Vadakoot Foto: Schwarzwälder Bote

Nach extrem schweren Regenfällen ist der indische Bundesstaat Kerala von einer Jahrhundertflut überschwemmt worden – die Heimat des Ratshausener Pfarrers Shibu Vincent Pushpam. Mit einer Spendenaktion will die Gemeinde nun helfen.

Ratshausen. Pfarrer Shibu Vincent Pushpam ist verzweifelt: Er muss von Deutschland aus zusehen, wie seine Heimat im Wasser und Schlamm versinkt und wie seine Familie, Freunde und Bekannten ihr komplettes Hab und Gut verlieren.

Flut so heftig wie seit 100 Jahren nicht mehr

Grund ist eine Flutkatastrophe, wie sie Indien seit mehr als 100 Jahren nicht mehr erlebt hat. Neben Pfarrer Shibus Angehörigen sind rund eine Million Menschen obdachlos geworden und mehr als Zehntausende haben keinen Kontakt mehr zur Außenwelt, wie Pushpam erzählt.

Ausgelöst wurde die Flut aufgrund der zu lang andauernden Regenzeit: "Normalerweise regnet es in Indien immer im Juni und im Juli", erklärt der katholische Pfarrer: "Aber das Problem ist, dass die Regenzeit in diesem Jahr schon Mitte Mai anfing und erst Ende August wieder aufgehört hat."

Aus diesem Grund wird das Ausmaß der Katastrophe erst jetzt langsam sichtbar: Durch den nassen Boden wurden viele Erdrutsche ausgelöst, und es hat sich sehr viel Schlamm angesammelt. Die Ernte ist kaputt, Straßen sind zerstört, das Stromnetz ist teilweise zusammengebrochen.

"Die Zustände in Kerala sind wirklich erbärmlich", sagt Andreas Koch, zweiter Vorsitzender des katholischen Kirchengemeinderats in Ratshausen. Er kam mit Pfarrer Shibu ins Gespräch, nachdem er aus den Medien von der Jahrhundertflut erfahren hatte.

Außerdem kontaktierte ihn der ehemalige katholische Pfarrer von Ratshausen, Thomas Vadakoot, der ebenfalls aus Kerala kommt und dort inzwischen wieder lebt und arbeitet. Auch er beschrieb ihm die Lage und schickte Bilder von der Flutkatastrophe. Von da an stand für Koch fest: "Wir müssen unseren Pfarrern helfen." Der Kirchengemeinderat beschloss daher, eine Spendenaktion ins Leben zu rufen, die zur einen Hälfte dem Bistum von Pfarrer Shibu zugute kommen soll und zur anderen Hälfte dem von Pfarrer Vadakoot.

Andreas Koch organisiert Hilfe aus Ratshausen

Koch betont: "Unsere Pfarrer haben schon so viel für uns getan, und sie sind ein Teil unserer Gemeinde. Deshalb wollen wir ihnen einfach unsere Solidarität zeigen und etwas zurückgeben." Pfarrer Shibu habe gesagt, man solle für die Menschen in Kerla beten. "Aber mit Beten alleine ist es ja nicht getan. Und uns geht es in Deutschland doch so gut", sagt Koch.

Die Kirchengemeinderatsmitglieder verteilten in Ratshausen Flyer, um auf die Not in der Heimat der Pfarrer aufmerksam zu machen. Auch im Internet veröffentlichten sie das Schreiben, woraufhin sich sogar Spender aus Albstadt meldeten, wo Pushpam zuvor tätig war.

"Die Anteilnahme ist bisher wirklich groß, darüber freuen wir uns sehr. Aus dem gesamten Zollernalbkreis melden sich Menschen, die unsere Pfarrer unterstützen möchten", freut sich Koch.

Auch Pushpam ist ergriffen von der Solidarität seiner Gemeinde: "Ich bin sehr dankbar über jede Spende und jedes Gebet für meine Heimat." Im Internet ist auch das Spendenkonto für die Kerala-Hilfe zu finden.

Ihre Redaktion vor Ort Balingen

Steffen Maier

Fax: 07433 901829

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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