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Ratshausen "Gutachten sind unzureichend und weisen Defizite auf"

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Der Plettenberg Foto: Schwarzwälder Bote

Ratshausen (bv). Mit der Erweiterung des Plettenberg-Steinbruchs befürchtet die Gemeinde Ratshausen schwerwiegende Probleme in Sachen Grundwasser- und Trinkwasserschutz sowie hinsichtlich der Standsicherheit des Bergs.

Der Gemeinderat wird an diesem Donnerstag im Rahmen der Anhörung zur immissionsschutzrechtlichen Änderungsgenehmigung eine Stellungnahme verabschieden. Zuvor hatten die Gemeinden Ratshausen und Hausen am Tann eigene Gutachten zu verschiedenen Themen in Auftrag gegeben, weil man den von Holcim vorgelegten Gutachten nicht so richtig trauen wollte.

Bürgermeister Heiko Lebherz fasst deren Ergebnisse in einer Stellungnahme zusammen, die nun dem Gemeinderat zur Beratung und Beschlussfassung vorliegt.

Darin heißt es unter anderem: Der gutachterliche Nachweis (von Holcim) enthalte hinsichtlich des Grundwasserschutzes "deutliche Defizite". Der Ausschluss von Risiken für die Eigenwasserversorgung sei in nicht hinreichendem Maß geprüft worden.

So erfolge durch die Entfernung der filteraktiven Bodenschicht sowie die Veränderung der Topografie ein beschleunigter Abfluss des Oberflächenwassers mit der Folge, dass die Grundwasserneubildung erheblich eingeschränkt werde. Dies wiederum könne negative Auswirkungen auf die Schüttung der Ratshausener Quellen haben. Auch könne ein erhöhter Grundwassereintrag von Hydraten und Sulfat-Konzentrationen nicht ausgeschlossen werden.

Auch auf die mit der Erweiterung verbundenen erhöhten Hochwassergefahr gingen die vorgelegten Unterlagen "unzureichend ein und stellen aus diesem Grund keine belastbare Abwägung dar".

Kein gutes Haar wird auch am Gutachten zur Standsicherheit des Bergs gelassen. Fazit laut Lebherz, der in diesem Zusammenhang auf bereits jetzt schon erfolgte Hangrutschungen hinweist: "Die Betrachtung der Ausgleichssituation ist so schlicht und reduziert, dass der Kern des Konflikts nicht in die Problembehandlung miteinbezogen wird." Im Kern geht es der Gemeinde darum, dass der Abtrag von Deckschichten und die Verlegung der Wasserstöme zu einer weiteren Destabilisierung der Standsicherheit führen können: "Dies stellt eine akute Gefährdung der Ortslage dar." Betroffen seien Kultur- und Sachgüter sowie menschliches Leben.

Hinsichtlich der Sprengerschütterungen mindere sich der Wert der Gebäude, was sich beim Verkauf solcher Objekte bereits zeige. Die Gemeinde fordere daher einen "Ausgleichsfonds durch Holcim zur Abmilderung solcher Folgen."

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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