Rathaussturm in Mühlenbach: Die Narrianer lieferten sich einen epischen Machtkampf mit den Wössnianern. Foto: Weppler

Mit Rauch, Konfetti und Guggenmusik landete die närrische Sternencrew vor der Mühlenbacher „Basisstation“.

Zu einem galaktischen Spektakel, das selbst erfahrene Raumfahrer ins Staunen versetzt hätte, kam es am Schmutzigen Donnerstag in Mühlenbach: Ein Kampf ums Rathaus – oder, wie es die Narrianer nennen, um die Steuerzentrale des Planeten Wössner – entbrannte kurz nach 14 Uhr, als das Raumschiff der närrischen Sternencrew vor der ehrwürdigen Halle der Mühlenbacher Space‑Black-Forest‑Alpha‑1‑Basisstation landete.

 

Mit viel Rauch, Konfetti und musikalischem Getöse kündigte sich die Ankunft der bunt gekleideten Raumfahrer an, die seit dem letzten Aschermittwoch durch die Galaxie reisen. Schon im Anflug war der Besatzung des Raumschiffs um Kommandantin Milena Kaiser bewusst, dass es kein leichtes Unterfangen werden würde, an die Macht zu gelangen. Die Crew drohte immer tiefer in das Schwarze Loch der Tristesse zu geraten. Zwar liefen die Lebenserhaltungssysteme noch auf 100 Prozent Heiterkeit, wie die Besatzungsmitglieder Dominik Duffner und Niklas Schwabe berichteten, doch die Narren‑Energie wurde bedrohlich knapp.

Auf der Suche nach einem Planeten, um diese Energie wieder auffüllen zu können, stießen die Narrianer schließlich auf den grauen Planeten Wössner. Mit Guggenmusik und großem Gefolge zogen die Narrianer ein, um die Machthaber des Planeten herauszufordern und die Macht über Wössner zu erringen. Doch die kleine Schar der Wössnianer, die sonst in ihrem Alltag eher verstaubte Akten als närrische Tänze kennt, war fest entschlossen, die Schlüssel ihrer Kommandozentrale nicht ohne Weiteres herzugeben.

Mit fünf Spielen sollte sich entscheiden, wer den Schlüssel bekommen wird

Fünf Wettbewerbe sollten über die Macht entscheiden. Die sehr siegessicheren Narrianer glaubten an ein leichtes Spiel gegen die vermeintlich grauen und bürokratischen Bewohner des Planeten Wössner. Doch schon das erste Spiel belehrte sie eines Besseren. Im Parkuhrlauf mit Ei und Kabeltrommel zeigten sich die Wössnianer überraschend überlegen. Ein kleiner Dämpfer für die Narrianer. Beim zweiten Spiel wollten sie auf Nummer sicher gehen und gaben den Wössnianern nicht das passende Werkzeug. Sie sollten das Rad einer Schubkarre wechseln. Doch die Narrianer waren geschockt, wie fix Obermechaniker Martin Meier die Aufgabe erledigte und sie weit hinter sich ließ. Mit 0:2 lagen sie nun zurück, und die Herrschaft rückte in weite Ferne.

Die dritte Aufgabe bestand darin, eine Götterspeise aus einem kleinen Becher mit der Zunge vollständig herauszuholen. Hier ergatterten die Narrianer endlich ihren ersten Punkt – und feierten diesen Erfolg ausgiebig. Wie gut man mit dem Laserschwert Ringe fangen konnte, zeigte sich beim nächsten Spiel. Damit der Werfer der Wössnianer nicht so schwer heben musste, bekam er besonders kleine, handliche Ringe. Doch das half nichts – die Narrianer gewannen erneut.

Beim letzten Spiel musste die Entscheidung fallen. Es handelte sich um ein Wissensspiel über das Universum und die Astrophysik. Die Rathauschefin trat persönlich gegen die geballte Kraft von gleich drei Narrianern an, denn diese wollten die Macht um jeden Preis. Fünf Fragen wurden gestellt, und wer die meisten richtigen Antworten hatte, sollte die Macht erlangen. Die erste Frage verbuchte die Chefin des Planeten Wössner für sich. Jetzt mussten die Narrianer wirklich alles geben. Die Anstrengung zahlte sich aus: Sie trugen den Sieg davon und rissen die Schlüssel bis Aschermittwoch an sich.