Abstriche mussten die Narren am Donnerstagabend beim Sturm auf das Haiterbach Rathaus machen. So fehlte es wetterbedingt an Zuschauern und dienstlich bedingt an der Bürgermeisterin.
Narren lassen sich auch von widrigen Wetterbedingungen nicht schrecken, erst recht nicht, wenn es darum geht, am Schmotzigen Donnerstag die Macht an sich zu reißen. Und so standen die Narrenzunft Unterschwandorf und die Haiterbacher Kuckucks-Gugga am Donnerstagabend trotz des schon den Tag über anhaltenden Dauerregens bereit, das Rathaus zu stürmen.
Die Reihen der Zuschauer auf dem Marktplatz waren dann aber schon merklich dünner bestückt als sonst. Und letztlich mangelte es noch an der Gegenspielerin. Bürgermeisterin Kerstin Brenner ist momentan dienstlich ortsabwesend, somit war Oberschwandorfs Ortsvorsteher Roland Hölze in die Rolle des Hausherren gesprungen. Überschaubar kurz, weil ja die Narren schon bereitstanden.
Auch das Wahllokal ist verloren
Kritik gehöre freilich dazu, sagte der Narrenzunft-Vorsitzende Fabian Wunderlich. „Schließlich ist wieder viel geschehen“. Wobei die Themen nicht völlig neu sind. Das Unterschwandorfer Bürgerhaus bietet so immer Stoff für eine närrische Aufarbeitung in Reimform.
Das Bürgerhaus sei ein Projekt, das man vorantreiben könne. Die Praxis sehe allerdings anders aus, so erlebe man eher Verzögerungen. Und dann gebe es auch noch Schimmel. Seit dem Abriss des Rathauses sei nichts geschehen – und jetzt sei der Schaden da.
Auch habe Unterschwandorf sein Wahllokal verloren. Die Einwohner müssten jetzt nach Oberschwandorf zum Wählen gehen.
„Besser trifft es alte Männer als Frau Brenner“
„Es trifft besser einen der alten Männer als unsere Frau Brenner“, erklärte Ortsvorsteher Roland Hölzle, warum er sich stellvertretend den Narren beugte. Das freilich nicht, ohne bei der angesprochenen Kritik noch die Fahne der Stadt hochzuhalten. Etwa in Sachen Bürgerhaus : „Für Euch darf es nur das Beste sein – das Projekt wird prächtig fein.“
Wählen in Oberschwandorf
Auch um die Wähler in Unterschwandorf werde man sich kümmern. So werde man ein Busle für jene einsetzten, die nicht mehr so mobil seien.
Das für die Festhalle eine Miete anfalle – was Wunderlich zuvor kritisiert hatte – treffe alle gleichermaßen. Und schließlich sei sie auch für viel Geld saniert worden.
Unter der stimmungsgeladenen Musik der Guggenmusiker vollzogen die Narren schließlich die Machtübernahme und nahmen das Rathaus in Besitz.