OB Adrian Sonder wird von den Narren aus dem Rathaus geführt. Foto: Niklas Ortmann

Jetzt haben die Narren das Sagen: OB Adrian Sonder händigte der Narrenzunft auf dem regenüberströmten Marktplatz den Rathausschlüssel aus. Hier sind die Bilder.

Normalerweise versprüht Oberbürgermeister Adrian Sonder ja Zuversicht, aber am „Schmotzigen“ war die Lage für ihn aussichtslos: Bären und Bärenfänger legten den OB am Donnerstag in Ketten und zerrten ihn aus dem Rathaus. Dass der Festgenommene kein Unschuldslamm war, machten schon dessen rabenschwarze Räubermaske, die Mütze und ein Geldsack am Hosenbund deutlich.

 

Vergeblich hatte Sonder aus dem Fenster heraus noch zur Verteidigungsrede angesetzt: „Ich tat stets alles zum Wohle meiner Freudenstädter. Und nun glaubt ihr Narren wohl, ihr könntet’s besser?“

Und ob die Narren das glauben. Zunftmeister Derk Wittnebel redete sich in Rage: „Waaas, jetzt ham endlich die Gartenschau hinter uns gelassen, nun kommet Leut und wir könnet unsere Touristen nur mit nem Marktplatz überraschen.“

Besagter Marktplatz glänzte am Donnerstag aber zumindest beim Wetter nicht mit Attraktivität, wovon sich die Narren nicht beirren ließen, die auch bei Sturm und strömendem Regen eine feucht-fröhliche Party feierten. Stimmung machten die Grenzweg-Sinfoniker Kniebis mit Kulthits wie „Major Tom (Völlig losgelöst)“.

Wo bleibt der Tunnel?

Sonder hatte hingegen weniger zu lachen, denn Wittnebel ließ kein gutes Haar an der Stadt: „Die Hotels in der Städtle werden au immer weniger, da Touristen, die länger bleiben, fehle’d. Kei Wonder dass die fehle’d, da sich immer noch die Lkw über unseren Marktplatz quäled. Riesige Dinger stinkend, höllalaut, rotzgefährlich, einer nach dem andern, an Tunnel braucht unsere Stadt dringend.

Sonder konnte die Narren in seiner Gegenrede beim Tunnel „nur ein wenig“ beruhigen: „Der liegt nicht ganz auf Eis. Das Ding wird wahrscheinlich kommen, nach allem was ich weiß. Direkt aus dem Kanzleramt wurde es laut: Was baureif ist, das wird auch gebaut.“ Aus dem Fenster lehnen wollte sich der OB, nachdem er das Rathaus verlassen hatte, aber nicht mehr: „Bloß beim Thema Prognosen halt ich mich zurück. Egal ob beim Zeitplan oder beim Wetterausblick.“

Der Wetterausblick versprach auch beim anschließenden Kostümwettbewerb nichts als Regen und Sturm, aber auch die sechs Gruppen aus Stadtverwaltung, Landratsamt und Erlacher Höhe tanzten unbeirrt in ihren bunten Outfits über den nassen Marktplatz. Am meisten imponierte beim Publikum das Team „Sondermüll aus Freudenstadt“ des Baubetriebsamts in orangener Arbeitsmontur, das mit Schildern und Rufen zeigte, was es von Müllsündern hält.

Spende an Björn-Steiger-Stiftung

Eine Spende der Narrenzunft Freudenstadt über 1111,11 Euro ging in diesem Jahr an die Björn-Steiger-Stiftung.