Der Narrensamen beobachtet ganz genau, was da im Rathaus so gespielt wird. Foto: Monika Braun

Das Rathaus in Baiersbronn wurde am „Schmotzigen“ zum Narrenhaus – und war plötzlich voller Schwarzwald-Marien.

Trotz strömenden Regens ließen sich die Mitglieder der Narrenzunft Baiersbronn am „Schmotzigen Donnerstag“ nicht die Laune verderben und stürmten traditionsgemäß das Baiersbronner Rathaus.

 

Aufgrund des anhaltenden Regens wurde das weitere Programm kurzerhand ins Rathaus verlegt, was der ausgelassenen Stimmung keinen Abbruch tat: Bei abwechslungsreichen Spielen, närrischen Wettbewerben und viel Gelächter bewiesen sowohl die Zunftmitglieder als auch Gäste ihren Humor und Teamgeist.

Bürgermeister Michael Ruf und seine Mitarbeiter hatten das Motto „Schwarzwald-Marie“ aufgegriffen und standen mit Schwarzwälder Bollenhut und guter Laune parat. Während die üblichen Stimmungslieder aus den Boxen hallten, wurde Ruf aus dem Rathaus eskortiert und hatte angesichts des Dauerregens Mitleid mit den Narren. „Wir gehen ins Rathaus, dort ist es trocken“, verkündete er, und kurzerhand wurde der Ratssaal zum Narrensaal umfunktioniert.

Kostensparen mit Verstand, fordern die Narren

Zunächst gab es eine kreative Rede von Narrenzunftmitglied Johanna Götz, und Bürgermeister Ruf musste die eine oder andere Kröte schlucken. „Kostensparen hört man überall – wir Narren sagen Sparen ja, doch mit Verstand, denn Narren braucht das ganze Land“, reimte Götz.

Die klammen Gemeindekassen, die Neuverpachtung der Glasmännlehütte und damit verbunden der Verlust von Vereinseinnahmen sowie die überaus erfolgreiche Kinderfasnet waren weitere Themen der Narrenrede.

Bürgermeister Michael Ruf wird von den Narren aus dem Rathaus geführt – aber nur kurz. Foto: Monika Braun

„Heute ist alles anders, wir haben den Rathaussturm von innen nach außen verlegt. Ich verstehe gar nicht, warum ihr jedes Jahr nach dem Schlüssel giert“, wandte sich Ruf an die Narren. Er gebe in diesen schwierigen Zeiten gerne die Verantwortung kurz mal ab.

Stefan Rehberg, der Vorsitzende der Narrenzunft, dankte für das trockene Dach über dem Kopf und kündigte eine fröhliche Fasnet an.

Beim Haushalt macht der Verwaltung keiner was vor

Bei den Spielen präsentierte sich das Team Rathaus in Hochform. Sowohl das Spiel „Haushaltsplan rechnen“ wie auch „Memory“ konnten gewonnen werden. Die Narrenzunft gewann beim Goldtalerspiel und wird als Verlierer beim nächsten Bürgermeisterstollen-Verkauf mithelfen. Bürgermeister Ruf versprach im Gegenzug, trotz seines Sieges seinen Wetteinsatz einzulösen und bei der nächsten Kinderfasnet 2027 zu unterstützen.

Mit „Narri, Narro!“, kreativen Wortgefechten und viel Humor übernahmen die Hästräger symbolisch die Macht im Ort. Bürgermeister Ruf versuchte sich zwar standhaft zu verteidigen, musste sich am Ende jedoch geschlagen geben und den Rathausschlüssel an die Narren überreichen.

Grenzweg-Sinfoniker machen Krach

Damit war die Regentschaft für die närrischen Tage offiziell eröffnet, und die Köhlerhexen, Murgschmoddler und Flößer tanzten im Häs durch die Gänge. Für Stimmung sorgten die Grenzweg-Sinfoniker vom Kniebis mit Guggenmusik.

Der Rathaussturm zeigte einmal mehr, dass sich die Baiersbronner Narren von Wind und Wetter nicht aufhalten lassen. Mit Kreativität, Gemeinschaftssinn und einer großen Portion Frohsinn wurde der Auftakt der Fasnetszeit gebührend gefeiert.

Die Vereinsmitglieder Katja Wälde, Julia Schmieder und Annette Rehberg hatten den Rathaussturm vorbereitet. Selbstverständlich gab es auch die beliebte Rote Wurst und eine Getränkeauswahl für die Gäste.