Am Tag der Städtebauförderung 2025 kamen zahlreiche Rangendinger und Bürger aus der näheren Umgebung, um die Fortschritte in der Sanierung des Rathauses zu begutachten. Und was die Kosten betrifft, so hatte Bürgermeister Manfred Haug gute Nachrichten.
Der Tag der Städtebauförderung ermöglichte am Samstag im ganzen Land Einsichten in laufende Bauvorhaben.
Rund 30 Interessenten kamen allein zur ersten der beiden Führungen durchs Rangendinger Rathaus. Geleitet wurden diese von Bürgermeister Manfred Haug und Ortsbaumeister Jürgen Dieringer. Eine gute Mischung aus Fachkenntnis und Begeisterung für das Projekt ließen die Stunde schnell verstreichen, hierbei wurden auch Besucherfragen mit größtem Vergnügen beantwortet.
In der Klosterkirche fehlen nur Kleinigkeiten
Während die Sanierung der alten Klosterkirche schon vor Längerem begonnen wurde, fing man mit dem alten Kloster - dem heutigen Rathaus – erst Anfang diesen Jahres an. Und noch bis Ende desselben soll es fertig werden. Ein nicht allzu sportliches Ziel: Die größten Vorhaben wurden bereits umgesetzt und bei der Kirche, die im Übrigen noch immer geweiht und dementsprechend nutzbar ist, fehlen nur noch letzte Kleinigkeiten.
Baukosten dürften 2,5 Millionen nicht übersteigen
Letztere war Auslöser des Ganzen: „Der Putz fiel schon von der Decke.“, erzählt Bürgermeister Haug. Also wurde diese gesperrt und es entstand schnell der einstimmig umgesetzte Plan, Kirche und Rathaus zeitgemäß, barrierefrei und denkmalgerecht zu sanieren. Bei den Untersuchungen kam laut Manfred Haug nämlich „eines zum anderen“, so dass man doch mehr als nur die Kirche habe anpacken müssen.
Durch die Unterstützung des Landes in Form von 51 Prozent Bezuschussung und von ortsansässigen Handwerksfirmen stand dem Projekt nichts mehr im Wege. Bisher betragen sich die Sanierungskosten auf 1,6 Millionen Euro und man hofft, nicht über die 2,5 Millionen zu hinauszuschießen. Anfangs kalkuliert wurde mit 3,5 Millionen Euro – man kommt also mit deutlich weniger aus, der Traum eines Schwaben.
Neue Fenstersimse aus Sandstein
Allerdings lief bisher nicht alles ganz reibungslos: wie befürchtet, waren viele der Balken des Dachgeschosses Feuchtigkeit, Holzwürmern und schlechter Statik ausgesetzt. Abhilfe schaffen neue Balken an betroffenen Stellen und drei Stahlträger um das Gewicht der Kirchengemäuer besser abzuleiten. Damit soll die Neigung des Turmes von bereits 18 Zentimetern nicht mehr größer werden. Auch die Fenstersimse, welche in den 70er Jahren eingesetzt wurden, mussten durch neue Sandsteinsimse mit entsprechendem Gefälle und angepasster Tiefe ausgetauscht werden.
Kirchenbeleuchtung mit smarter Technik
Im Foyer findet sich nun ein Aufzug im Holzkleid. Für diesen wurden extra Löcher in die Decken geschnitten. Ein Behinderten-WC rundet die Barrierefreiheit ab. Auch hat man die Gelegenheit zur Umsetzung eines neuen Brandschutzkonzept genutzt.
Besonders clevere Lösungen: die Beleuchtung in der Kirche verfügt über integrierte Infrarotwärmeringe und ist gleichzeitig die Heizung. Auch die Ausstattung des Sitzungssaales wird multifunktional. Tische und Stühle lassen sich leicht per Hand abbauen, aufbauen und umstellen, das Heiz- und Lüftungssystem bietet Heizung Klimaanlage und Belüftung in Einem.
Das Fachwerk wird an manchen Stellen frei gelegt
Trotz sämtlicher Neuerungen bleibt der Charme und die Geschichte der alten Gemäuer dennoch erhalten. Man habe großen Wert darauf gelegt, so Bürgermeister Haug, der Geschichte des Rathauses gerecht zu werden. Dementsprechend bleibt das alte Fachwerk an mancher Stelle freigelegt, alte Böden bleiben so gut es geht erhalten, ein Teil des Gewölbekellers wird wieder nutzbar und die Kirche bekommt eine direkte Verbindung zum alten Klostergebäude. Der Durchgang ist mit einer Glastür getrennt und erhält noch die alte Holztür zurück, so ist für einen Kirchenbetrieb auch der Sichtschutz gegeben.
In Zukunft soll noch das Dachtragwerk vollständig fertiggestellt, eine Verbindung zur PV-Anlage der Schule geschaffen, der Sitzungssaal mit Dachverglasung und die Nebenräume mit Behinderten- und Damen-WC innen ausgebaut werden. Die Fassade wird auch noch neu verputzt und gestrichen und nicht zu guter Letzt wird die Außenanlage neu gestaltet.