Geothermische Energie soll nach der Rathaussanierung in St. Georgen genutzt werden. Ginge da nicht auch Tiefengeothermie? Das wollte Axel Heinzmann kürzlich im Gemeinderat wissen. Die Antwort aus dem Rathaus: Das ist keine Option. Wieso?
Das St. Georgener Rathaus, dessen Sanierung noch in diesem Jahr beginnen soll, soll ein energetisches und nachhaltiges Modellprojekt werden. Dazu gehört neben jeder Menge Photovoltaik (PV) auf dem und am Gebäude auch die Nutzung von Erdwärme, die fest im Sanierungskonzept vorgesehen ist.
Und auch die Art der Erdwärmenutzung ist bereits klar: Oberflächengeothermie wird zum Einsatz kommen. An der Südseite des Gebäudes, wo sich aktuell unter anderem Ladestationen für E-Autos befinden, sind Erdbohrungen mit einer Tiefe von bis zu 190 Metern geplant.
Nicht geplant ist hingegen Tiefengeothermie, betonen Bürgermeister Michael Rieger und Alexander Tröndle, Leiter des städtischen Bauamts, auf Nachfrage unserer Redaktion. Axel Heinzmann, vor der Kommunalwahl selbst noch Mitglied des Gemeinderats, hatte in der Bürgerfragestunde im Rahmen der jüngsten Gremiumssitzung angeregt, im Zuge der Heizlastauslegung des Rathauses eine Tiefengeothermie zu untersuchen – auch, um Erkenntnisse für später, etwa für ein Wärmenetz in der Stadt, zu gewinnen.
Keine Bohrungen für Tiefengeothermie
Aus dem Rathaus gibt es dafür aber eine klare Absage: Die oberflächennahe Geothermie stehe für das Rathaus fest, erläutert Tröndle. Auch ein Gutachten zur Dimensionierung liege bereits vor. Tiefengeothermie „stand und steht nicht zur Diskussion“, betont Bürgermeister Rieger. Daher werden keine Bohrungen für Tiefengeothermie vorgenommen.
Einige bis viele hundert Meter Unterschied
Oberflächengeothermie
Von oberflächennaher Geothermie spricht man bei Erdbohrungen von bis zu 400 Metern, gibt Bauamtsleiter Alexander Tröndle einen Einblick. „Hier wird über Erdwärmesonden die ganzjährig konstante Umgebungstemperatur des Erdreichs gefördert.“ Das bringt bei Hitze und Kälte Vorteile: Im Sommer wird diese konstante Temperatur zum Kühlen und im Winter zum Heizen eingesetzt. „Dies ist gängige Praxis bei dieser Heizart, um Einzelgebäude zu heizen“, erklärt Tröndle.
Tiefengeothermie
Von einer Tiefengeothermie spreche man weit mehr als 400 Metern Tiefe führt Tröndle zur anderen Variante aus. „Hier wird Thermalwasser aus den Erdtiefen gewonnen.“