Noch ist das letzte Wort darüber nicht gesprochen, wie das zukünftige Schömberger Rathaus aussehen wird. Der alte Gemeinderat hat in seiner letzten Sitzung eine Empfehlung ausgesprochen.
Es war eines der großen und wiederkehrenden Themen ihrer ablaufenden Amtszeit: In seiner letzten Sitzung hat der alte Gemeinderat sich damit befasst, wie das zukünftige Schömberger Rathaus aussehen wird. Zur Auswahl standen die beiden Entwürfe, die im Architektenwettbewerb den ersten Platz belegt haben. Mittlerweile wurden die Siegerentwürfe entsprechend der Anmerkungen des Preisgerichts von den jeweiligen Architekturbüros überarbeitet. Die aktualisierten Pläne diskutierte das Preisgericht vor gut einer Woche.
Bauamtsleiterin Sabine Neumann erläuterte in der Sitzung am Mittwochabend die Vorzüge und Nachteile der beiden Entwürfe und was sich im Vergleich zu den Ursprungsversionen geändert hat.
Der Entwurf mit der Kennziffer 1006 stammt vom Büro haas cook zemmerich Studio 2050. Das Preisgericht hat in seiner Sitzung am 17. Juli diesen Entwurf als besonders positiv herausgestellt. Auch Gemeinderat Heiko Gerstenberger, der dem Preisgericht angehörte, favorisierte diesen Entwurf, weil er zum einen geräumiger sei und zum anderen seiner Auffassung nach kostengünstiger sein dürfte als die Alternative.
Der Dachreiter wird vermisst
Das weitere Gebäude das zur Diskussion stand und die Kennziffer 1010 trägt, ist ein Entwurf des Büros pfeiffer.volland.michel.architekten GmbH. Laut Neumann habe dieses während der öffentlichen Ausstellung aller Entwürfe im Mai von der Bevölkerung die besten Rückmeldungen bekommen. Auch einige Ratsmitglieder favorisierten diese Variante, doch die zwischenzeitlichen Änderungen kamen beim Gremium nicht gut an. Der Ursprungsentwurf hatte einen Dachreiter, der in der neuen Version einem Lichtband gewichen ist. Außerdem fügte der Architekt einen weiteren Balkon im Bereich des Sitzungssaals dazu. Daniel Saffrin fand, dass diese optischen Änderungen dem Gebäude nicht gut tun, auch wenn er die moderaten Verbesserungen im Innenraum begrüßte. Sein Vorschlag: „Wir müssen nicht genau das kaufen, was im Katalog ist, wir können bestimmt nochmal schwätzen.“ Für Marc Oliver Schwarz ist der Dachreiter, der dem alten Rathaus nachempfunden ist, das Salz in der Suppe: „Der gehört zum Rathaus wie der Topf auf den Deckel“, erklärte er. Die Uhr und das Glöckle bewertete er als identitätsstiftend fürs Städle.
Der Ursprungsentwurf kommt besser an
Frank Polich schlug vor, den Entwurf 1010 in der Ursprungsversion weiter zu verfolgen. Dass diese Variante teurer werden könnte als der konkurrierende Entwurf sei dem geschuldet, dass das Gebäude zweigeteilt ist: Mehr Wände bedeuteten höhere Kosten. Doch er erinnerte auch daran, dass der Rathausneubau eine Investition sei, die Generationen überdauern wird.
Die Meinungen im Gremium gingen freilich auseinander, doch am Ende kristallisierte sich eine Tendenz heraus und dementsprechend formulierte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger den Beschluss, dass der Gemeinderat dem neuen Gremium empfiehlt, den Entwurf mit der Tarnzahl 1010 in der Ursprungsversion mit überarbeitetem Innenbereich zur Ausführung zu bringen. Drei Gemeinderäte stimmten dagegen, der Rest dafür.
Das letzte Wort hat der neue Gemeinderat
Mit dem Beschluss ist allerdings das letzte Wort zu der Frage, welcher Entwurf schlussendlich umgesetzt wird, noch nicht gesprochen. Dieses hat nämlich der neue Gemeinderat, der am Mittwoch, 18. September, ins Amt eingesetzt wird. Der Beschluss ist lediglich eine Empfehlung, dem das neue Gremium folgen kann – oder auch nicht.