Im März wurden Dachreiter, Türmle und Uhr sowie Fensterläden und der Rathaus-Schriftzug entfernt: Das alte Schömberger Rathaus ist bereit für den Abbruch. Foto: Marschal

Mit rund 118.760 Euro wird der Abriss des alten Schömberger Rathauses günstiger als gedacht. Eingeplant waren dafür 250.000 Euro gewesen.

Bisher ist die Schömberger Stadtverwaltung davon ausgegangen, dass der Abriss des alten Rathauses um die 250 000 Euro kosten würde. Dieser Betrag wurde im Haushaltsplan 2025 dafür vorgesehen. In der Gemeinderatssitzung am Mittwochabend hatte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger gute Nachrichten im Gepäck: Die Firma Abbruch Walter, die zuletzt mit dem Abriss des Pflegeparks am Ortsausgang in Richtung Ratshausen beschäftigt war, hat nach einer Besichtigung des leerstehenden Gebäudes ein pauschalisiertes Angebot für den Rathausabriss eingereicht. Dieses beläuft sich auf knapp 100 000 Euro netto, rund 118 760 Euro mit Steuern.

 

„Wir bekommen diese Dienstleistung nirgendwo günstiger“, meinte Bürgermeister Karl-Josef Sprenger in der Gemeinderatssitzung. Das Angebot der Nagolder Abbruchfirma Walter habe man mit den Abrisskosten anderer Gebäude in den vergangenen Jahren verglichen. Dabei wurde deutlich, dass das Angebot auch im Vergleich recht günstig ist.

Referenz Pflegepark

Daher möchte er auf die im Zuge der Entlastungsallianz gelockerte Regelung im Vergaberecht zurückgreifen. Demnach können Aufträge, die nicht teurer als 100 000 Euro sind, als Direktauftrag vergeben werden. „Beim Pflegepark hat das Unternehmen strukturiert gearbeitet“, weiß Sprenger.

Um trotzdem den Wettbewerb zu berücksichtigen, hat die Stadtverwaltung ein regionales Unternehmen zur Abgabe eines Angebots nach vorheriger Besichtigung des alten Rathauses gebeten. Allerdings habe es bislang nicht reagiert.

Rathaus wurde untersucht

Gemeinderat Jan Nagel äußerte Bedenken ob des günstigen Preises und befürchtet mögliche Nachzahlungen beispielsweise bei der Entsorgung belasteten Materials. Diese Sorge versuchte Sprenger ihm zu nehmen: Die Bausubstanz des historischen Rathauses wurde genau untersucht und dabei sei kein belastetes Baumaterial zu Tage gekommen. „Wir wissen, was uns erwartet“, so der Schultes.

Sven Kuhnert sah im Angebot kein Wort von Recycling – schließlich hat der Gemeinderat festgelegt, dass beim Rathausneubau Material vom abgerissenen Rathaus wiederverwendet wird. Sprenger: „Die Firma bekommt mitgeteilt, welche Materialien sie zurückhalten müssen.“

Keine Zuschüsse

Bis auf eine Enthaltung von Jan Nagel stimmte der Gemeinderat der Vergabe der Abrissarbeiten des alten Rathauses an das Nagolder Abbruchunternehmen Walter zu. Sprenger betonte nämlich auch, dass es – obwohl das alte Rathaus im Bereich des Landessanierungsprogramms liegt – keinen Zuschuss geben wird, weil es sich beim alten Rathaus um ein Denkmal handelt.

Das leerstehende Gebäude in der Alten Hauptstraße ist bereit für den Abbruch: Im März wurden Fensterläden, die ikonische Uhr, der Rathaus-Schriftzug, Dachreiter und Türmchen entfernt. Das Türmchen wird noch von einer Fachfirma in Augenschein genommen, die eine Kostenschätzung für die Sanierung abgeben wird. Im Idealfall soll es beim Rathausneubau wiederverwendet werden. Die Stadtverwaltung zog bereits im September 2024 ins Interimsrathaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite. Im März wurden noch die letzten Hinterlassenschaften aus dem abrissbereiten Gebäude gebracht. Die Abbrucharbeiten sollen noch vor den Sommerferien vollzogen werden.