Natalija Gall mit ihrem Werk „Himmelswelt“ mit blauer Kreide, daneben „Leuchtende Seelen“ in Orange Foto: Sabine Stadler

Die jüngsten Gemälde der örtlichen Künstlerin und Architektin Natalija Gall sind bis Ende Juni in den öffentlichen Bereichen des Rathauses in Pfalzgrafenweiler ausgestellt.

Unter dem Motto „Geerdet sein“ hat Natalija Gall in den vergangenen zwei Jahren Bilder mit Erde aus der Bretagne erschaffen. Dunkelbraune, rotbraune Erde und das Weiß der Kreidefelsen brachte die Künstlerin aus Frankreich mit. Zum Teil ergänzte sie ihre Malereien mit blauen Buntstiften oder Pastellfarben, um „das Angekommensein im Leben“ festzuhalten, wie sie erklärt.

 

Dabei ist das Bild mit dem Haus, derzeit ausgestellt im Erdgeschoss des Rathauses in Pfalzgrafenweiler, ihr Markenzeichen, das bei keiner ihrer Ausstellungen fehlen darf.

Ausgestellt hat sie bereits mehrmals – im Rathaus Pfalzgrafenweiler, im Bürgerhaus in Altensteig, im Neubulacher Rathaus sowie jetzt bei einer Gemeinschaftsausstellung in Horb. Im dortigen Rathaus werden mit den Namen „Musik“, „Tanz“ und „Poesie“ aktuell drei große Bilder von Natalija Gall gezeigt. Und demnächst stellt die Stadt Dornstetten ihre Malereien im Rathaus aus.

In Russland geboren und studiert

Gall, 1971 in Ekaterinburg (Russland) geboren, malt seit ihrer Kindheit. Von 1988 bis 1994 studierte sie Architektur und Kunst an der Akademie Ekaterinburg. Von 1993 bis 1995 arbeitete Gall im Kirchenbau. Zwischen 1996 und 1998 bildete sie sich schließlich an der Hochschule für Technik in Stuttgart weiter. Seit 1997 arbeitet sie als Architektin im Architekturbüro Gall und Gärtner in Pfalzgrafenweiler.

Bei der aktuellen Schau in den öffentlichen Bereichen des dortigen Rathauses sind alle Gemälde, auch die kleineren Bilder im zweiten Obergeschoss, mit Titeln beschriftet und können erworben werden.

Künstlerin verwendet religiöse Symbole

Dem Betrachter eröffnen sich beispielsweise Bilder wie „Himmelswelt“ mit blauer Kreide neben „Leuchtenden Seelen“ in Orange. Die Werke von Natalija Gall laden in den ruhigen Bereichen des Rathauses zum Betrachten, Kommunizieren und Meditieren ein.

Die Künstlerin verwendet religiöse Symbole, wobei es sich immer um die weibliche und weiche, blumige Art drehe, wie sie erläutert: „Empfindsam durch die Welt gehen und bewundert werden, wie der Weg der Blumen, die Richtung Licht wachsen und das Schöne in der Welt suchen.“

Derzeit geht es ihr weniger um die „innere Welt“

Hat Gall vorher viel mit Acryl gemalt und Gefühle verarbeitet, so müsse jetzt das aus ihr raus, was gesehen werde und sich nicht auf die innere Welt beziehe. Insofern ist es ihre Art, mit der Welt zu kommunizieren, weshalb für sie auch die Studiengänge Kunst und Architektur zusammengehören. Im Fluss bleiben, ohne Unterbrechungen und Ankommen bei sich selber aus dem Herzen heraus, quasi den Lebensfluss weitergeben durch das Image, also mit dem Bild – so erklärt sie ihre Kunst.

Im zweiten Obergeschoss zeigt die Künstlerin in einer Reihe kleinerer Bilder zum Thema „Das Weibliche und die Liebe“ in ihrer Malerei auch die Verbindung zu Tieren, wie der Katze und dem Vogel. Der Weg von und zur Seele sowie zurück wird ebenso dargestellt.

Natalija Gall lädt auch zu persönlichen oder Gruppenführungen ein. Sie freue sich darauf, über die Geschichte ihrer Kunst und die gezeigten Gemälde zu berichten. Termine können angefragt werden per E-Mail an gall.natalia@yahoo.de.