Es sind herausfordernde Zeiten für die Crew im Bad Dürrheimer Rathaus – und das nicht nur, weil Mitarbeiter stets gesuchte Leute sind, sondern auch, weil die Flüchtlingssituation eine Herkulesaufgabe in mehrfacher Hinsicht ist.
Als „Motor der Stadt“ bezeichnete Bürgermeister Jonathan Berggötz die Mitarbeiter der Verwaltung.
„Wenn dort nicht motiviert, effizient und qualifiziert gearbeitet wird, können wir im Gemeinderat politisch für die Zukunft entscheiden, wie wir wollen – wir kommen nicht voran“, hob er hervor. Doch das zu gewährleisten, ist gar nicht so einfach, wenn die Rahmenbedingungen, wie aktuell, schwierig sind.
Raumsituation unerträglich
Um motivierte Mitarbeiter zu haben, würden gute Arbeitsbedingungen benötigt, wozu auch der Arbeitsplatz gehöre. Bekanntlich sei die Arbeitssituation im linken Teil des Rathauses im Laufe dieses Jahres so unerträglich geworden, dass die dort angesiedelten Mitarbeiter in das angemietete Objekt Luisenstraße 10 umziehen müssen.
400 Bewerbungen gehen ein
Wichtig sei es, dass in jeder Gemeinderatsitzung den Anwesenden ein tiefer Einblick in die Themen gegeben werde, die von der Verwaltung bearbeitet werden.
Über die derzeitige Personalsituation berichtete Sandra Feria Olid, Fachbereichsleiterin Personal und Organisation. Seit 2010 habe es im Personalwesen mit 85 Mitarbeitern einen starken Zuwachs gegeben. Insgesamt sind dort 274 Personen beschäftigt. 13 Beamte, 14 Auszubildende, sechs Ehrenamtliche, 241 sind Tarifangestellte.
Im Zeitraum von Oktober 2023 bis September 2024 seien 400 Bewerbungen eingereicht worden, in diesem Jahr seien 40 Stellenangebote ausgeschrieben worden. Dazu seien 94 Bewerbungsgespräche geführt worden, jeweils von 45 Minuten, insgesamt ein Zeitaufwand von 72,5 Stunden. 49 Prozent der Mitarbeiter seien im Alter von 31 bis 50 Jahren, 67 davon weiblich.
Migration fordert zusätzlich
Die Flüchtlingssituation war ein weiteres Thema der Haushaltsrede des Bürgermeisters. Seit vielen Jahren zeige sich Bad Dürrheim diesbezüglich solidarisch und übernehme Verantwortung.
Die Situation sei aber auch eine enorme Belastung für die Mitarbeitenden der Verwaltung nicht nur im Bereich Soziales. Das Gesamtdefizit alleine im Haushalt betrage für Unterkunft und Personal etwa 400 000 Euro. Nicht im Haushalt befinde sich die kommende Gemeinschaftsunterkunft in der Schwenninger Straße, für das Gebäude und die Betreuung der Flüchtlinge sei der Landkreis zuständig.