Das Bad Dürrheimer Rathaus sucht in herausfordernden Zeiten den engen Dialog mit den Bürgern der Stadt.
Das Haus des Bürgers wurde seiner Namensbezeichnung bei der von der Stadtverwaltung initiierten Bürgeraustausch-Versammlung voll gerecht. Bürger der Stadt nutzten die gut besuchte Veranstaltung im Siedersaal, um sich aus erster Hand vom Bürgermeister den aktuellen Ist-Zustand der Stadt, verbunden vor allem auch mit der engen Finanzsituation, erläutern zu lassen.
Dem Rathauschef war es wichtig, über die Gesamtsituation der Stadt zu informieren – mit Zahlen und Fakten. Berggötz vermutet, dass in Bad Dürrheim nicht alle Bürger über die kommunalen Sachverhalte komplett Bescheid wüssten und somit ein unterschiedlicher Informationsstand bestehen würde.
Berggötz ist der Meinung, dass für das funktionierende Stadtleben die Stadtverwaltung, Gemeinderat sowie die Kur und Bäder sehr viel leisten würden, gestand allerdings ein: „Das müssen wir besser rüberbringen.“
Neue Homepage
Die „Relaunch“ des städtischen Internetauftritts soll dabei helfen und die Kommunikation mit der Bürgerschaft verbessern. Diese soll mit einem so genannten Chatbot (Dialog im Computersystem) die Möglichkeit geben, der Verwaltung aufzuzeigen, „was den Bürgern wichtig ist“. Beim Internetauftritt sind die Stadt und die KuBä mittlerweile vereint.
In der Weiterreichung von kommunalen Informationen werden verschiedene Informationskanäle als wichtig angesehen, freute sich der Schultes bei einem spontanen Saalvotum. Die Tageszeitung ist weiterhin von hoher Bedeutung. Mittlerweile hätten neben der Homepage auch Facebook und Instagram einen hohen Zulauf.
Zur Situation der Geflüchteten in Bad Dürrheim wurden Zahlen genannt. Insgesamt sind 179 Flüchtlinge in städtischen Einrichtungen (auch angemietet) untergebracht. Derzeit leben in der vom Landkreis betriebenen Unterkunft in der Schwenninger Straße 19 Menschen.
Das Container-Ensemble in der Schwenninger Straße ist für 100 Personen gebaut, dessen komplette Nutzung in der ersten Zeit nach Errichtung auch so erfolgte. Mittlerweile gehen die Zahlen zurück, doch mit Blick auf die Krisenherde dieser Welt ist unklar, wie die weitere Entwicklung aussieht.
Unterschiedliche Themen
Über eine Stunde hinweg hatte Berggötz zur Situation der Stadt kompetent informiert, bevor Bürger die demokratische Teilhabe nutzten, um auf teilweise private Problemstellungen aufmerksam zu machen.
Die neue Grundsteuerordnung, die nach Bürgermeister-Aussage nur eine verbesserte Struktur und keine vergrößerten Einnahmen generieren soll, schmerzt einen Immobilienbesitzer.
Eine Erhöhung von 20 Prozent sei noch in Ordnung, dann aber mit einer Quasi-Verdoppelung nicht in Ordnung. Auch die geplante Parkplatzausweisung zur städtischen Geldeinnahme macht Ärger. Anlieger befürchten Nachteile. Mit viel Empathie versuchte Bürgermeister Berggötz dies zu widerlegen. Es gab die Möglichkeit, Anliegen auf postkartengroße Zettel zu schreiben, am liebsten mit Absender.