Im Haus des Gastes, im Eigentum der Kur und Bäder GmbH, gibt es im Ober- und Dachgeschoss noch einiges an ungenutzten Platzreserven. Es müsste allerdings saniert werden. Foto: Reutter

Die Stadtverwaltung wie auch die Kur und Bäder GmbH platzt räumlich aus allen Nähten, auf der einen Seite muss eine kurzfristige Lösung her, aber auch eine langfristige, um Gebäude zu erhalten und optimal zu Nutzen. Der Fokus liegt auf dem Haus des Bürgers und auf dem Anbau am Rathaus I.

Bad Dürrheim - Die Thematik ist komplex und beschäftigt die Verwaltung nicht erst seit gestern, doch im Zuge des Förderprogramms Stadtsanierung nun intensiv. Es stehen mehrere Fragen im Raum: Wie hoch ist der mittel- und langfristige Raumbedarf der Verwaltung? Welche Anforderungen haben bestimmte Abteilungen, beispielsweise bezüglich Kundenverkehr? Wie sieht es mit der Barrierefreiheit aus? Kann der Anbau am Rathaus I saniert werden oder ist es besser, diesen abzureißen und neu zu bauen? Wie kann das Ober- und Dachgeschoss im Haus des Bürgers saniert und für die Verwaltung oder für die Kur und Bäder GmbH genutzt werden? Benötigt man bei einem Ausbau im Haus des Bürgers das Dachgeschoss im Rathaus II? Was kostet wie viel und dauert wie lange in der Umsetzung? Eine komplizierte Gemengelage mit vielen Schnittmengen.

 

Verhandlung mit Kirchengemeinde weit fortgeschritten

Bereits weit fortgeschritten sind die Verhandlungen mit der evangelischen Kirche bezüglich der Adresse Johanniterweg 13a und 13b. Eingestellt sind im Haushalt des kommenden Jahres 150 000 Euro, es wird jedoch mehr kosten, die Kirche ist nur an Erbpacht oder Verkauf interessiert. In diesen Räumlichkeiten sind bis zu zehn Arbeitsplätze unterzubringen.

Laut Alexander Stengelin, Fachbereichsleiter Strategische Entwicklung und Kommunikation, sollte es eine geschlossene Abteilung sein. Zwei würden wohl in Frage kommen. Diese Adresse ist das Ergebnis von rund einem Duzend Besichtigungen und Prüfungen verschiedener Objekte vom Ladengeschäft über Wohnungen bis zu Hotelräumen.

Die optimale Lösung gesucht

Untersucht werden soll im ersten Quartal 2022, ob eine Sanierung des Anbaus am Rathaus I sich lohnt, oder ob man diesen besser abreißt und neu baut. Im Moment sind dort der Bürgerservice und ein Teil der Kur und Bäder untergebracht. Für die Stadtverwaltung würden elf Arbeitsplätze entstehen – die Kur und Bäder würde jedoch neue Räume benötigen. Für die Erstellung des Sanierungsplans und dessen Umsetzung rechnet man 24 Monate ein. Die Alternative. also ein Abriss mit Neubau, müsste noch geprüft werden, würde über das Sanierungsprogramm jedoch geringer gefördert.

Obergeschosse im Haus des Gastes im Fokus

Für die städtische Tochtergesellschaft Kur und Bäder kommt somit das Haus des Gastes ins Spiel, das in deren Eigentum ist. Noch ist nicht ausdiskutiert, ob deren Mitarbeiter oder eventuell auch städtisch Mitarbeiter im historischen Siedehaus II im Ober- und Dachgeschoss unterkommen. Fakt ist jedoch: dort gibt es ein großes Platzangebot, das man gerne nutzbar machen würde. Es gibt bereits ein vor Jahren ausgearbeitetes Konzept des Architekten Dieter Merz, allerdings haben sich verschiedene Dinge weiterentwickelt. Für Planung, Genehmigung und Umsetzung rechnet die Stadtverwaltung rund 36 Monate ein.

Obergeschoss Rathaus II

Würde die Lösung mit dem Haus des Gastes zum Tragen kommen, würde man einen Ausbau im Dachgeschoss Rathaus II eher nicht benötigen. Hier gäbe es umfangreiche Planungsarbeiten im Vorfeld, wie die Anfrage beim Denkmalamt, die Schadstoffüberprüfung, Brandschutz und Gebäudetechnik. Und am Schluss stünde der komplette Dachausbau mit energetischer Optimierung an. Von der Planung bis zur Umsetzung rechnet man 13 Monate ein, führt Stengelin in der Sitzung aus. Es würden sechs bis acht Arbeitsplätze entstehen.

Flexiblere Arbeitnehmer

Was die Arbeitsplätze angeht, so müssen sich die Mitarbeiter wohl künftig auch flexibel zeigen. Es geht um die gemeinsame Nutzung eines physischen Arbeitsplatzes bis hin zum Homeoffice. Letzteres sei jedoch nur eingeschränkt möglich, da die Digitalisierung der Akten es noch nicht zulassen. Im April sollen die Nutzungskonzeptionen und der Zustandsbericht des Anbaus Rathaus I wieder in den Gemeinderat kommen oder in den Verwaltungsausschuss kommen.