Trockenbau, Verputz und Stahlbauarbeiten prägen die nächsten Bauabschnitte beim Fischerbacher Rathaus. Ziel ist es, die Fassade zügig fertigzustellen.
Es hat sich etwas getan auf der Großbaustelle Rathaus Fischerbach. Davon überzeugten sich die Gemeinderäte und ein interessierter Bürger zu Beginn der öffentlichen Sitzung. Architekt Martin Hättich vom Büro Hättich und Faber ging von oben nach unten vor.
Im Sitzungsraum unter dem Dach empfing die Besucher eine wohlige Wärme, die Heizung funktioniert also. „Das wird ein wunderschöner Raum“, schwärmte der Architekt, denn das alte Holz habe seinen eigenen Charme. Bürgermeister Thomas Schneider erläuterte, dass ein Angebot für eine andere Lautsprecheranlage als vorgesehen noch ausstehe, die mit Funk arbeite. Er hoffe, das zur kommenden Sitzung zur Abstimmung vorlegen zu können.
Mit Trockenbau sollen die Arbeiten Fahrt aufnehmen
Im gesamten Gebäude werden jetzt die Trockenbauarbeiten beginnen. „Da geht dann richtig was, und es wird bald ganz anders aussehen“, blickte Hättich voraus. Immer wieder blieb er an Stellen hängen und erläuterte, wo der Denkmalschutz Vorgaben gebe, die kurios seien.
Inzwischen sind die großen Glaselemente eingebaut, die beispielsweise am Eingang und als Übergang ins Treppenhaus von Nutzen sind. Fluchttreppe, Vertäfelungen, Türzargen, Verputzarbeiten und die mehrschichtige Decke im Bürgermeisterzimmer sind nur ein kleiner Auszug der anstehenden Arbeiten der nächsten Zeit. Ein großes Ziel sei zudem, dass das Gerüst rund um das Gebäude bald wegkomme.
Laut Bürgermeister habe das Verputzen vor dem Winter nicht mehr geklappt. Sobald als möglich soll drangegangen werden, nach zwei weiteren Wochen könne gestrichen werden. Das Denkmalamt fordert, dass der Schriftzug aus Gold über dem Haupteingang nicht vom Maler, sondern einem Restaurator gerichtet werden soll. Dort soll Ursula Fuggis für den Angebotspreis von 1475 Euro zum Einsatz kommen.
Im Schulungsraum der Feuerwehr ging es dann um die Kostenfortschreibung der großen Baumaßnahme. Nicole Maurer-Wölfle von Hättich und Faber stellte die Zahlen vor. Im Juli 2025 wurde zuletzt darüber informiert. Einige Nachträge wurden aufgeführt, die an anderer Stelle wieder entfallen würden, darunter fallen beispielsweise Kosten für die Änderung der Zutrittskontrolle. Die mechanische Kontrolle, die gestrichen wurde, hätte knapp 9000 Euro gekostet, nun würden es mit der besseren Variante 40 000 Euro sein. Andere Nachträge seien erst in der Bauphase entstanden, so musste für das neue Dach eine Summe von 205 000 Euro in die Hand genommen werden.
Kosten können bis auf 5,33 Millionen Euro steigen
Da die Gewerke inzwischen so gut wie vergeben sind, liegen die Kosten nach heutigem Stand bei rund 5,12 Millionen Euro. Angesetzt waren ursprünglich rund 4,73 Millionen Euro. Der Zuschlag in Höhe von rund 210 000 Euro, der für unvorhergesehene Maßnahmen bereitgestellt ist, soll weitergeführt werden, entschieden die Räte. Maurer-Wölfle kam somit auf einen Betrag von rund 5,33 Millionen Euro. „Es gibt einen Zeitpunkt, an dem der Zuschlag rausmuss“, meinte sie.
Hättich zeigte sich äußerst zufrieden, die Planzahlen seien von 2021, und es sei schließlich alles teurer geworden. „Wir sitzen gut im Sattel“, war sein Kommentar dazu. Der Gemeinderat nahm den Sachstandsbericht sowie die Kostenfortschreibung zur Kenntnis und genehmigte die Nachträge.
Schließlich wurde noch ein Auftrag für Stahlbauarbeiten zum Angebotspreis von 19 078 Euro brutto an die Firma Schmieder Metallgestaltung aus Wolfach vergeben. Es lagen vier vollständige Angebote vor. Dabei geht es vor allem um die Erhöhung des historischen Treppengeländers. Der Bürgermeister bezeichnete das als „Beleidigung fürs Auge“, denn die Stahlkonstruktion sei von 1905. Das Denkmalamt forderte den Erhalt. Trotzdem muss die Brüstung erhöht werden – eine von vielen Lösungen im Rathaus, die nicht zufriedenstellend für alle Seiten gelöst werden konnten und dem Architekten nach eigenen Worten schlaflose Nächte bereitet hätten.