Auf dem Gelände des bestehenden maroden Hartplatzes soll 2025 ein Kunstrasenplatz entstehen. (Archivfoto) Foto: Albert Bantle

Einstimmig beschloss der Niedereschacher Gemeinderat in seiner Sitzung, dass die Gemeinde dem Sportverein Niedereschach (SVN) zur Realisierung seines geplanten Kunstrasenprojekts ein zinsloses Darlehen in Höhe von 50 000 Euro gewährt.

Die Details werden in einem Darlehensvertrag geregelt, die Rückzahlung erfolgt in 20 Jahresraten.

 

Da der SVN zur Finanzierung seines Großprojektes noch weitere Darlehen in Anspruch nehmen muss, zeigte sich das Gremium auch damit einverstanden, den Darlehenszeitraum, statt der zunächst vorgesehen zehn Jahre, auf 20 Jahre zu verlängern, nachdem der Vorsitzende des SVN, Tobias Ganter, darum gebeten hatte.

Viele Gespräche geführt

Bürgermeister Martin Ragg verwies vor der Abstimmung auf zahlreiche Gespräche, die mit dem SVN geführt wurden und bei denen geklärt wurde, was die Gemeinde leisten kann.

Nach dem Vorbild beim Bau des Kunstrasens des FC Kappel vor etlichen Jahren habe man nun eine Lösung gefunden, bei der „alles zusammenpasst“.

Rechnungsamtsleiterin Melanie Cziep erläuterte die Vor-und Nachteile und die Auswirkungen auf die Gemeinde. So müsse die Gemeinde mit Blick auf das Darlehen auch den Zinsverlust verbuchen, der bei zehn Jahren Darlehensdauer bei rund 7000 Euro und bei 20 Jahren rund 14 000 Euro liege. Für den SVN liege die monatliche Tilgungsrate bei der 20-jährigen Laufzeit bei 208 Euro.

Bau soll 2025 realisiert werden

Klar sei, dass der SVN den Bau des Kunstrasenplatzes 2025 realisieren wolle. Die Gesamtsumme des Vorhabens belaufe sich laut einer Pressemitteilung vom Mai 2024 auf 415 000 Euro. Aufgrund des großen finanziellen Engagements des Vereins, das Kunstrasenprojekt zu verwirklichen, sowie der vorbildlichen Jugendarbeit, schlage die Verwaltung daher dem Gemeinderat eine Unterstützung in der Weise vor, dass die Gemeinde dem SV Niedereschach ein zinsloses Darlehen mit überschaubaren Rückzahlungskonditionen gewährt. Die notwendige Genehmigung der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht zur Vergabe des geplanten Darlehens liege vor.

Cziep wies zudem vorsorglich darauf hin, dass bei dem geplanten Darlehensvertrag keinerlei Sicherheiten bezüglich eines Zahlungsausfalls seitens des Darlehensnehmers enthalten sind. „Dies bedeutet, dass bei einem Zahlungsausfall der Tilgungsleistungen die rechtlichen Möglichkeiten der Gemeinde sehr eingeschränkt sind“.

Die Diskussion

Gemeinderat Rüdiger Krachenfels plädierte dafür, als „Zeichen des guten Willens“, das Darlehen und auch die gewünschte 20-jährige Dauer zu bewilligen. Sein Ratskollege Michael Asal sah es ebenso und ist überzeugt, „dass ein gewisses Entgegenkommen der Gemeinde gut ankäme“. Markus Dietrich betonte, dass auch er dafür sei, das Darlehen zu gewähren, gab jedoch mit Blick auf die Inflation zu Bedenken, dass sich das in 20 Jahren durchaus negativ auf die Gemeindefinanzen auswirke.

Auch Regina Rist und Elisabeth Beck-Nielsen betonten, dass sie für die Gewährung des Darlehens sind. Nach der einstimmig erfolgten Zustimmung nannte der Bürgermeister den Beschluss „ein starkes Zeichen der Gemeinde in diesen Zeiten“.