Architekt Fritz Wöhrle präsentierte Bürgermeister Marc Winzer (Dritter von links) und dem Gemeinderat, wie das Gebäude nach der Sanierung aussehen soll. Foto: Kern

Bis zum Jahresende sollen die Arbeiten zur Sanierung des denkmalgeschützten Stadthauses in der Werderstraße 17 in Hornberg abgeschlossen sein. Das ist der aktuelle Stand.

„Das Gerüst steht noch, weil das Wetter in den vergangenen Monaten etwas verrückt gespielt hat und nicht so gearbeitet werden konnte, wie geplant,“ berichtete Architekt Fritz Wöhrle am Mittwoch vor Ort. Merkliche Mehrkosten verursache die fachgerechte Ausbesserung der sichtbaren Risse an der Fassade. Vor allem am Sockel seien sämtliche Fugen mangelhaft. Nach Einschätzung des Architekten werden sich die zusätzlichen Kosten für die Sandsteinarbeiten im Bereich zwischen 15.000 Euro und 17.000 Euro bewegen.

 

Der Putz darf laut Wöhrle aus Gründen des Denkmalschutzes nicht abgeschlagen werden. Stattdessen werden die Risse aufgeweitet und entsprechend den Vorgaben des Denkmalamtes ausgebessert.

Beim Rundgang durch das Gebäude erklärte Wöhrle die bisherigen Maßnahmen und was demnächst ansteht. In früheren Jahren habe es aufgrund des undichten Dachs Wasserschäden gegeben und Balken seien gefault. „Nächsten Mittwoch ist ein Treffen mit dem Bauphysiker angesetzt,“ kündigte Wöhrle an.

Eine herausfordernde, jedoch in gleichem Maße interessante Aufgabe sei die Verlegung und Installation der Leitungen. Weil in dem historischen Gebäude bei der Sanierung keine Schlitze in den Wänden erlaubt sind, erfolgt alternativ die Leitungsführung durch Sockelleisten-Kanäle. Aufgrund der nachfolgenden Arbeiten wurden diese mittels Leerrohren verlegt. „Die Nebenkosten jeder Wohnung werden separat abgerechnet werden können,“ erklärte Wöhrle.

Türen und Fensterläden werden unter Aspekt des Denkmalschutz aufbereitet

Weiterhin müsse die historische Dachkonstruktion erhalten bleiben. So verläuft eine Balkenstrebe vor dem Dachgaubenfenster, was dem Raum einen eigenen Charme verleiht. „Im ersten Obergeschoss fahren wir mit Heizkörper und dafür werden im Erdgeschoss ringsum Leitungen zu verlegen sein,“ so der Architekt. Auch die historischen Türen und Fensterläden werden unter dem Aspekt des Denkmalschutzes aufbereitet.

Foto: Kern

„Was hier in Stapeln aufgeschichtet liegt, ist kein Abfall, sondern wird aufbereitet und wieder verbaut,“ merkte Bürgermeister Marc Winzer an. In den Räumen des DRK (siehe Info) ist für den Boden ein Vinylbelag in Holzoptik vorgesehen, während im Obergeschoss die Holzdielenböden hergerichtet und neu geölt werden. Des Weiteren stellte Wöhrle verschiedene Versionen der geplanten Sanitärobjekte für das Gebäude vor.

Insgesamt sei die Baumaßnahme im Zeitplan. Die Kosten beziffern sich aktuell auf etwa 1,7 Millionen Euro, wie der Architekt auf Nachfrage aus dem Rat sagte. Auch hinsichtlich der künftig benötigten Stellplätze für Fahrzeuge sei eine Lösung gefunden worden, wie Winzer erklärte. Die Anlage von zwei zusätzlichen Stellplätzen sei in Planung.

Die Planung

In dem denkmalgeschützten Gebäude in der Werderstraße 17 in Hornberg sollen insgesamt sechs Wohnungen entstehen. Im ersten Obergeschoss und im Dachgeschoss sind je drei Wohnungen in unterschiedlicher Größe vorgesehen. Nach der Modernisierung des Gebäudes werden die Schwarzwälder Pilzlehrschau und der DRK-Ortsverein wieder ins Erdgeschoss einziehen. Diese haben für die Übergangszeit Ausweichquartiere gefunden.