Die Arbeit an der B33 reißt nicht ab - besonders ärgerlich: Viel Aufwand verursachen Müllsünder und Vandalen. Foto: Cornelia Spitz

Gedacht sind die Parkplätze entlang der Bundesstraßen für Rastende. Aufgesucht werden sie aber immer öfter von Vandalen und Müllsündern.

Immer wieder montags das gleiche Bild: Müllsäcke türmen sich vor den Mülleimern, das Dixie-Klo liegt am Boden, der Parkplatz ist übersät von Müll.

 

Seit Jahren schon versucht man, die Lage in den Griff zu bekommen.

Was man im Landratsamt über die Situation denkt und welche weiteren Schritte man womöglich erwägt, darüber sprachen wir mit der Pressesprecherin Heike Frank.

Was Autofahrer hier antreffen

Es ist einer dieser Montage: Der Parkplatz zwischen Villingen und Bad Dürrheim an der Bundesstraße 33 war – wieder einmal – das Ziel von Müllsündern. An diesem Wochenende liegen Autoreifen dort, kurz zuvor waren es Matratzen gewesen – ganz zu schweigen von den vielen Müllbeuteln, die regelmäßig dort landen.

Auch im Landratsamt beobachtet man an dem Parkplatz eine Zunahme von Müll. „Ja, die Kollegen der Straßenmeisterei Villingen-Furtwangen beobachten schon seit einer längeren Zeit, dass der Müll auf den Parkplätzen an der B 33 zunimmt“, bestätigt Heike Frank. „Das betrifft sämtliche Parkplätze an der B 33 von Triberg bis Bad Dürrheim.“ Auch am Parkplatz zwischen St. Georgen und Peterzell sei das „leider“ festzustellen. Und damit nicht genug: Auch andere Parkplätze an Landes- und Kreisstraßen sind betroffen.

Die Müllmenge ist immens: Pro Woche, so Heike Frank, fallen zirka 2,5 Tonnen Müll an den Parkplätzen an. Bereits 2022 bezifferte Silke Lanninger vom Landratsamt das jährliche Müllaufkommen dort mit 130 Tonnen.

Müllsünder nicht das einzige Problem

Besonders dreist: Manche Vandalen begnügen sich nicht rein mit dem Hinterlassen von Müll und Unrat, sie langen auch noch besonders deftig zu und werfen die Dixie-Toilette um. Wie wertvoll aber gerade diese sind, stellen jene fest, die hier arbeiten: Traten die Mitarbeiter der Straßenmeisterei vor dem Aufstellen dieser portablen Kunststoff-Toilettenhäuschen bis dahin beim Rasenmähen regelmäßig in Tretminen von Hund oder Herrchen, erwies sich die Lage bei der Grünstreifen-Pflege seither als wesentlich angenehmer. Endlich hatten Rastende hier einen Ort, wo sie ihre Notdurft verrichten konnten, und war der Slalomlauf mit dem Rasenmäher zu Ende. Doch: zu früh gefreut, jetzt werden die Toiletten immer häufiger umgeworfen.

Heike Frank bestätigt auch das – „wenn unsere Streckenfahrer zu zweit beim Mülldienst unterwegs sind, werden die Dixies wieder aufgestellt“. Die umgeworfenen Toilettenhäuschen sind eine Riesensauerei – neben den Chemikalien, die sich am Grund der Kloschüsseln befinden, läuft dadurch auch der Inhalt, also die Fäkalien der Benutzer, aus. Zweimal pro Woche werden die Dixie-Klos üblicherweise turnusmäßig gereinigt. Nach einem Umwurf werden sie in der Regel nicht austauscht, aber gereinigt – der Mehraufwand ist beträchtlich, die Arbeit entsprechend unappetitlich.

Möglichkeiten sind stark eingeschränkt

Doch welche Möglichkeit bleibt der Kreisverwaltung nun, das Problem in den Griff zu bekommen? Wäre eine Kameraüberwachung, eventuell über Wildtierkameras, möglich und damit auch als effizientes Mittel in der Verfolgung von Müllsündern denkbar?

Ein stilles Örtchen an der B33 kurz vor Villingen, von Bad Dürrheim aus kommend. Häufig trifft man dieses jedoch nicht so ordentlich aufgestellt, sondern von Vandalen einfach umgeschmissen an. Foto: Cornelia Spitz

Heike Frank verneint: „Eine Überwachung mit Kameras ist aus datenschutzrechtlichen Gründen nicht möglich.“ Eine andere Möglichkeit sei es, gegebenenfalls eine Sicherheitsfirma damit zu beauftragen, den Parkplatz am Wochenende zu überwachen.

Die Kosten wären mutmaßlich immens, das Kosten-Nutzen-Verhältnis damit fraglich.

Gegen die Umwürfe der Toilettenhäuschen könnte eine Verankerung im Boden helfen, so dass das Umkippen der Dixies gar nicht oder nur unter erschwerten Bedingungen möglich ist. Gehen will die Kreisverwaltung diesen Weg jedoch aus gutem Grund nicht: „Beim Andübeln der Dixie-Klos wäre der Vandalismus noch größer. Der Austausch der Kabinen wäre sehr aufwendig“, erläutert die Pressesprecherin.