Tempo 30 in den Ortsteilen von Königsfeld wird abgelehnt. (Symbolfoto) Foto: nmann77-stock.adobe

Bei der Vorstellung der Ergebnisse der jüngsten Verkehrsschau im Gemeinderats-Ausschuss für Umwelt, Technik, Wirtschaft und Verkehr entspann sich eine Diskussion um einen Lärmaktionsplan als letzte Möglichkeit für Geschwindigkeitsbegrenzungen.

An der Kreisstraße im Bereich Litzelbronn gibt es eine Lücke in der Radwegeführung, weshalb Nutzer etwa 250 Meter auf der Kreisstraße fahren und diese dann queren müssen. Wegen des Gefahrenpotenzials soll hier ein Radweg entstehen.

 

Für das Baugebiet Winterberg in Burgberg wurde eine Tempo-30-Zone beschlossen. Unnötig ist nach Ansicht der Experten die Ausweisung von Halteverboten im Hutzelweg in Burgberg und im Klosterweg in Neuhausen, da dort wegen zu geringer Straßenbreite ohnehin ein gesetzliches Halteverbot besteht.

Für die Lindenstraße in Königsfeld wurde ein Parkkonzept mit Parktaschen entwickelt, um Auseinandersetzungen zur Zulässigkeit des Parkens zu beenden.

Nur Autos auf dem Rathausparkplatz

Auf dem Rathausparkplatz und andernorts im Kernort stehen regelmäßig Wohnmobile. Die Gemeinde will deshalb nach und nach „Nur PKW“-Schilder aufstellen.

Bei Umlaufsperren an Fußgängerüberwegen, die für Lastenräder oder Fahrradanhänger zu eng stehen, will man die hinteren Sperren kürzen.

In Neuhausen soll im Bereich Gewerbe-, Wiesenstraße eine Tempo-30-Zone entstehen. Zum wiederholten Mal abgelehnt wurde Tempo-30 in den Ortsteilen.

Nur auf kommunalen Straßen möglich

Laut Link kann die Gemeinde das nur auf kommunalen Straßen anordnen, nicht aber auf Kreis- oder Landesstraßen. Letzte Möglichkeit ist deshalb ein Lärmaktionsplan für etwa 14 000 Euro.

Dabei würden über 24 Stunden hinweg Fahrzeug- und Lärmbelastungen gemessen. Man müsse den berechtigten Wunsch von Eltern ernstnehmen, da es teils drastische Geschwindigkeitsüberschreitungen gebe, dürfe sich aber nicht zu viel versprechen, da die Lärmgrenzen gewisse Fahrzeugfrequenzen voraussetzen, so Link.

Er sieht die Ergebnisse „ernüchternd“

Für den Aktionsplan plädierte Heinz Kammerer, Ortsvorsteher von Weiler, der die Ergebnisse der Verkehrsschau „ernüchternd“ nannte. Beate Meier fragte nach Kosten eines Blitzers. Die Gemeinde habe keine Kompetenz zur Überwachung des fließenden Verkehrs, so Link. Wegen geringer Verkehrsflüsse sehe er keine Chance für einen stationären Blitzer und die mobilen des Kreises reichten nicht für eine ständige Überwachung aus.

Genaue Zahlen zur Verkehrsbelastung gebe es nicht, so Link auf Nachfrage von Sigrid Fiehn. In Königsfeld habe sich die Situation dank des Blitzers signifikant verbessert. Ohne Überwachung sei die Akzeptanz gering, allerdings führe man bei Tempo-30 vielleicht nur noch 50 statt 60 oder 70. Freddy Staiger bezweifelte die Sinnhaftigkeit der Ausgabe. „Die 14 000 Euro tun weh“, so Matthias Weisser, zumal benötigte Verkehrszahlen wohl nirgends erreicht würden. Um aber das „ewige Thema“ zu beenden, plädierte er für den Aktionsplan. Ähnlich sah es Bernd Möller, der dagegen war, überall Tempo 30 zu haben. Anders bekomme man das Thema aber nicht vom Tisch.

Trotz dieser Argumente fand der Lärmaktionsplan keine Mehrheit und wurde damit abgelehnt.