In dieser Woche wird verstärkt das Tempo kontrolliert (Symbolfoto). Foto: © Klaus Eppele - stock.adobe.com

Pünktlich zu den Sommerferien wird nicht zuletzt im Kreis Calw wieder kräftig geblitzt. Doch die Polizei sorgt auch anderweitig für sicheren Straßenverkehr.

Fahren mit überhöhter Geschwindigkeit ist kein Kavaliersdelikt. Sondern laut der Verkehrsunfallbilanz 2024 des Innenministeriums Baden-Württemberg die häufigste Unfallursache bei tödlichen Verkehrsunfällen.

 

Um nicht zuletzt dafür zu sensibilisieren, gibt es die sogenannten „Speedweeks“ – Wochen, in denen verstärkt geblitzt wird. Seit dem 4. und bis zum 10. August wird unter anderem in Baden-Württemberg vermehrt die Geschwindigkeit kontrolliert. Dafür arbeiten neben Einsatzkräften des Polizeipräsidiums Pforzheim auch örtliche Verkehrsbehörden wie zum Bespiel das Landratsamt Calw mit.

Wo wird kontrolliert?

Die Einsatzorte werden unter der Berücksichtigung verschiedenster Kriterien und Erfahrungswerte ausgewählt, teilt das Polizeipräsidium Pforzheim mit. Auf Anfrage unserer Redaktion heißt es, dass dazu hauptsächlich die Unfalllage, die Auffälligkeit des Streckenverlaufs oder eine aktuelle Beschwerdelage zählen. Diese Maßnahmen führen zu einer „gleichermaßen gezielt und flexiblen“ Auswahl der Kontrollörtlichkeiten, so der Sprecher des Präsidiums.

Wie viele Beamte dafür im Einsatz sind, dazu könne vor der Kontrollaktion keine konkrete Aussage getroffen werden – es würden aber auf jeden Fall mehr als üblich sein.

Bis zu zwei Punkte

Geschwindigkeitsübertretungen werden bei bis zu zehn Stundenkilometer mit 30 Euro innerorts und 20 Euro außerorts geahndet – die kleinste Kategorie im Bußgeldkatalog.

Bei einer Übertretung von mehr als 70 Stundenkilometern – die höchste Kategorie im Bußgeldkatalog – müssen Verkehrsteilnehmer mit einer Strafe von 800 Euro innerorts und 700 Euro außerorts, zwei Punkten im Fahreignungsregister und einem Fahrverbot von drei Monaten rechnen.

Bei früheren Kontrollaktionen seien zudem weitere Ordnungswidrigkeiten und Verkehrsstraftaten entdeckt worden, teilt die Polizei Pforzheim unserer Redaktion mit.

Beamte wurden beispielsweise auf eine Ablenkung der Fahrer durch Handys am Steuer aufmerksam. Andere seien mutmaßlich ohne Führerschein, unter dem Einfluss von Alkohol oder anderer berauschender Mittel unterwegs gewesen.

Die „drei E’s“

„Es ist durchaus wahrscheinlich, dass es auch während des jetzigen Speedmarathons zur Gewinnung solcher Verdachtsmomente kommen wird“, so der Polizeisprecher.

Die Polizei arbeitet in der Verkehrssicherheit aber nicht nur mit Geschwindigkeitsmessgeräten, sondern auch mit den „drei E’s“. Dazu zählen „Enforcement“ (Kontrolle/Überwachung), „Education“ (Erziehung/Bildung) und „Engineering“ (planerische/technische Maßnahmen). Neben den Kontrollen und der Geschwindigkeitsüberwachungen ist die Polizei auch in den anderen beiden Gebieten aktiv. Innerhalb der Verkehrsunfallprävention werde im Stadtkreis Pforzheim, Enzkreis und Landkreis Calw für junge Fahrer das Projekt Schutzengel angeboten, bei dem die Referenten unter anderem über die Gefahren von Drogen oder risikoreichem Fahren aufklären. Zudem werde auch an Berufsschulen und Gymnasien Informationsveranstaltungen abgehalten, die zu den Themen Gefahren im Straßenverkehr informieren.

Schutz statt Geldmacherei

Im Bereich des „Engineerings“ erfasst die Polizei statistisch alle Verkehrsunfälle und wertet diese aus, um Unfallschwerpunkte zu ermitteln.

Folgend wird mit Straßenverkehrsbehörden und Straßenbaulastträgern zusammengearbeitet, um die Verkehrslage zu verbessern, etwa durch Anordnung einer Geschwindigkeitsreduzierung oder baulicher Maßnahmen.

In Bezug auf den Vorwurf, es würde bei den Kontrollaktionen nur um die Einnahmen gehen, verweist der Sprecher auf die Kontrolle und Überwachung der Straßen als „wichtiger Bestandteil der Verkehrssicherheitsarbeit“.

Aus diesem Grund konzentriert sich die Polizei grundsätzlich auf Außerortsstrecken, auf denen potenziell schneller gefahren wird als erlaubt oder sich bereits Geschwindigkeitsunfälle ereignet haben.