Die Rangendinger Störche hatten ganz schön viel Aufregung: Zwei Störche überflogen das Nest aus Richtung Weilheim – lautes Klappern, verängstigte Jungtiere. Was geschen ist.
Herbert Hurm aus Weildorf, Naturschutzwart beim NABU, beobachtet die Rangendinger Storchenfamilie. Er schrieb unserer Redaktion: „Kürzlich fotografierte ich ein Storchenpaar auf einer Wiese nahe Weildorf bei der Futtersuche, wie sie unermüdlich Nahrung aus dem hohen Gras aufnahmen. Ich hegte schon länger den Verdacht, dass es die Störche aus Rangendingen sein könnten.
Als einer in diese Richtung losflog, folgte ich ihm mit dem Auto. Bis ich ankam, waren die beiden Jungen, die schon beinahe so groß sind wie ihre Eltern, bereits emsig mit Fressen beschäftigt. Also war bereits der Altvogel mit Futter dagewesen und wieder weggeflogen. Danach wurde „gespielt“.
Durch das Teleobjektiv war deutlich ein großer Kunststoffring zu sehen, den das eine Junge hoch hielt und dann dem anderen übergab. Zum Glück versuchten sie nicht, ihn zu verschlucken.
Jungtier breitet Schwingen für Flugübungen aus
Ich konnte auch erkennen, dass ein Teil ihrer Beine weiß gefärbt war. Erwachsene Störche bespritzen, wie man herausgefunden hat, ihre Beine manchmal als Schutz gegen die Hitze mit ihren Ausscheidungen, doch dass die Jungen es auch schon machen war mir neu.
Das ältere Junge entfaltete dann die großen Schwingen und machte Flugübungen. Dabei hob der Wind es immer wieder ein Stück in die Höhe, doch dann hätte eine Böe es beinahe über den Nestrand geschoben. Wie spannend, das beobachten zu können. Aber es kam noch besser.
Störche klappern laut mit den Schnäbeln
Hintereinander erschienen plötzlich beide Altvögel und stellten sich in den Horst, die Jungen dagegen duckten sich weg. Was war jetzt los? Da erschien ein Storchenpaar aus Richtung Weilheim und überflog das Storchennest.
Die Nestinhaber klapperten laut mit den Schnäbeln und reagierten sichtlich gereizt auf den unerwünschten „Besuch“. Nach einer zweiten Runde über das Nest flogen die beiden Störenfriede weiter.
Störche müssen Stress abbauen
Es dauerte aber noch eine ganze Weile, bis sich das Elternpaar beruhigte. Synchron wurden die Schnäbel seitlich angelegt, ins Gefieder gesteckt, die Hälse dann wieder nach oben gereckt. Vermutlich waren es Übersprungshandlungen, um den Stress abzubauen. Auch die Jungen standen jetzt wieder auf.
Nie zuvor hatte ich so eine Szene beobachten und fotografieren können und auch mein Puls musste sich erst beruhigen.“