Auch zur Halbzeit des diesjährigen Rangendinger Kinder- und Jugendferienprogramm ist auf dem Gelände der alten Schule einiges los – und es hat sich ein beeindruckender Wirtschaftskreislauf entwickelt.
„Schaffe, schaffe, Rangel mache“: So in etwa könnte das Fazit am dritten Tag der Rangendinger Ferienspiele lauten. Denn eigentlich stand am Mittwoch im Kinderspieldorf „Rangdengcity“ eine große Olympiade mit vielen sportlichen Disziplinen an, doch diese wurden – anders als das mehrwöchige Vorbild in Paris – bereits kurze Zeit nach dem Startschuss um 9 Uhr abgeschlossen. „Sie wollten alle wieder Geld verdienen“, fasst Ann Katrin Schilling vom Orga-Team leicht amüsiert zusammen: Trotz der Aufteilung in mehrere Gruppen hätten die Kinder die Disziplinen mit hoher Geschwindigkeit abgehakt, um wieder zu ihren verschiedenen Eigengewerbe-Ständen zurück zu können.
Neuer Bürgermeister besucht seine Wähler
Entsprechend rege war auch das Treiben auf dem Gelände der alten Schule: So wurden Nägel in Bretter gehämmert, Schinken-Käse-Toasts gebacken und Glücksräder gedreht. Das freut die neue Verwaltung des Kinderdorfs: Am Dienstag sind der zehnjährige Niklas und die achtjährige Hanna zu den Bürgermeistern von „Rangdengcity“ gewählt worden. Während Niklas von einem großen Gefolge auf einem Dreirad durch die Gegend geschoben wird und als Kinderdorf-Oberhaupt seine Wählerschaft besucht, sind seine gleichrangige Kollegin und die stellvertretenden Bürgermeister Niklas (sieben Jahre) und Paula (zehn) an verschiedenen Ständen aktiv.
Hölzernes Feuer wandert durch das Kinderdorf
Auch sie tragen zum Wirtschaftskreislauf der Kinderspiele bei: Als Staatsgewalt treiben sie – zusammen mit der Kinder-Polizei – die täglichen Standgebühren ein und sorgen dafür, dass die Devisen in der Bank der Nachwuchs-Kommune eingelagert werden. Als besonders erfolgreich beweist sich dabei der am Mittwoch neu eingeführte Milchshake-Stand: Dank der hohen Nachfrage nach Shakes und Schinken-Käse-Toast können die Kids hinter dem Tresen bereits am späten Vormittag zwei volle Schuhschachtel-Kassen mit „Rangel“ präsentieren.
Während im Hintergrund ordentlich Ferienspiel-Währung gescheffelt wird, bleibt das Olympia-Motiv zur Ferienspiel-Halbzeit dennoch präsent: Denn mehrere Freiwillige sorgen dafür, dass neben dem Spielgeld auch eine hölzerne olympische Fackel durch das Kinderdorf zirkuliert.