In Kleingruppen arbeiten die Jugendlichen gemeinsam an konkreten Projekt-Vorschlägen. Foto: Elena Baur

Jugendbeteiligung ist in der Gemeindeordnung verankert. Doch oftmals werden die Meinungen vergessen oder nicht bedacht. Bei einem Jugendforum kamen die Rangendinger Jugendlichen nun zu Wort und das ist, was sie sich wünschen.

Regentropfen fallen auf den Asphalt. Ein leichter Wind geht. Doch mitten in diesem trüben Wetter steht eine Gruppe von 17 Jugendlichen lachend und tratschend vor der Joachim Schäfer Schule. Der Grund: Sie wollen Veränderung in ihrem Heimatort. Dieses Szenario bietet sich nun zum zweiten Mal in der Gemeinde. Im vergangenen Jahr wurde das Jugendforum zur Jugendbeteiligung durch das Jugendhaus eingeführt. Es zeigte, dass es viele interessierte Jugendliche mit Ideen für Veränderungen in Rangendingen gibt. Am vergangenen Freitagnachmittag zeigte sich dieses Bild mit 17 Jugendlichen deutlicher als im vergangenen Jahr, wie Bürgermeister Manfred Haug verriet.

 

Gute Vorschläge werden umgesetzt

„Wir können nicht alles sehen und denken wie ihr. Wenn gute Vorschläge kommen, machen wir auch Sachen, die wir gar nicht sehen“, appelliert er an die Jugendlichen bei seiner Begrüßung und „gab sein Wort darauf“, dass diese Vorschläge dann auch umgesetzt werden. Und an guten Ideen mangelte es an diesem Nachmittag nicht. Von Rollerparkplätzen bis zum Anpflanzen von Bäumen wurde alles bedacht.

Spaziergang durch den Ort Doch bevor die Ideen konkreter und visuell aufgeschrieben wurden, ging es an die frische Luft. Bei einem Spaziergang durch den Ort verschaffte sich die Gruppe unter der Leitung der beiden Leiterinnen des Jugendhauses Jennifer und Ann Katrin Schilling, einen Überblick. An den verschiedenen Stationen Schule, Stausee, Ortsmitte, vorbei an der Kirche zum Sportplatz beantworteten die Jugendlichen jeweils eine Frage digital an ihren Handys.

Umfrage-Ergebnisse

Leben in Rangendingen In der Aula der Joachim Schäfer Schule schauten sie sich die Ergebnisse der verschiedenen Fragen an. So zeigte sich, dass das Leben der Jugendlichen in Rangendingen für sie Familie, Heimat, Erinnerungen und Sicherheit bedeutet. Einer beschrieb es mit den Worten „isch brutal“.

Lieblingsorte Auch bei den Lieblingsorten in der Gemeinde sind sich die Jugendlichen einig. Der Stausee und das Jugendhaus waren die Top-Antworten neben dem Fußballplatz, der Ortsmitte und dem Spielplatz. Somit ist es nicht verwunderlich, dass genau in diesen Bereichen die meisten Ideen aufkamen.

Viele Ideen wurden gesammelt

Stausee Vor allem beim Stausee wurde angeregt diskutiert. Eine Badeinsel, ein Kiosk oder eine Strandbar, ein zweites Volleyballnetz und vor allem ein Rollerparkplatz waren hierbei besonders wichtig. Aber auch eine neue Toilette und Bäume, die im Sommer auf der Wiese Schatten spenden können, wurden angesprochen.

Ortsmitte In der Ortsmitte wünschen sich die Jugendlichen ebenfalls mehr Bäume und Blumen. Gastronomisch kam die Idee einer Eisdiele oder eines Donutladens auf und auch ein Drogerie-Markt und eine Jugendkneipe fehlt ihnen in der Ortsmitte. Ein Open-Air-Kino machte die ganze Ideen-Sammlung komplett.

Konkretere Vorschläge Gemeinsam bewerteten die Jugendlichen an der „Wall of Wish“ oder auch Meckermauer ihre Ideen und legten sich auf folgende drei Themen zur Ausarbeitung fest:

Die erste Gruppe befasste sich mit der Optimierung des Jugendhauses mit zum Beispiel einer Küche, modernerer Einrichtung und überdachten Rollerparkplätzen. Die zweite Gruppe überlegte sich Möglichkeiten zur Realisierung eines Kiosks oder einer Strandbar am Stausee, und die letzte Gruppe arbeitete an einem Konzept für die Ortsmitte und einem Open-Air-Kino.

Projekt wurde einigen Räten vorgestellt

Auf große Plakate wurden die Ideen und konkreten Vorschläge ausgearbeitet und zum Schluss vor Haug und einigen Gemeinderäten vorgetragen. Die größten „Stolpersteine“, also die Herausforderungen, die die Jugendlichen sehen, sind die Finanzierung, Räumlichkeiten und Vandalismus.

Erklärung

Jugendbeteiligung
Die Jugendbeteiligung ist in der Gemeindeordnung in Rangendingen festgelegt. Das bedeutet, dass auch Kinder und Jugendlichen bei Beschlüssen und Entscheidungen mitbestimmen dürfen. Da die Sichtweise der Jugendlichen jedoch oft vergessen und nicht bedacht wird, wurde vom Jugendhaus in Rangendingen das Jugendforum gegründet.