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Rangendingen Vom "Neckermann" zum "Sinnewerk"

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Garantieren ihren Kunden auch während der Bauzeit des neuen Ladengeschäfts die bewährten Verkaufs- und Serviceleistungen im Brillen- und Hörgerätebereich: Jürgen und Simone Haug. Foto: Beiter Foto: Schwarzwälder Bote

Der "Uhramacher" ist in Rangendingen seit Jahrzehnten eine Institution. Jetzt wird das Geschäftsgebäude abgerissen. Für die Kunden gehen der Betrieb und der Service von Optik-Haug allerdings nahtlos weiter. Und Ende des Jahres gibt es einen kompletten Neustart.

Rangendingen. Das alte Ladengeschäft wird derzeit von der Abbruchfirma Ladner aus Rangendingen abgebrochen, um Platz für ein neues, modernes Wohn- und Geschäftsgebäude Platz zu schaffen. Im Untergeschoss war noch bis über den Jahreswechsel das Optik- und Akustikgeschäft Haug zu Hause. Die oberen Stockwerke, die lange als Lager und Wohnung genutzt wurden, standen bereits mehrere Jahre leer.

Die Geschäftsräume sind jetzt während der Bauarbeiten in einen Verkaufscontainer und ins angrenzende Wohnhaus der Familie Haug umgezogen.

Es war Mitte der 1930er-Jahre, als Uhrmachermeister Theodor Haug in seinem Elternhaus in der Hirrlinger Straße seine Werkstatt eröffnete – ein damals durchaus ambitioniertes Unterfangen in einer ländlichen Gemeinde wie Rangendingen. Unterstützt von Haugs Ehefrau Anna entwickelte sich im Laufe der Zeit aus der Uhrmacherwerkstatt rasch ein kleines Ladengeschäft, in dem es so ziemlich alles gab, wonach ein schwäbischer Haushalt verlangte – alles, außer Lebensmitteln.

Anna Haug war zudem Hebamme in Rangendingen. Ihr Ehemann Theodor chauffierte auf ihr Geheiß die werdenden Mütter, aber auch andere Patienten mit dem Auto ins Krankenhaus. Außerdem betrieben die beiden eines der ersten Telefone im Ort. Wer von den Anwohnern aus den Straßen im Umkreis telefonieren musste, ging zum "Uhramacher" – oder wurde von ihm über ein eingehendes Telefonat informiert.

Als der Sohn Bartholomäus Haug als Optikermeister und Uhrmacher mit seiner Ehefrau Johanna in das Geschäft mit einstieg, wurde das Sortiment um den Optiker-Bereich und den Verkauf von Brillen erweitert. Der Kundenwunsch stand bei den Haugs stets ganz oben auf der Prioritätenliste. Was man im Laden oder im Lager nicht vorrätig hatte, brachte am Dienstag "’s Auto", wurde den Kunden versichert – worauf man sich dann aber auch verlassen konnte.

Schreibwaren, Silvesterknaller, Schmuck, Haushaltswaren vom kleinsten Weck-Gummi bis zum größten Suppentopf, Porzellan und Geschenkkarten, Batterien, Fasnetartikel sowie Foto- und Filmbedarf – das schier unüberschaubare Sortiment brachte dem kleinen Ladengeschäft im Ort und in den umliegenden Dörfern bald den liebevollen Beinamen "Der Neckermann von Rangendingen" ein. Beim Schulstart wurde der Laden jedes Mal geradezu gestürmt.

Augenoptikermeister Jürgen Haug erweiterte mit seinem Geschäftseinstieg im Jahr 2000 als Hörgeräteakustikmeister das Sortiment und den Service um diese noch ungewöhnlichen Sparte der medizinischen Hilfsmittel. 2008 übernahm er, unterstützt von seiner Frau Simone, das Geschäft von seinem Vater Bartholomäus.

Neue Räume sollen zum Beginn des Weihnachtsgeschäfts in Betrieb gehen

Der Strukturwandel im ländlichen Einzelhandel brachte trotz oder gerade wegen des Riesenangebotes eine notwendige Konzentration auf das Brillen- und Hörgerätegeschäft sowie den Uhrenverkauf mit kleineren Reparaturen mit sich. Um sich auf diese Kernthemen konzentrieren zu können, wurde das umfassende Sortiment auch im Hinblick auf den anstehenden Neubau eines Ladengeschäfts zurückgefahren. Bleiben wird auch zukünftig der bereits jetzt integrierte Verkauf von Geschenk- und Dekoartikeln.

Für die Stamm- und Neukunden in den beiden wichtigen Geschäftssegmenten Optik und Akustik werde sich auch während der Bauzeit nichts ändern, betont Geschäftsführer Jürgen Haug. Neben seiner Frau Simone, die für den Verkauf und die Beratung zuständig ist, arbeiten auch Optiker- und Akustikmeisterin Jennifer Ungelenke sowie Optikerin Patrizia Schilling im Team mit.

Verkauf, Beratung und Werkstatt der Medizin-Handwerker sind indes nicht im Verkaufs-Container vor dem Wohnhaus, sondern bis zum nächsten Winter im unteren Wohnstock des Hauses einquartiert. Einbußen in Punkto Qualität, Service oder Umfang des Brillen- und Hörgeräteangebots gebe es deshalb nicht, verspricht der Geschäftsführer. Trotz des notgedrungenen Umzugs sei man in sämtlichen Bereichen auch weiterhin "völlig up to Date" und garantiere den bisherigen Service vollumfänglich.

Die Räume in dem im "Bauhausstil" neu errichteten Geschäfts- und Wohnhaus sollen Ende des Jahres und mit Beginn des Weihnachtsgeschäfts 2020 eingeweiht werden. Dort wartet das Geschäft, das  dann den Namen "Sinnewerk-Haug" tragen wird, mit einer Neuerung auf. In das Ladengeschäft wird ein kleines gemütliches Café mit Sonnenterrasse integriert sein. Simone Haug wird dort selbst gebackene Blechkuchen und Marmeladen, belgische Waffeln und leckeren Kaffee servieren.

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