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Rangendingen Trost einer menschlichen Stimme

Von
Rangendingens Pfarrer Frank Steiner hat sein Kontaktstudium am Luther-Seminary in St. Paul abgebrochen. Seinen Platz sieht er jetzt bei seiner Familie und in seinen Gemeinden. Foto: Beiter Foto: Schwarzwälder Bote

"Hier sehe ich in diesen schweren Zeiten meinen Platz." Pfarrer Frank Steiner hat sein Kontaktstudium in den USA abgebrochen und ist seit einer Woche wieder zurück in seinen Gemeinden – und in der Familie.

Rangendingen. Das Leben geht manchmal seine eigenen Wege. Sicher hatte sich Frank Steiner sein Studium an der Theologischen Hochschule Luther-Seminary in St. Paul/Minneapolis anders vorgestellt. Voller Energie hatte er damit begonnen, von dort aus Beiträge über seinen Studienalltag in die Heimat zu schicken. Doch nach gerade mal vier Wochen war auch für ihn Schluss: "Die weltweite Corona-Krise hat auch meine Pläne durchkreuzt. Ich breche mein Kontaktstudium ab und kehre am 19. März wieder zurück nach Rangendingen", schreibt er im aktuellen Gemeindebrief der evangelischen Kirchengemeinde Rangendingen – direkt unter seinem ersten Erfahrungsbericht.

In seinem direkten Umfeld sei von der COVID-19-Pandemie kaum etwas zu spüren gewesen, erzählt Steiner. Was er darüber wusste, erfuhr er hauptsächlich über den amerikanischen Nachrichtensender CNN. Auch die Politik und der Präsident des Riesenlandes waren eher selten Thema der Diskussionen. Allerdings, so sagt Steiner, sei auffallend, dass in seinem Umfeld eher Trump-kritische Stimmen zu vernehmen gewesen seien.

Vier verschiedene Gründe bewegten ihn dazu, zurückzukehren

Nach einem normalen Studienbeginn in der zweiten Februarhälfte, in der sich der Geistliche voller Tatendrang wieder in den Studienalltag stürzte, wurde der Hochbetrieb immer mehr zurückgefahren. Mittlerweile seien sämtliche Präsenzveranstaltungen der Hochschule abgesagt.

Die täglichen Gottesdienste wurden eingestellt, der Zugang zur Bibliothek eingeschränkt – überall mussten umfangreichen Hygiene- und Desinfektionsvorschriften eingehalten werden. Die Möglichkeiten des Fernstudiums, die in den USA, wo es keine Präsenzveranstaltungen gebe, generell allen Studierenden zustünden, wurden auch auf das Luther-Seminary St. Paul ausgeweitet, erzählt der Pfarrer.

Letztendlich seien es vier Gründe gewesen, die Frank Steiner zur vorzeitigen Rückkehr bewegten: Die Situation an der Hochschule, die Reise-Hinweise des Auswärtigen Amtes, das Deutsche dazu aufforderte, zurückzukommen, Steiners eigene Familie und die Gemeinden, deren Pfarrer er sei. Gerade die letzteren beiden Gründe hätten in ihm das Gefühl wachsen lassen, in diesen unsicheren Tagen dort seinen Platz zu haben.

Der Pfarrer ist täglich in seinem Arbeitszimmer telefonisch zu erreichen

Seit der Pfarrer nun wieder da ist, möchte er auch für seine Gemeindemitglieder da sein. Obwohl er keine Quarantäne einhalten muss, findet die Seelsorge wegen der Corona-Anordnungen allerdings bevorzugt kontaktlos statt. Bei Beerdigungen und einem Trauergespräch sei dies beispielsweise im Einzelfall zu klären. Hausbesuche mache er derzeit keine.

Dafür ist der Pfarrer nun täglich von 10 bis 12 Uhr in seinem Arbeitszimmer im evangelischen Gemeindehaus unter der Telefonnummer 0 74 71/8 32 46 zu erreichen. Dort kann jeder anrufen: Wer Trost sucht, einen Rat, ein Gespräch oder "auch einfach nur eine menschliche Stimme hören möchte", erklärt Steiner.

Auf sein Studium an der St. Paul Hochschule muss der Geistliche vielleicht aber trotzdem nicht verzichten. Es bestehe die Möglichkeit, das Semester noch einmal ganz von vorne und komplett erneut anzutreten, hat er sich erkundigt. Wann dies allerdings sein wird, das sei im Augenblick noch "völlig offen".

Ihre Redaktion vor Ort Hechingen

Klaus Stopper

Fax: 07471 9874-21

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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