Soziales: Statt Lieferungen aus Deutschland sollen heimische Handwerker aktiv werden
Rangendingen. Der seit 17 Jahren bestehende Verein "Schulen für Gambia" schlägt eine neue Marschrichtung ein. Großes Interesse herrschte beim Informationsnachmittag am Sonntag im katholischen Gemeindehaus. Über 50 Neugierige, darunter auch einige Vereinsmitglieder, informierten sich über die Tätigkeiten des Vereins und dessen zukünftige Vorgehensweise bei der Hilfe für Gambia.
Der Vorsitzende Hubert Heck begrüßte neben den einheimischen Gästen auch zwei Besucher aus Gambia, nämlich Mussa – zuständig für Organisation – und Alex, der seit drei Jahren als Asylbewerber in Wachendorf lebt.
Der Verein setzt sich derzeit aus rund 85 ehrenamtlichen Mitgliedern zusammen. Heck machte deutlich, dass "Schools for Gambia" nicht mit den großen Hilfsorganisationen konkurrieren möchte, sondern ausschließlich "einen Beitrag leisten für ein besseres Leben in Gambia". Das Hauptaugenmerk liege dabei auf den elementaren Dingen wie sauberem Wasser, ärztlicher Grundversorgung sowie Schulausbildung. Gerade letzteres zähle zu den obersten Zielen. Genauso wichtig sei aber die Schaffung von Arbeitsplätzen, um der Jugend Perspektiven zu geben.
Dann berichtete Hubert Heck, wie der Verein künftig vorgehen wird. Es werden ab sofort keine Sachspenden mehr angenommen, da auch keine Transporte mehr stattfinden. Die momentan noch vorhandenen Hilfsgüter werden mit dem letzten Container im Herbst 2018 nach Gambia transportiert.
Es soll mehr in Hilfe vor Ort investiert werden
Anstatt viel Zeit und Geld in Bürokratie, Organisation und Fracht zu investieren, wollen die Mitstreiter mehr denn je in die Hilfe vor Ort investieren – hauptsächlich in Bildung und die Sanierung der dortigen Schulen. Unter dem Motto "Hilfe zur Selbsthilfe" könne sehr viel mehr bewegt werden als das bisher der Fall war, ist Otto Fahrner vom Verein überzeugt. Der Markt vor Ort dürfe nicht noch durch Lieferungen aus Deutschland kaputt gemacht werden. Angedacht sei stattdessen, einheimische Handwerker mit der Herstellung von Schulmöbeln zu beauftragen. In den ortsansässigen Nähereien können die Schuluniformen genäht werden. Der notwendige Stoff werde bereitgestellt. So könne größtenteils vermieden werden, dass Kleidungsstücke zu klein oder zu groß geraten. Außerdem sei geplant, anstehende Renovierungsarbeiten in Schulgebäuden selbst zu organisieren.
Die Mitglieder von "Schulen für Gambia" seien ein- bis zweimal im Jahr vor Ort, um zu sehen, dass alles funktioniert. Schließlich sollen die Spendengelder auch dort ankommen, wo sie am dringendsten benötigt werden.
Im Januar 2018 wird eine Delegation des Vereins auf eigene Kosten nach Gambia reisen – auch um die neuen Patenschaftsgelder auszubezahlen.
Weitere Informationen: Wer helfen möchte, kann entweder Mitglied bei "Schulen für Gambia" werden für 30 Euro pro Jahr, oder mit einer Spende in Höhe von 105 Euro einem Kind für ein ganzes Jahr den Schulbesuch ermöglichen. Infos unter http://schulenfuergambia.de oder unter Telefon 0151/52 22 49 91