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Rangendingen Greifvogel attackiert immer wieder Jogger

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An dieser Stelle in Bietenhausen wurden mehrfach Jogger von einem Greifvogel attackiert. Foto: Beiter

Rangendingen-Bietenhausen - Der Sommer in Bietenhausen hats in sich. Vermehrt wurden dort im Bereich Tobel in den letzten Jahren Jogger von Greifvögeln angegriffen. Erst vor wenigen Tagen wurden mehrere Läufer von dem Vogel attackiert.

Reinhold Beuter wollte es erst nicht so recht glauben, als ihn ein Bekannter davor gewarnt hatte, im Bereich des Feldkreuzes beim Tobelgraben würden derzeit Jogger ziemlich sicher von einem Greifvogel angegriffen. Bis er es dann im Selbstversuch tatsächlich erlebte. Was er dabei geschah, wurde ihm dann auch von anderen Läufern bestätigt.

Schon drei Jahre zuvor hatte Beuter Bekanntschaft mit einem Raubvogel gemacht, wie er auf Nachfrage des Schwarzwälder Bote erzählt. Vermutlich hatte es sich schon damals um denselben Greif gehandelt.

Frau musste nach Attacke sogar zum Arzt

Seit mehreren Jahren sei ihm dieses Phänomen von Scheinangriffen von Greifvögeln auf Jogger immer wieder zu Ohren gekommen, bestätigte Ortsvorsteher Josef Pfister – jedes Mal im Frühsommer. Im vergangenen Jahr war eine Joggerin von dem Mäusebussard sogar so schwer am Kopf verletzt worden, dass sie sich in ärztliche Behandlung begeben musste. Auch dieses Jahr hätte es bereits wieder Angriffe gegeben, allerdings sei bisher "nichts Schlimmeres" passiert, wie Pfister erzählt.

Erstaunlich sei, dass stets nur schnellere Läufer von dem Vogel attackiert würden, hat Pfister aus den Erzählungen der angegriffenen Personen erfahren. Dies kann auch Reinhold Beuter bestätigen. "Das passiert keinem Spaziergänger und auch keinem Radfahrer", lautet seine Erfahrung.

Er war bei seinem Lauf, der ihn über die offenen Flächen auf beiden Seiten des Tobelgrabens führte, mehrmals von dem Vogel angegriffen worden – allerdings immer nur, wenn er gelaufen sei. "Sobald ich nur noch langsam gegangen bin, hat das Tier von mir abgelassen."

Raubvogel greift die Jogger meistens von hinten an

Die Attacke beschreibt Reinhold Beuter so: Der Vogel nähere sich, wobei seine Warnrufe zu hören seien. Er fliege dann einen weiten Bogen und greife fast immer von hinten an. Wer dies nicht bemerke, den könne die Aktion ganz schön überraschen, sagt er. Ein Angriff allerdings sei anders verlaufen. Da habe sich der Bussard fast senkrecht von oben auf ihn herabgestürzt. "In dem Augenblick ist mir dann doch etwas mulmig geworden."

Die Attacke hat Beuter sogar mit seinem Handy festgehalten. Darauf sind auch deutlich die scharfen Warnrufe des Bussards zu hören. Der Greif könne einem beim Angriff so nahe kommen, dass man den Flügelschlag des Vogels als Luftzug spüre. "So auf knapp zehn Meter war er schon in meiner Nähe." Beuter schätzt die Spannweite des Vogels auf etwa 1,4 Meter. "Das ist ein ganz schön stattliches Tier", stellt er fest.

Das Video kann man sich auf unserer Facebookseite Schwarzwälder Bote Hechingen anschauen:

Tipp: Laut schreien und mit den Armen wild winken

Solche Scheinangriffe von Greifvögeln seien eigentlich ungewöhnlich und fast ausschließlich von Mäusebussarden bekannt, sagt Herbert Fuchs. Er ist Vorsitzender der NABU-Ortsgruppe Haigerloch-Rangendingen. Allerdings seien es nur ganz wenige Tiere, die dieses Verhalten zeigten. Fuchs vermutet, dass bei diesen Vögeln das "Suchmuster" entsprechend verändert sei und sie den Läufer deshalb als potentielle Gefahr für ihren Nachwuchs sähen.

Die Angriffe seien auf die Zeit der Jungenaufzucht beschränkt und hänge ganz besonders mit der etwa vier Wochen dauernden "Ästlings-Phase" der Jungvögel zusammen, erklärt der Vogel-Experte. In diesem Stadium sei der Bussard-Nachwuchs noch unsicher im Fliegen und hocke deshalb immer wieder irgendwo auf Ästen oder in den Wiesen, um sich auszuruhen. Dies stelle für die Jungvögel natürlich eine stete Gefahr dar, weswegen die Mutter natürlich ein besonderes Auge auf alles werfe, was ihnen als potenielle Gefahr vorkomme, sagt Herbert Fuchs.

Dass der Vogel seinen Nachwuchs schützen möchte, kann auch Reinhold Beuter gut nachvollziehen. Ängstlicher sei er wegen des Vorfalls nicht, meint er. Allerdings rät er jedem Jogger rings um den Horst des Vogels am Tobelgraben, etwas aufmerksamer zu sein und ab und zu den Himmel abzusuchen. Wenn man den Angriff bemerke, helfe es, laut zu schreiben und mit den Armen zu winken. "Dann sollte eigentlich nichts passieren", ist er überzeugt.

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