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Rangendingen Der Gegenwind wird immer stärker

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Das Thema Windkraft am Dreiländereck brennt den Einwohnern von Rangendingen, Haigerloch und Grosselfingen unter den Nägeln, wie bei der Infoveranstaltung mit Fragerunde der Bürgerinitiative "Gegenwind Hohenzollern" deutlich wurde. Das Sportheim in Rangendingen platzte schier aus allen Nähten. Foto: Beiter Foto: Schwarzwälder-Bote

Der Gegenwind zum geplanten Windpark an der Hohwacht im Dreiländereck formiert sich immer massiver. Das Sportheim in Rangendingen platzte bei der Infoveranstaltung der Bürgerinitiative "Gegenwind Hohenzollern" am Donnerstag fast aus den Nähten.

Rangendingen. "Es ist voller geworden als wir gedacht haben", stellte Wolfgang Vötsch von der Bürgerinitiative (BI) fest. Viele der Anwesenden mussten stehend den Ausführungen der vier Hauptredner folgen. Wie sich anhand einer Sympathiebekundung erkennen ließ, waren allerdings nicht allein kategorische Ablehner des Windparks ins Sportheim gekommen, auch wenn diese wohl in der Überzahl waren.

Rangendingens Altbürgermeister Otto Wannenmacher griff in einem Redebeitrag den Gemeinderat und Bürgermeister Johann Widmaier an, die seiner Meinung nach die Planungshoheit der Gemeinde grundlos aus den Händen gegeben hätten.

Walter Müller, versierter Berater von Contra-Windenergie-Initiativen im gesamten Land, ging noch einen Schritt weiter. Die gewählten Vertreter seien auch in Rangendingen einzig dem Wohle der Bürgerschaft und nicht politischer Interessen verpflichtet. Dem entgegnete Diana Dieringer, dass die Entscheidung des Gemeinderates wichtig und richtig gewesen sei, das Vorranggebiet auszuweisen und sich jetzt nicht aus der Verantwortung zu stehlen. Nur über diese Beteiligung sichere man sich ein gewisses Mitspracherecht.

Hier setzte auch Manfred Pfeffer aus Haigerloch an. "Wenn man jetzt mit aller Macht das Vorranggebiet verhindern will, bekommt man dann nicht genau das, was man nicht wollte?", fragte er und spielte darauf an, dass dann in der ganzen Gegend Windräder gebaut werden könnten. Dieses "Totschlagargument" der Verwaltungen, dass Investoren dann überall bauen könnten, würden vor den Verwaltungsgerichten in sich zusammenfallen, war sich Müller ziemlich sicher.

Gegenseitige Schuldzuweisungen sind keine Lösung

Sich gegenseitige Schuldzuweisungen zu machen, lehnte Alexander Siedler von der BI grundsätzlich ab. "Wir suchen den Kontakt zu allen und wollen einen breitest möglichen Konsens", stellte er fest. Bis jetzt seien alle noch auf einer Wellenlänge, doch bestünde dringender Redebedarf. An die Kommunalpolitiker appellierte er: "Nehmt die Bedenken der Bevölkerung ernst." Die Kommunalverwaltungen sollten die geforderten unabhängigen Gutachten jetzt selbst anschieben, "statt auf Investoren zu warten."

Warum das Vorranggebiet überhaupt ausgewiesen wurde, wenn so viele dagegen waren, fragte Heidrun Saile aus Höfendorf. Sei dieses erst einmal vom Regionalverband bestätigt, werde dort sicher auch gebaut, zeigte sich Walter Müller sicher. Denn selbst eine fehlende Wirtschaftlichkeit anhand mangelnder Windhöfigkeit sei kein hartes Genehmigungskriterium zur Verhinderung, so seine Einschätzung. Von Alexander Siedler kam daher der Appell an die Besucher: "Wir müssen die Fakten und unser Recht nutzen, um unsere Chance für eine Verhinderung zu wahren. Formuliert eure Bedenken und Einsprüche, damit wir sie gesammelt beim Regionalverband einreichen können."

Zuvor war den kurzen Ausführungen Alexander Siedlers zur Bürgerinitiative Gegenwind Hohenzollern ein Windenergie-Vortrag von Hans-Jörg Jung gefolgt. Er ist wie Walter Müller ein erfahrener Bürgerinitiativen-Berater. Von beiden Rednern wurden die Besucher in teils recht langen Ausführungen bombardiert mit Details und Beispielen zu den Themen Naturschutz, Emissionen, Wirkungsgraden und Wirtschaftlichkeit der Anlagen. Das meiste davon dürfte allerdings schon in den vorangegangenen Versammlungen vorgetragen worden sein.

Neu waren die Ausführungen von Biologe Wolfgang Müller aus Rangendingen, der in einer wissenschaftlichen Betrachtung die Auswirkungen des Infraschalls auf Mensch und Tier erläuterte. Wie die Landesregierung von "keiner gesundheitlichen Beeinträchtigung durch Infraschall auszugehen, ist sehr gewagt", formulierte er ein Fazit. Man müsse davon ausgehen, dass Infraschall ähnliche Symptome wie Stress im Körper verursache, da er vor allem in den Ruhephasen und hier vor allem im Schlaf wirke, wenn der menschliche Organismus nicht von den Tagesaktivitäten abgelenkt sei. "Wer an geringen Abständen von Windkraftanlagen zur Wohnbebauung festhalte, nimmt Schädigungen von Anwohnern billigend in Kauf", lautete am Ende seine persönliche Einschätzung.

 
 

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Klaus Stopper

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