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Rangendingen Das steckt hinter dem Alpaka-Trend

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Was ist eigentlich das Besondere an Alpakas? Wir waren bei einer Wanderung dabei, um es herauszufinden. Foto: Bültel

Rangendingen - Sie haben lange Hälse, große Knopfaugen und stets ein Lächeln im Gesicht: Alpakas sind zurzeit voll im Trend. Doch nicht nur ihr Aussehen begeistert uns Menschen. Was Alpakas so besonders macht und warum sich ein Ehepaar eine ganze Alpaka-Farm in den Garten geholt hat, erfahren Sie in unserem (SB+)Artikel. 

Sky guckt skeptisch, als Andrea Rohrer die Leine, die an seinem Halfter hängt, einer ihm völlig fremden Person übergibt. Er tritt zurück, mustert sein Gegenüber, sieht verlegen zur Seite. Die Leine ist gespannt. "Das ist ganz normal", erklärt Rohrer, die den anderen Wanderern ebenfalls Alpakas an der Leine übergibt. "Lassen Sie ihn einfach in Ruhe", sagt sie. Auf das Alpaka zugehen oder es womöglich streicheln solle man keinesfalls - "Sie würden das bei einer wildfremden Person doch auch nicht wollen, oder?"

Schon nach diesen wenigen Sätzen wird klar: Andrea Rohrer kennt sich mit den Tieren bestens aus. Vor sechs Jahren habe sie und ihren Mann das Alpaka-Fieber gepackt. "Wir haben einen Spaziergang gemacht und sind auf eine Weide gekommen und dort standen vier Alpakas", erinnert sie sich und lächelt. Auch wenn es sich kitschig anhöre: Es sei Liebe auf den ersten Blick gewesen, beschreibt sie mit leuchtenden Augen. Deshalb haben sie sich erkundigt, eingelesen und Schulungen gemacht, um sich den Traum von der eigenen Alpaka-Farm verwirklichen zu können. 

Siehe auch: Alpaka-Zwillinge zur Welt gekommen

Sechs Jahre später bietet die Familie verschiedene Alpaka-Wanderungen an. Die Größe der Wandergruppen könne dabei ganz individuell angepasst werden. An diesem Tag begleitet Rohrer drei Wanderer, die jeweils ein Alpaka führen. Die anderen trotten bereits los, als Alpaka-Männchen Sky noch misstrauisch stehen bleibt und keinerlei Anstalten macht, an der Wanderung teilzunehmen. Dabei müsste er fremde Menschen doch gewöhnt sein?

Alpakas begegnet man auf Augenhöhe

"Das liegt auch nicht an ihm. Er macht Sie nach", erklärt Rohrer. Alpakas passen sich in ihrem Verhalten dem Menschen an, der sie führt, erklärt sie weiter: "Wenn man selbst angespannt ist, ist das Tier es auch. Atmen Sie tief durch, halten sie die Leine locker und laufen sie ganz gemütlich los, dann kommt er auch." Gesagt, getan. Und tatsächlich läuft auch Sky plötzlich weiter - auch wenn die Leine weiterhin maximal gespannt ist. 

Alpakas begegne man auf Augenhöhe: Zwischen den Menschen und den Tieren entwickle sich mit der Zeit eine Beziehung, manchmal sogar Vertrauen, erklärt Rohrer. Lasse man das Alpaka erst mal in Ruhe und laufe entspannt mit der Leine voraus, merke das Tier, dass alles in Ordnung ist und irgendwann komme es dann auch näher. 

Für therapeutische Zwecke bestens geeignet

Nach etwa zehn Minuten Wanderung ist auch Skys Leine nicht mehr gespannt. Nach zwanzig Minuten kann man seinen Atem auf der Haut spüren - Sky fasst langsam Vertrauen. "Eigentlich braucht man die Leine gar nicht, um das Alpaka zu führen", erklärt Rohrer. "Man führt das Alpaka nicht wie einen Hund und gibt Kommandos. Eigentlich führt man Alpakas mit dem eigenen Körper, weil es dann dasselbe tut."

Auf dem Weg erzählt die Alpaka-Expertin auch aus ihrem Alltag: Die psychologische Beraterin berichtet, dass Alpakas für belastete Menschen und Kinder wunderbare Begleiter seien, weil man sich bei der Wanderung mit ihnen total entspanne. Auch in der tiergestützten Pädagogik arbeite man gerne mit Alpakas. Und auch im Führungskräfte-Coachings würden die Tiere den Menschen wertvolle Lektionen im Umgang mit Mitarbeitern lehren, gerade weil sie deren Verhalten widerspiegeln und man sich so selbst kennenlernen könne.

Sky ist mittlerweile richtig warm geworden - sogar fast schon aufmüpfig: Immer wieder versucht er, Blätter von Bäumen oder Gras zu fressen, obwohl er weiß, dass er das nicht darf. "Sehen Sie: Er vertraut ihnen so weit, dass er es sich sogar schon, traut Quatsch zu machen", sagt Rohrer und lacht. Sky kommt in der Tat immer näher. Sein Kopf streicht manchmal sogar am Arm. An manchen Stellen versucht er voran zu traben, dabei strahlt er Freude und gute Laune aus. 

Es fühlt sich schon fast wie ein Erfolgserlebnis an, das Vertrauen des Alpakas gewonnen zu haben. Durch die Wanderung wird klar, dass die Tiere viele bemerkenswerte Eigenschaften haben, die sie besonders machen und weshalb Menschen von ihnen begeistert sind. Am Ende dürfen alle Teilnehmer die Alpakas noch in die Transportbox begleiten und die Leine abnehmen. "Wenn Sie wollen, dürfen Sie noch versuchen die Tiere zu streicheln", sagt Rohrer. Sky hat nichts dagegen. 

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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