Gibt es vielleicht bald eine Boule-Gruppe in Bietenhausen? Am Sonntag versuchten sich einige Teilnehmer mit der Kugel. Fotos: Beiter Foto: Beiter

Festliche Übergabe der fünf Leader-Bauprojekte in Bietenhausen. Umgestaltung haucht Ort neuem Leben ein.

Rangendingen-Bietenhausen - Die Leader-Maßnahmen trafen in Bietenhausen mitten ins Herz. Am Sonntag feierte die ganze Ortschaft ihr im neuen Glanz erstrahltes Zentrum zwischen Brechplatz, Rathaus und Kirche.

Eine Ortschaft in Feierlaune – so ließ sich die Stimmung am Sonntag bei der feierlichen Übergabe der fünf Leader-Bauprojekte in Bietenhausen auf den Punkt bringen. Zentrum des geselligen Treibens war der Brechplatz im Feuerwehrhof vor dem Bürgerhaus – ganz im Stile eines echten Festplatzes. Dort spielte auch die Musik, am Sonntag unter der Leitung des Vizedirigenten Hermann Beuter.

Dieser Platz, sagte Ortsvorsteher Josef Pfister, sei schon immer ein Treffpunkt in Bietenhausen gewesen – im Backhaus oder in den 70er-Jahren in der Gemeinschaftsgefrieranlage oder für die Feuerwehr. Mit der Umgestaltung wurde der Brechplatz nicht nur schöner, sondern wurde auch zum Festplatz aufgewertet, was in den Bietenhausener Bürgern in den vergangenen Monaten viel Energie frei gesetzt hat. Wenn am Donnerstag auf dem Hof die Vatertagshockete des Schützenhauses startet, dann ist dies bereits das fünfte Brechplatz-Fest seit dessen Eröffnung im vergangenen November.

Das Leader-Programm "Leben im Dorf" habe es ermöglicht, dass Bietenhausen "fit für die Zukunft" gemacht werden konnte, führte Bürgermeister Johann Widmaier aus. Alle fünf Maßnahmen seien im Zusammenspiel mit einem breit angelegten Engagement vieler Bürger gestaltet worden, um die Lebensqualität aller Bietenhausener Einwohner zu steigern – vom Brechplatz über die behindertengerechte Bushaltestelle bis hin zum Mehrgenerationenpark im Pfarrgarten. Die Maßnahmen "bringen neues Leben ins Dorf", sagte Widmaier.

Als "stiller Genießer" war auch Alt-Ortsvorsteher Gerhard Jauß auf dem Brechplatz. Er freue sich "riesig" darüber, dass die Förderideen des Leader-Programms in Bietenhausen durch die von der Bevölkerung mitentwickelten und mitgetragenen Maßnahmen so erfolgreich umgesetzt und letztlich auch angenommen wurden, sagte er auf Nachfrage unserer Zeitung. Genau hier setzt auch Ortsvorsteher Josef Pfister an: "Nutzt die Anlagen, nutzt die Plätze, macht Werbung und nehmt euch die Zeit", forderte er bei einem Rundgang dazu auf, dem Projekt Leben einzuhauchen. Denn es schien, als ob noch viele Teilnehmer auf eine Gebrauchsanweisung für die Nutzung der Anlagen warteten. Gibt es vielleicht bald eine Boule-Gruppe in Bietenhausen?

Am Sonntag versuchten sich einige Teilnehmer an der Kugel und entpuppten sich als echte Naturtalente. Auch Berührungsängste, die es vielleicht bisher mit den Mehrgenerationen-Geräten im Pfarrgarten gegeben hat, waren am Sonntag kein Thema mehr. Die Senioren versuchten sich an den Geräten – und siehe da: "Das macht ja sogar richtig Spaß."

Zurück am Brechplatz, wurde deutlich, wo die Stärken des aufgepeppten Platzes liegen. Manfred Rettich, der gemütlich an einem Tisch saß, brachte es auf den Punkt: "Der Platz hatte immer den Charakter eines Zentrums, doch nun ist er in Verbindung mit dem Pfarrgarten geradezu ideal für solche Dorffeste geworden."