Die DNA-Vergleichsproben im Fall des Rangendinger Feuerteufels sind genommen. Die Auswertung dauert Wochen. (Symbolfoto) Foto: dpa

Halbe Mannschaft der Feuerwehr Rangendingen tritt zum Massen-DNA-Test bei der Kripo in Balingen an.

Rangendingen - Aufatmen bei der Feuerwehr Rangendingen: Die halbe Mannschaft ist am Donnerstagabend zum freiwilligen DNA-Test bei der Kriminalpolizei angetreten. Einen konkreten Verdacht gibt es aber nicht, dass ein Mitglied der Einsatzkräfte der Feuerteufel ist.

Auf dem Gelände des Balinger Kriminalkommissariats herrschte am Donnerstag erhöhtes Verkehrsaufkommen. Autos und Mannschaftstransportwagen der Feuerwehr fuhren auf den Hof der ehemaligen Polizeidirektion in der Hirschbergstraße. Angehörige der Bereitschaftspolizei kontrollierten am Stahltor, ließen nur durch, wer zum Dienst oder zur Abgabe einer Speichelprobe kam. Für Peter Mehler, Pressesprecher der Polizei in Tuttlingen, ist das nichts Ungewöhnliches, obwohl es sonst keine Eingangskontrollen gibt: "Das Gelände ist normalerweise immer abgesperrt. Wir hatten ja schließlich keinen Tag des offenen Tors."

Drei Stunden lang, von 18 bis 21 Uhr, dauerte es, bis alle Speichelproben für die DNA-Analyse genommen waren. Die Abgabe erfolgte auf freiwilliger Basis. Die Bereitschaft der Feuerwehrleute, sich daran zu beteiligen, war offenbar groß: "Der überwiegende Teil der Gesamtwehr Rangendingen war bereit, Proben abzugeben", so Mehler. Ihre Einstellung zum Massentest haben die Polizeibeamten als "positiv" empfunden.

Dazu trugen wohl auch die Umstände bei. Entgegen der ursprünglichen Pläne wurden nicht alle 80 Feuerwehrleute zum Test gebeten, sondern nur etwa die Hälfte. Es ging nur darum, Vergleichsproben von genau den Einsatzkräften zu nehmen, die direkt auf dem Gelände im Löscheinsatz waren, auf dem die Spur gefunden worden war. Selbst die Maschinisten, die zwar beim betreffenden Einsatz dabei waren, aber außerhalb des direkten Brandorts blieben, wurden von vorne herein ausgeschlossen.

Dies legt den Schluss nahe, dass der DNA-Test bei der Feuerwehr in erster Linie dem Ausschluss von anderen Spuren dient. Peter Mehler bestätigt, dass es derzeit "kein Verdachtsmoment" gegen Mitglieder der Rangendinger Feuerwehr gibt. Stamme die Spur hingegen nicht von den Einsatzkräften, wäre dies "ein Indiz dafür, dass sie vom Täter herrühen muss", so der Pressesprecher.

Entsprechend erleichtert ist Christian Herrmann, Gesamt-Kommandant der Feuerwehr Rangendingen: "Zum DNA-Test zu gehen, ist nicht angenehm, das kann man sich vielleicht vorstellen." Trotzdem sei die Mehrheit der Mannschaft bereit gewesen, sich daran zu beteiligen. "Es geht ja darum, die Polizei zu unterstützen und zur Aufklärung des Falls beizutragen", sagt Herrmann.

Datenschutzbedenken tritt die Polizei entgegen. Die DNA-Proben dürften ausschließlich für diesen Fall verwendet werden und würden nach dem Abschluss vernichtet. "Sie werden nicht gespeichert", betont Mehler.

Ein Massen-DNA-Test wie diesen gibt es selten bei der Polizei im Zollernalbkreis. "Ich kann mich nicht erinnern, dass wir in den vergangenen Jahren einen solchen Fall hatten", sagt Mehler. Die Auswertung der Proben werde wohl "einige Wochen" dauern. Indessen arbeite die Ermittlungsgruppe "Schützenhaus" der Kripo "sehr intensiv" an der Aufklärung der Serie von Brandstiftungen in Rangendingen weiter.

u  Baden-Württemberg

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