Die Schantlekappelle führt den Umzug des traditionellen „Rammeln“ in Oberndorf an. Foto: Nowotny

Unzählige Kinder und Kindgebliebene schauten am Fasnetsmontag gespannt die Oberndorfer Hauptstraße hinauf. Sie warteten auf die Ankunft der Schantle.

Um 14.30 Uhr war es soweit, die Schantlekappelle kündigte die warzigen Gesellen an: Die Schantle bahnten sich gemächlich hinkend den Weg vom Don-Bosco-Haus zum Schuhmarktplatz – das traditionelle „Rammeln“ in der Oberstadt konnte beginnen.

Vor allem von den Kindern wurden die Narren sehnsüchtig erwartet. Überall waren die verschiedenen Narrensprüche zu hören. Die Schantle hatten ihre Körbe mit Würstchen und Orangen gefüllt, um die bunt verkleideten Zuschauer für das richtige Aufsagen der Narrensprüche zu belohnen. War der Schantle mit der Ausführung zufrieden, warf er eine Orange zum Fangen in die Luft oder ließ die Kinder nach einer an seiner Angel baumelnden Wurst schnappen.

Die Herausforderung der Wurtangeln

Gegen 15 Uhr fanden sich dann Schantle, Jung und Alt und die Jugendmusiker der Stadtkapelle auf dem Schuhmarktplatz ein, wo auch für größere Fasnetsbegeisterte noch die Chance bestand, so manche Wurst oder Orange zu ergattern.

Immer wieder gruppierten sich mehrere Kinder um einen Schantle und sagten die Oberndorfer Narrensprüche auf. Auch wenn die Wurstangel den einen oder anderen vor eine Herausforderung stellte, waren die Kinder mit großem Eifer dabei, und am Ende wurde die Mühe belohnt. Keiner ging leer aus.

Die Musiker spielten noch eine Weile, und die Zuschauer und Schantle schunkelten gemeinsam zur Musik. So klang das närrische Treiben langsam aus.

Mit der Fasnet ist es jedoch noch nicht vorbei in Oberndorf, der Höhepunkt kommt erst noch: Auf das „Rammeln“ am Montag folgt am Dienstag der historische Narrensprung. Um Punkt 8.30 Uhr ziehen Hansel, Narro und Schantle durch die Stadt und werden dabei erneut ein denkwürdiges Bild abgeben.

Nach dem Narrenessen in der Wasserfallhalle ertönt pünktlich um 13 Uhr lautstark die Narrenrede des Zunftmeisters. Um 14.30 Uhr findet der verkürzte Mittagssprung in der Oberstadt statt. Im Anschluss herrscht reges Narrentreiben in den Oberndorfer Lokalen, ehe es um 18 Uhr heißt: „Die Fasnet hat a Loch“.