Der Mitarbeiter von Dönermania,Erdem Cakar (in der Mitte), nimmt die Bestellungen für das Fastenbrechen auf. Foto: Concetto Longo

In Villingen-Schwenningen laden Restaurants wie der Neckargrill und Dönermania zum Fastenbrechen. Hier feiern die Gäste den Ramadan gemeinsam.

Der Ramadanmonat neigt sich dem Ende zu. Für sie ist das eine Zeit voller Glaube und Gemeinschaft.

 

In diesem Jahr startete der Fastenmonat am 18. Februar und endet am 19. März. Während dieser Zeit verzichten Muslime von Sonnenaufgang bis zum Sonnenuntergang auf das Essen und Trinken.

Erst nach Sonnenuntergang darf wieder gegessen werden – das sogenannte „Iftar“. Der genaue Zeitpunkt verschiebt sich dabei täglich. Am ersten Fastentag war das Fastenbrechen beispielsweise um 17.21 Uhr möglich, an den folgenden Tagen jeweils einige Minuten später. Traditionell wird das Fasten mit einer Dattel gebrochen.

Auch in Villingen-Schwenningen gibt es einige türkische Restaurants, in denen Ramadan gefeiert wird. Der Neckargrill in der Doppelstadt bietet verschiedene „Iftar-Menüs“ an. Sie beinhalten eine Linsensuppe, eine Hauptspeise, Datteln und Baklava als Nachspeise.

Für alle offen

„Wir bieten diese Menüs in diesem Jahr zum ersten Mal an. Viele Leute reservieren schon im Voraus, um hier das Fasten zu brechen“, so Hacire Kahjaogallar, eine Mitarbeiterin beim Neckargrill.

Sie fügt hinzu: „Man kann das Menü auch ohne Reservierung bestellen. Am Wochenende ist das Restaurant sehr voll und unter der Woche ist etwas weniger los. Viele unserer Stammkunden kommen während des Ramadans regelmäßig vorbei.“

Auf den Tischen liegen die Datteln bereit, um das Fasten zu brechen und jeder betet für sich. „Auch am Abend wenn unsere muslimischen Kunden zum Fastenbrechen kommen, haben wir auch nicht muslimische Gäste. Der Laden ist für alle offen“, so die 44-Jährige.

Beim Neckargrill in VS wird Iftar gefeiert. Foto: Concetto Longo

Kahjaogallar merkt während des Ramadans einen Unterschied bei den Kunden: „Wir haben tagsüber sehr viele nicht muslimische Menschen. Tagsüber ist es einfach ruhiger als sonst, dafür haben wir abends sehr viel Arbeit.“

Der Inhaber Irfan Yaprak fastet selbst und sieht es als eine Challenge: „Wenn man den ganzen Tag Essen vor sich hat, ist es wirklich nicht einfach. Die Religion ist eine starke Motivation für mich.“

Der Moment des Fastenbrechens

Dönermania im Schwenninger Stadtteil bietet zwar keine Iftar-Menüs an, hat jedoch auch Stammkunden, die zum Fastenbrechen kommen. „Wir haben während Ramadan extrem viele Bestellungen von unseren Kunden. Viele bestellen zwei bis drei Stunden vor Iftar und holen es dann ab“, so der Verkäufer Erdem Cakar.

Durch die große Flut an Kundschaft haben Cakar und seine Kollegen nicht die Möglichkeit, direkt zu Iftar etwas zu essen. „Wir essen Datteln, um das Fasten zu brechen, aber die Zeit, richtig zu essen, haben wir nicht. Wir essen erst nach zwei bis drei Stunden. Die Kundschaft hat immer Vorrang“, sagt der 52-Jährige mit einem Schmunzeln.

Der Ramadan-Monat hat auch in den nicht muslimischen Ländern immer mehr Ansehen erhalten, Cakar versucht es so zu erklären: „Heute wissen viel mehr Menschen, was Ramadan ist – auch weil Moscheen und Vereine Essen zum Fastenbrechen organisieren und in den sozialen Medien viel darüber berichtet wird.“

Dann war es soweit: Etwa zehn Minuten vor Iftar füllte sich der Imbiss so langsam. Die Kundschaft war gemischt, Muslime aber auch nicht muslimische Menschen betraten Dönermania.

Aufgrund der großen Anzahl an Bestellungen merkte man Cakar und seinen beiden Kollgen den Stress an. Die Ersten nahmen ihre Plätze ein und warteten gespannt, bis es so soweit war. Um 18.26 Uhr war der Moment gekommen: Alle Anwesenden fingen an zu essen und das Fasten zu brechen.