Die Raiba-Vorstände Ralf Bantle (links) und Markus Hezel (rechts) ehren Herbert Kimmich (von links), Helmut Schwenk und Heinz Rapp für 60-jährige Treue, wozu auch Aufsichtsratsvorsitzender Dirk Lachenmaier gratuliert. Foto: Herzog

5390 Mitglieder der Raiffeisenbank Aichhalden-Hardt-Sulgen dürfen sich freuen. Sie erhalten am Freitag auf ihre Geschäftsanteile drei Prozent Dividende aufs Konto.

Nahezu traumhafte Zahlen präsentierte die Raiba AHS in ihrem 2024er-Geschäftsbericht bei der Mitgliederversammlung in der Arthur-Bantle-Halle in Hardt.

 

Die Grafiksäulen zeigten bei Bilanzsumme (267,5 Millionen Euro), Kundenkreditgeschäft (186,8 Millionen Euro), betreutes Kundenvolumen (545 Millionen Euro) sowie bei der Entwicklung des Eigenkapitals (23 Millionen Euro) in einem Zeitraum von 2021 bis 2024 kontinuierlich nach oben.

Im Vergleich zu 2023 gab es in diesen Geschäftsfeldern einen Zuwachs zwischen 4,2 und 6,5 Prozentpunkten. Lediglich der Zinsüberschuss ist im Vergleich zum Vorjahr um 3,4 Prozent zurückgegangen. Hauptursache waren nach Auskunft von Vorstandsmitglied Ralf Bantle gestiegene Zinsaufwendungen für die Verzinsung von Kundeneinlagen. Sie hätten nicht komplett durch höhere Erträge aus dem Kundenkreditgeschäft und Wertpapieren kompensiert werden können.

Kritik an Kontogebühr

Beim Provisionsüberschuss verzeichne die Bank dagegen einen starken Zuwachs von 17,8 Prozent. Erträge aus dem Zahlungsverkehr und der Kontoführung seien Schwergewichte gewesen, berichtete Bantle.

Dies nahm ein Mitglied zum Anlass, kritisch nachzufragen, dass dies nicht zu der für Herbst angekündigten Erhöhung von Kontoführungsgebühren passe. Wie der Bankvorstand einräumte, komme das im Geschäftsbericht etwas falsch rüber. Es seien andere Themen gewesen, die zum Überschuss führten. „Die Kosten der Bank sind gestiegen. Kontoführungsgebühren zu erhöhen, sind nie populär“, so Bantle.

5390 Mitglieder

Im weiteren Verlauf sprach das Vorstandsmitglied von geopolitischen Krisen, die 2024 nicht weniger geworden seien. „Es ist daher umso erfreulicher, dass die Raiba AHS über ein erfolgreiches Geschäftsjahr berichten kann. Die Nachfrage nach Krediten hat sich verbessert“, betonte Bantle.

Unterm Strich betrug der Bilanzgewinn rund 475 000 Euro. Davon werden 320 000 Euro in Rücklagen eingestellt und 3000 Euro auf neue Rechnung vorgetragen. Somit verbleibt eine Summe von 152000 Euro (Vorjahr 172000 Euro), die als dreiprozentige Dividende an 5390 Mitglieder ausgezahlt wird.

Für 2025 prognostizierte Bantle der deutschen Wirtschaft eine anhaltende Schwächephase. Insbesondere die nur langsam abflauende Inflation, schwache Weltkonjunktur und Unsicherheiten durch die Zollpolitik von US-Präsident Donald Trump würden das Wirtschaftsgeschehen belasten. „Wir gehen davon aus, dass die Europäische Zentralbank den Zinssenkungszyklus verlangsamt und sich die Leitzinsen zwischen 2,0 und 2,5 Prozent bewegen“, so Bantle.

Fundament für die Region

Für 2025 rechne die Raiba mit einer rückläufigen, jedoch weiter stabilen Ertrags- und Risikolage. Er sei überzeugt, dass die genossenschaftliche Idee sowie die Verwurzelung der Bank ein Fundament für die Region darstelle, um die Herausforderungen zu meistern.

Hardts Bürgermeister Michael Moosmann nutzte die Gelegenheit, auf seine siebenjährige Amtszeit zurückzublicken. Seit 2018 habe sich die von der Bank entrichtete Gewerbesteuer um 62 Prozent gesteigert. „Da lacht das Herz des Bürgermeisters. Die Raiba ist somit Mitwirkende für Stabilität“, hob Moosmann hervor.

Für eine Amtszeit von drei Jahren wurden die Aufsichtsratsmitglieder Joachim Kopp und Michael Summ (beide Aichhalden) wiedergewählt.

Der Handharmonikaclub übernahm die musikalische Unterhaltung. Foto: Herzog

Zudem gab es eine große Anzahl von Ehrungen. Für 60 Jahre Mitgliedschaft ausgezeichnet wurden Hermann Ginter, Otto Kimmich, Herbert Kimmich, Josef Klausmann, Heinz Rapp und Helmut Schwenk.

Im Anschluss an die Ehrungen servierte der HHC „Schwarzwaldecho“ Hardt ein musikalisches Dessert.