Geheimnisvoll: Woher stammt das grüne Licht hinter dem Erdwall im Nagolder Stadtpark Kleb? Foto: Heiko Hofmann

Sind sie mitten unter uns? Aliens? In Nagold? Es gibt zumindest plausible Theorien, warum im Stadtpark unerklärliche Dinge geschehen. Höchste Zeit für eine klärende Glosse.

Grünes unheimliches Licht umhüllt den Ort des Geschehens – ein Ort wie geschaffen, um eines der ganz großen unerklärlichen Phänomene dieser Welt zu beherbergen. Willkommen im Stadtpark Kleb in Nagold.

 

Mystisch, rätselhaft, ja richtig gruselig ist dieser Ort. Es ist bereits dunkel, im Stadtpark Kleb sogar noch ein wenig dunkler als andernorts.

Doch dann ist da dieses Licht. Hinter einem riesigen Erdwall, der wiederum von hohen Absperrzäunen umgrenzt ist, erstrahlt der Nebel in grellem Grün. Die Lichtquelle? Unbekannt, sie liegt ja verborgen hinter der Absperrzone. Doch der geneigte Verschwörungstheoretiker in uns macht sich natürlich so seine Gedanken, ob dieses gruslig ungesunden Anblicks.

Ist die offizielle Erklärung nur Ablenkung?

Von einer Baustelle spricht die Stadt Nagold. Tagsüber werden dort scheinbar Rohre per Hammerverfahren durch das Erdreich und unter dem Fluss durchgetrieben. Ehrlich jetzt? Rohre, die unter einen Fluss durchgehämmert werden? Kann man glauben. Muss man aber nicht! Zumal da ja schon seit Monaten wild rumgebuddelt und gelärmt wird. Ist das alles womöglich nur Ablenkung?

Wer in den Abendstunden auf die grün leuchtende Szenerie blickt, dem schießen jedenfalls mehrere plausiblere Erklärungsansätze durch den Kopf.

Hätte Nagold einen chemischen Großbetrieb im Ort, dann wäre die Sache ja eh klar. Das alles wirkt wie in Hollywood-Comic-Verfilmungen, wenn mal wieder der Schurke und Umweltsünder seine Chemikalien in eine Grube gekippt hat, und die dann mit der Zeit, ein gefährliches Eigenleben beginnen. Dann leuchtet‘s Grün über der Grube. Neongrün. Wie im Kleb.

Dieses Grün erinnert an grüne Männchen, also Aliens

Doch in diesem Fall ist die Verklappung chemischer Abfälle oder die Vergiftung der Stadtbevölkerung eher unwahrscheinlich. Also ab zur nächsten Theorie. Dieses Grün erinnert ja irgendwie an grüne Männchen, also Aliens. Und die Absperrungen und der hohe Erdwall schützen die verbotene Zone vor allzu neugierigen Blicken. Das erinnert durchaus an die berühmte „Area 51“ in den Staaten. Hat Nagold also aus Versehen vor lauter Buddelei im Erdreich des Stadtparks Alien-Eier entdeckt? Werden diese gerade ausgebrütet? Ist das Area 72202? Das künftige Roswell im Nagoldtal?

Gut denkbar, doch es fehlen die Beweise. Also bleiben wir seriös und offen für die nächste Theorie: In Nagold wird ein geheimes Forschungszentrum betrieben. Tagsüber perfekt als Baustelle getarnt, wird des Nachts aktiv geforscht. An was? Das liegt doch nun wirklich auf der Hand: Es ist ein Ampelforschungszentrum, klarer Forschungsschwerpunkt: die Grüne Welle.

Haust in der Baugrube der Grinch?

Soweit der wissenschaftliche Ansatz, doch am plausibelsten erscheint mir der politische Erklärungsansatz, der letztlich dann auch alle Theorien in sich vereint: In der Baugrube haust ein alienähnliches grünes Wesen, das politisches Asyl genießt: der Grinch.

Kurz für alle Grinch-Unkundigen als Erklärung: Der Grinch ist eine amerikanische Fantasyfigur, bekannt aus Kinderbüchern und höchst erfolgreichen Hollywood-Blockbustern. Der Grinch hat ein grünes Fell und diebische Freude daran, anderen das Weihnachtsfest zu verderben.

Die Baustelle im Tageslicht. Foto: Bernklau

In den Staaten genießt der Grinch absoluten Kultstatus - und genau deswegen hat er womöglich das Land verlassen und musste gerade jetzt zur Weihnachtszeit an einem Ort untertauchen, wo er garantiert nicht vermutet wird: in Deutschland, in Baden-Württemberg, in Nagold, in den Tiefen des Stadtparks Kleb!

„Make Christmas great again!“

Vielleicht genießt der Weihnachts-Grinch ja in Deutschland Asyl. Mich würde es nicht wundern, wenn er auf der Flucht wäre vor US-Präsident Donald Trump, der gerade in der Weihnachtszeit keine zweite Kultfigur neben sich ertragen kann. Frei nach dem Motto: Es kann nur einen geben. „Make Christmas great again!“

Bleibt noch zu klären, was das in Wirklichkeit für lärmende Geräusche tagsüber sind - dieses laute Hämmern. Auch hier ist die Grinch-Theorie die mit Abstand plausibelste – zumal sie alle Theorien miteinander vereint: In der Nacht nur grün vor sich hin zu strahlen, ist dem hyperaktiven Weihnachts-Flüchtling einfach zu öde. Also schaltet er tagsüber immer wieder die Testampel für wenige Sekunden von Grün auf Rot – und freut sich grinchig über die kleinen Aliens, die in ihren Mars-Mobilen immer wieder aufs Neue ineinander krachen. Das scheppert gewaltig – manche sagen auch, das klingt wie ein überdimensionierter Hammer, der Rohre durch das Erdreich treibt. Wir aber wissen es jetzt besser: Der Grinch lässt es in seiner neuen Wahlheimat so richtig Krachen.