Im Herbst soll die Ferienbetreuung in Wolfach und Hausach starten (Symbolfoto). Foto: Christoph Breithaupt

Wolfach und Hausach wollen die Ferienbetreuung, die mit dem Rechtsanspruch auf die Ganztagsschule für die Kommunen verpflichtend wird, mit dem „Club 82“ organisieren.

Mit dem Schuljahr 2026/27 brechen andere Zeiten an: Ab dann greift landesweit schrittweise der Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung für Kinder im Grundschulalter.

 

Auch in weiten Teilen der Ferien – acht Stunden am Tag, fünf Tage die Woche. Wolfach und Hausach stellen sich der Herkulesaufgabe gemeinsam: In den Gemeinderäten werden die Weichen für eine interkommunale Kooperation mit dem „Club 82“ gestellt.

Wolfachs Gemeinderat hat am Mittwoch bereits geschlossen zugestimmt, in Hausach steht das Thema am Montagabend an. Hinter den Kulissen läuft die Vorbereitung schon deutlich länger: Im Oktober 2024 habe man sich zum ersten Mal mit Vertretern der Stadt Hausach zusammengesetzt, erklärt Christian Kaiser, zuständig für Wolfachs Schulen und Kindergärten. Schon kurz darauf saß auf Kaisers Initiative auch der „Club 82“ im Boot.

Gelegenheit für Mitarbeiterinnen

Seit mehr als 20 Jahren sei ein großer Tätigkeitsbereich des Freizeitclubs die Kita- und Schulbegleitung behinderter Kinder und Jugendlicher, erklärt Geschäftsführer Helmut Walther – von Wolfach bis Gengenbach und ins Elztal. In den Ferienzeiten aber gibt’s keine Begleitungsdienste. Idealer Zeitraum also für die Mitarbeiterinnen, die wollen, ihre Stundenzahl aufzustocken. Acht Personen aus dem Club-Team hätten sich bisher gemeldet. „Das würde erstmal reichen zum Start. Wir wissen auch noch nicht, wie es sich entwickelt. Nutzen das viele Eltern oder nicht – das wissen wir nicht“, erklärt Walther.

Eine der Fragen, die auch die kommunalen Planer noch nicht genau beantworten können. Nach einer noch unverbindlichen Umfrage unter den Eltern in Wolfach aber sei das Interesse sogar größer als gedacht, erklärt Kaiser.

Warum eigentlich gerade Hausach? Viele Hausacher Kinder besuchten später die Realschule Wolfach, umgekehrt würden viele Wolfacher schon in der Gemeinschaftsschule oder später im Gymnasium in Hausach zur Schule gehen. Der Kontakt schon im Grundschulalter sei da sicher nicht von Nachteil. Zudem hätten die Kommunen auch eine ähnliche Größe. Schon vor dem Start zeige die Kooperation Vorteile. „Es gibt verschiedene Themen, wo man sich aufteilen kann. Ich denke, dass viele Kommunen das künftig interkommunal machen werden.“

Bewegliche Ferientage spielen eine Rolle

„Vieles war noch nicht klar, auch rechtlich nicht – ist vieles immer noch nicht, muss man dazu sagen“, blickt Kaiser zurück. Immerhin habe das Land inzwischen erklärt, dass die Kommunen pro Schuljahr 20 Ferientage zu Schließtagen erklären können, an denen keine Betreuung angeboten wird. In Wolfach und Hausach werden das die Weihnachtsferien und beweglichen Ferientage sein (siehe Info). Klar sei mittlerweile auch, dass das Land 68 Prozent der Kosten für den Ganztagsanspruch zuschießt. Für die Ferienbetreuung soll der Rest von den Kommunen und anteilig über einen Elternbeitrag gedeckt werden. Wie hoch die Gebühr ausfallen wird, soll voraussichtlich im Februar festgelegt werden. Ab und bis wann man sein Kind anmelden kann und wo, das hängt noch am Land. Per Gesetz wäre noch der Landkreis zuständig, doch gehe man davon aus, dass die Aufgabe an die Kommunen delegiert werde.

Sicher ist: Auch wenn der Rechtsanspruch zunächst nur für Erstklässler gilt, wollen die Gemeinden Wolfach und Hausach die Betreuung direkt für alle Schüler im Grundschulalter anbieten.

In den Ferien

In Oster-, Pfingst-, Sommer- und Herbstferien soll es die Ferienbetreuung künftig geben – im Wechsel in Hausach oder in Wolfach. Zum Start in den Herbstferien geht Kaiser von zwei Gruppen aus, tendenziell sogar drei, mit je 25 Kindern pro Gruppe. Angeboten werden soll die Betreuung von 7.30 bis 15.30 Uhr, wahlweise auch im verlängerten Halbtag von 7.30 bis 13.30 Uhr. Angedacht, aber noch Teil der anstehenden Detailplanung, ist ein warmes Mittagessen.Ihr Hauptquartier soll die Betreuung in den Schulen haben, aber längst nicht nur dort stattfinden: Auch der Abenteuerpfad mit Grillhütte in Hausach, das Biesle in Halbmeil oder das Areal des Wald- und Naturkindergartens sollen genutzt werden. Am Programm wird noch getüftelt: „Unsere Aufgabe ist, das Konzept, die Ideen zu kreieren“, erklärt Club-Chef Helmut Walther.