Die Rad-Demo führte quer durch Albstadt. An vielen Orten wurde ersichtlich, wie schlecht das Albstädter Radwegnetz ausgebaut ist. Weitere Demos auf dem Fahrrad sind geplant. Foto: (sb)

Wie lückenhaft und problembehaftet das Radwegenetz in Ebingen ist, zeigte der Ortsverband der Grünen mit rund 40 Unterstützern im Rahmen einer Rad-Demo.

Albstadt-Ebingen - Beim Startpunkt am Ebinger Skilift war die Schar der Fahrradfahrer noch überschaubar. Mit jeder der fünf Stationen kamen mehr Radler hinzu; mehr als 40 waren es bei der Abschlusskundgebung am Rathaus in Ebingen. Der Albstädter Ortsverband der Grünen hatte am Samstag zur Fahrraddemo geladen, unter anderem um auf die Notwendigkeit einer Verkehrswende aufmerksam zu machen.

Klingeln kündigen den Konvoi an

Ganz vorne im Feld fuhr Initiator Markus Ringle, der mit seinem Fahrrad einen Anhänger zog, auf dem die Technik und die Lautsprecheranlage waren. Begleitet von Klingeln und Trillerpfeifen zog der Konvoi durch die Stadt. Denn Aufmerksamkeit, das war erwünscht bei der Fahrradtour mit ernstem Hintergrund.

Die Demonstranten auf zwei Rädern übten Kritik am Albstädter Radwegenetz –­ die Problematik sei aber nicht neu. "Es tut sich halt nichts", kommentierte Markus Ringle. Schließlich hat der Gemeinderat bereits 2015 ein Budget über 1,5 Millionen Euro für den Ausbau des Radwegenetzes hinterlegt und zwei Prioritätsstufen für die Umsetzung gesetzt: 2015 bis 2017 und 2018 bis 2019. Das Ergebnis lasse bisher s auf sich warten.

Dass Fahrradfahren in Albstadt ein unsicheres Unterfangen ist, zeigte sich bei der Tour durch die Ortsteile. Nach dem ersten Halt an der Schalksburgschule ging es zunächst noch recht sicher auf dem Radweg auf der Ost-West-Achse stadteinwärts. Dieser endet bei der Augustenhilfe. Rechtsseitig kam man dann auf einem Radstreifen voran, doch irgendwann endet auch dieser abrupt.

"Man muss dann schauen, dass man irgendwo Richtung Oststadt kommt", stellte Ringle fest. Er ist sich sicher: "Würde man einem Autofahrer so etwas zumuten, gebe es einen Aufstand". Die Oststadtschule und ihr näheres Umfeld ist laut Ringle ein weißer Fleck im Radwegnetz und nicht sicher mit dem Drahtesel zu erreichen. "Welche Angst müssen Eltern um ihre Kinder haben, wenn sie von dort mit Fahrrad zur weiterführenden Schule fahren?"

Doch für Studenten ist der Fahrradweg nicht viel sicherer: Beispielhaft demonstrierten das vier Fahrradfahrer vor der Fachhochschule. Der Radweg aus Richtung Innenstadt endet an der Ampel zwischen zwei Fahrzeugspuren. "Wie findet man den Weg nach links wenn alle Ampeln auf Grün schalten?", fragte sich Ringle. Erwachsene wüssten sich vielleicht noch zu helfen, doch Schüler hätten da Schwierigkeiten.

Forderungen richten sich an OB Klaus Konzelmann

An allen Stationen machte der Chor lautstark auf seine Forderungen aufmerksam, adressiert an Oberbürgermeister Klaus Konzelmann. Ringle: "Wer macht‘s nun?". Dann die Antwort der Demonstranten: "der Klaus macht‘s!" –­ "Wann macht es der Klaus?" – "Er macht es jetzt!".

Zusammenfassend das eindeutige Fazit der Demonstranten: Die Radwegeinfrastruktur fehlt; eine Lösung muss schnell her. Das Radwegenetz muss endlich überplant und flächendeckend geschlossen werden.

Der Ortsverband der Grünen, erklärte Markus Ringle, ist seit zwei Jahren an dem Thema dran und hat Vorschläge geliefert – ­ohne Ergebnis aus dem Rathaus. "Deshalb gehen wir jetzt vier Mal auf die Straße", kündigte Ringle an. Die nächste Rad-Demo der Grünen ist am Samstag, 11. September, und führt von Ebingen nach Onstmettingen und zurück.

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