Sichere und direktere Radwege soll es in der Region immer mehr geben – dafür steht der Radverkehrsplan. Foto: Paul Zinken/dpa

Der Radverkehrsplan des Schwarzwald-Baar-Kreises ist noch nicht am Ziel – viele Verbindungen bestehen aktuell nur auf dem Papier.

Im Oktober 2023 war der Radverkehrsplan für den Landkreis in Bad Dürrheim vorgestellt worden – der damalige Status quo sollte die Ausgangslage für viel mehr sein.

 

In einer Online-Beteiligung konnten sich auch interessierte Bürger einbringen. Sie konnten nicht nur vorhandene Radwege bewerten, sondern sogar neue auf einer Karte vorschlagen. Die Folge glich offenbar einem Spinnennetz, das nun im Ausschuss für Umwelt und Technik des Landkreises Thema war.

So viel schlagen die Bürger vor

382 neue Verbindungen hatten die Teilnehmer vorgeschlagen, darüber hinaus wurden 272 bestehende Wege kommentiert und summierten sich über 2000 Bewertungen – 1823 positive und 232 negative. Klar ist: „Es muss damit gerechnet werden, dass nicht alle im Radverkehrsplan gewünschten Wege wie geplant auch realisierbar sind“, stellt die Kreisverwaltung fest.

Weiter ging es in den Raumschaften des Schwarzwald-Baar-Kreises – jede Kommune konnte „radfahraffine und ortskundige“ Vertreter benennen, 25 kamen zusammen und berieten einen Abend lang in Villingen, Donaueschingen und Furtwangen über die Ergebnisse der Online-Beteiligung.

Parallel dazu brachten sich Fachleute ein – die Naturschutzverbände oder Landeigentümer beispielsweise. Und weil manche der Maßnahmen Straßen tangieren, die gar nicht Eigentum des Landkreises sind, ist der Austausch mit vielen anderen Stellen notwendig. Die Planungshoheit habe der Landkreis lediglich über 64,3 Kilometer der Verbindungen im Radverkehrsplan, stellte man fest.

Liste der Vorhaben ist lang

Ein Großteil des Wegs liegt noch vor der Region: Im Radverkehrsplan enthalten sind 169,6 Kilometer Radwegeverbindungen – bis 2023 waren lediglich 24,9 davon umgesetzt – wobei der Landkreis mit 22,6 Prozent seines Anteils noch am besten vorangekommen ist, der Bund hatte bis dahin von 12,4 Kilometern noch keinen einzigen umgesetzt, das Land von 34,3 Kilometern bis Ende 2023 6,2 Kilometer (18,1 Prozent), die Kommunen von 64,4 Kilometer gerade einmal 5,5 (8,5 Prozent).

Für den Ausbau will man in der Region ordentlich Geld in die Hand nehmen – pro Kilometer Radweg rechnet man mit Kosten in Höhe von 1,25 Millionen Euro.

Froh ist man deshalb über die außerordentlich hohen Fördersätze – 85 Prozent des Aufwands können über entsprechende Förderprogramme von Bund und Ländern bezahlt werden, lediglich für die restlichen 15 Prozent muss man das Kreisbudget belasten: Konkret wären das 12,9 Millionen Euro.