Die Ausgabe kommt zur Unzeit, doch da sie vorbereitet ist und das Landratsamt einen großen Anteil bezahlt, muss der Bau durchgeführt werden, die Rede ist vom Radweg zwischen Biesingen und der Hirschhalde, der rund 2,3 Kilometer lang sein soll.
Bad Dürrheim. Der eine oder andere Bad Dürrheimer Gemeinderat hätte bei den Haushaltsberatungen die Ausgabe des Geldes für das Projekt gerne verschoben auf eine Zeit nach der Corona-Pandemie und deren Auswirkungen. Insgesamt gibt das Landratsamt die Kosten mit 720 000 Euro an. Der Radwegebau wird über Bundes- und Landesmittel zum Großteil gefördert. Die Auftragserteilung an den Unternehmer muss bis spätestens 21. April erfolgen, damit die Fördergelder nicht verfallen. Die Summe verteilt sich auf rund 180 000 Euro für Grunderwerb, Ausgleichs- und Planungskosten sowie 540 000 Euro für die Bauarbeiten.
Die Idee für den Radweg stammt aus dem Radverkehrsplan Schwarzwald-Baar-Kreis, dessen Abschlussbericht im Jahr 2014 im Kreistag vorgestellt wurde. Damals wurden die Baukosten lediglich auf rund 285 000 Euro geschätzt, der Radweg war Bestand in einem Fünf-Jahres-Plan, der zwischen 2015 und 2019 hätte umgesetzt werden sollen.
Erklärtes politisches Ziel des Kreistages war und ist es, dass die Radfahrer zügig und direkt fahren können. Umwege, Hindernisse und sonstige kritische Stellen, an denen der Radfahrer Zeit verliert, sollen auf ein Minimum reduziert werden. Es ging um eine Verknüpfung der Radverkehrsführungen der einzelnen Gemeinden miteinander und Schaffung dualer Führungsformen wie beispielsweise schnell entlang der Hauptstraße und sicher über Nebenstraßen sowie Wald- und Wirtschaftswege zu kommen.
Gesamtkonzept auf Nutzen geprüft
Geprüft und bewertet wurden alle in Frage kommenden Verbindungen im Schwarzwald-Baar-Kreis mit Blick auf ihre Bedeutung für den Radverkehr. Die Einflussgrößen waren dieAttraktivität der Start- und Zielorte,Zwischenziele, Abzweigungen,Distanz,Steigung, Anbindung an den Schienenpersonenverkehr, der Bedarf der Bürger, Alternativrouten sowie dietouristische Bedeutung.
Beschluss stammt aus dem Jahr 2015
Unter diesen Punkten kamen die Planer des Radverkehrsplans des Schwarzwald-Baar-Kreises zu dem Entschluss, dass unter anderem der Lückenschluss entlang der K 5705 von Biesingen nach Bad Dürrheim – besser gesagt bis zur Hirschhalde – eine gute Sache ist. Der Gemeinderat fasste im Sommer 2015 den Beschluss, nach den bereits realisierten Radwegeverbindungen Hochemmingen-Tuningen und Unterbaldingen-Geisingen mit Priorität I die Verbindung von Biesingen in Richtung Kernstadt Bad Dürrheim zu realisieren.
Das Ingenieurbüro Greiner aus Donaueschingen wurde mit der Vorplanung beauftragt. Die Abstimmungsgespräche unter Beteiligung des Straßenbauamtes haben ebenfalls stattgefunden; auch die Verhandlungen für den notwendigen Grunderwerb.
Finanziell würde es, wie in der Vergangenheit auch, so laufen, dass sich bei einer Förderung durch das Land mit 50 Prozent als Festbetrag auf Basis der Kostenberechnung der Landkreis und die Stadt Bad Dürrheim die weiteren 50 Prozent teilen.
Nicht förderfähig und damit voll bei der Kommune verbleiben die Planungs- und sonstigen Nebenkosten. Die Gesamtkosten belaufen sich nach einer ersten groben Schätzung der Gemeinde im Jahr 2018 noch auf rund 550 000 Euro. Sie sind, wie aus der Information des Landratsamtes ersichtlich, erneut gestiegen.
Wegeführung entlang der Kreisstraße
Der geplante Radweg verläuft von Biesingen in der verlängerten Mühlenstraße direkt am Friedhof vorbei bis zum Verbindungsweg, der nach Heidenhofen und Aasen führt. Dazu wird ein Wirtschaftsweg verbessert und der Rest neu gebaut. Dann muss der Radfahrer die Kreisstraße K 5705 queren, und es geht auf zum größten Teil vorhandenen Wegen zur Hirschhalde und danach hinunter bis zur Luisenstraße.
In diesem Bereich muss ein kleineres Teilstück verbessert werden. Die Baumaßnahmen soll im Mai beginnen und bis im Oktober abgeschlossen sein.