Die Mittelstreifen an dieser Radunterführung bringt mehr Sicherheit. Foto: Beiter

Radfahren ist ein Stück sicherer geworden – zumindest auf dem viel befahrenen Radweg zwischen Hechingen und Rangendingen. Dort wurden bei der Unterführung Mittelstreifen aufgemalt, die nun die Fahrtrichtungen in den gefährlichen Kurven bei der Ein- und Ausfahrt markieren.

Hechingen/Rangendingen - Eine regelmäßige Nutzerin der Strecke war positiv erstaunt. Erst Ende April hatte die Stadt Hechingen auf Anfrage und Hinweis des Schwarzwälder Boten mitgeteilt, dass die Markierungen an dem als Gefahrenstelle bekannten Durchlass bald auf die Fahrbahn aufgemalt würden. Als sie Anfang Mai erstmals die Strecke wieder befuhr, war die Maßnahme auch schon ausgeführt.

"Ich bin sehr froh über die Markierungen. So wird deutlich, dass es hier Gegenverkehr gibt und man auf seiner Seite bleiben sollte", sagt Rosemarie Beiter. Vom Frühjahr bis in den Herbst nutzt sie die Strecke für die Fahrt mit dem Rad zur Arbeitsstelle in Hechingen. Trotzdem meint sie, dass bei der Ein- und Ausfahrt in den Radtunnel immer noch ein "ungutes Gefühl" bleibe, weil man nie wisse, wie ein eventuell zu erwartender Gegenverkehr um die scharfe 90-Grad-Kurve komme.

Drei Unfälle bei Bekannten

Das hat seinen Grund. Denn allein aus ihrem eigenen Bekanntenumfeld weiß sie von drei Unfällen, die sich dort in den vergangenen Jahren ereignet haben. Jetzt sind zumindest die Fahrtrichtungen deutlich markiert. Nun hofft die Rangendingerin, dass die Radfahrer die Markierung auch als Hinweis verstehen, dort langsamer und vorsichtiger zu fahren.

Über die neuen Sicherheitsstreifen freut sich auch Rüdiger Giesen aus Hechingen. Seit zehn Jahren fährt der 75-Jährige die Strecke auf seinem täglichen Rundweg von Hechingen über Bodelshausen und Rangendingen – "manchmal sogar zwei Mal am Tag". Einmal, so erzählt er, musste er bei der Ausfahrt aus dem Tunnel auch schon unfreiwillig in den Grünstreifen ausweichen und absteigen, um eine Kollision mit einem anderen Radfahrer zu vermeiden. Dieser war ihm in der Kurve und auf seiner Seite entgegen gekommen. Passiert ist zum Glück nichts, doch den Schrecken hat Rüdiger Giesen nicht vergessen.

Spiegel für mehr Übersicht

An diesem Tag ist er mit seiner Familie auf dem Radweg unterwegs. Die Markierungen seien eine deutliche Verbesserung, meint Giesens Sohn. Doch noch sicherer für die Radfahrer wäre an jeder Seite ein Spiegel, um den Kurvenbereich besser einsehen zu können, so seine Einschätzung.

Eine junge Radfahrerin aus Rangendingen hat den neuen Mittelstreifen zwar schon bemerkt, doch sie habe die Unterführung nie als große Gefahr empfunden, erzählt sie. Was aber vielleicht auch daran liegen könnte, dass sie nie zu den Hauptfahrzeiten dort unterwegs sei. Gut finde sie die Markierung trotzdem, fügt sie hinzu.

Rutschige Schlammpfütze

Bisher noch nichts getan hat sich an einem weiteren Gefahrenpunkt an der Unterführung. Um einen Einlaufschacht in der Kurveneinfahrt auf Rangendinger Seite hat sich der Belag gesenkt. Dort sammelt sich bei feuchtem Wetter eine Schlammpfütze, die gefährlich rutschig werden kann und von den Radfahrern deshalb gern umfahren wird – auf der Gegenfahrbahn natürlich. Bei einem entgegenkommenden Zweirad – es dürfen dort auch Mofas fahren – kann das dann auch trotz Mittelstreifen wieder gefährlich werden.

Die Stelle sei dem Tiefbauamt bereits seit längerem bekannt, erteilt die Stadtverwaltung auf Anfrage Auskunft. Und verspricht, dass sich die Stadt Hechingen als zuständige Verkehrsbehörde um eine Beseitigung der Gefahrenstelle kümmern werde.

Das hat die Stadt auf Anfrage des Schwarzwälder Boten auch für den Radweg zwischen der neuen Starzelbrücke und dem Hauser Hof versprochen. Im Zuge des Brückenneubaus würden auch "größere Schäden auf der gesamten Strecke repariert", war Ende April aus der Stadtverwaltung zu hören. Die Brücke, so hieß es, werde, wenn es gut läuft, Anfang Juni für den Verkehr und damit auch für Radfahrer wieder frei gegeben.