Der Radweg zwischen St. Georgen und Hardt wird neu gebaut: Der Auftrag ist erteilt. Es ist ein Mammutprojekt, das jetzt vollendet werden soll.
Lang war der Weg zum Ziel. Der Kreistag hat einer Auftragsvergabe für den Neubau eines Radweges entlang den Kreisstraßen K 5724 und K 5531 zwischen St. Georgen und Hardt zugestimmt. Grünes Licht gab es außerdem für den Auftrag eines Ausbaus an diesen Straßen zwischen Brogen und Hardt.
Als Gründe dafür werden der schlechte Zustand und die für die Verkehrsbelastung zu geringe Ausbaubreite genannt.
Win-Win-Situation
Als wirtschaftlichste Bieterin gehen beide Aufträge an die Firma Gebrüder Stumpp GmbH aus Balingen. Das Unternehmen will das Gesamtprojekt für 3,7 Millionen Euro umsetzen. Der nächst höhere Bieter gab Kosten von 4,6 Millionen Euro an, der teuerste Bieter sogar 7,7 Millionen Euro. „Der Radweg ist ein Riesenprojekt, das uns schon lange beschäftigt“, sagte Landrat Sven Hinterseh in der Sitzung. Vom Ausschreibungsergebnis sei das Landratsamt „angenehm überrascht“. Gerechnet worden sei mit Kosten von rund fünf Millionen Euro, jetzt liege das wirtschaftlichste Gebot bei 3,7 Millionen Euro.
Auf Nachfrage wie die starke Differenz zum zweitgünstigsten Bieter zustande kommt, verwies ein Vertreter des Kreisstraßenbauamtes auf den Handel mit Erdmassen hin. Die Firma Gebrüder Stumpp betreibe einen Steinbruch in Horgen. Über eine Rückvergütung wegen des Erdaushubes bekomme man die Leistung fast 1,5 Millionen Euro günstiger als gedacht. Für den neuen Radweg erwartet das Landratsamt eine Förderung von 90 Prozent der Kosten, für die Straßensanierung in Höhe von 50 Prozent.
Was wird gemacht?
Der Radweg zwischen St. Georgen und Hardt wird auf einer Länge von 6,4 Kilometer neu gemacht. Beginn ist auf Gemarkung St. Georgen am Knotenpunkt der Landesstraße L 175 und der Kreisstraße K 5724. Der Weg kreuzt im Bereich Brogen die dortige Kreisstraße K 5725 und endet vor der Gemeinde Hardt am Abzweig des „Römerwegs“.
Von den geschätzten Gesamtkosten in Höhe von 3,2 Millionen Euro betrüge die Förderung rund drei Millionen Euro, so dass noch 210 000 Euro Kosten verbleiben. Diese teilen sich der Schwarzwald-Baar-Kreis, der Kreis Rottweil sowie die Kommunen St. Georgen, Königsfeld, Schramberg und Hardt. Die genannten Abschnitte der Kreisstraßen werden auf eine Gesamtbreite von sechs Metern ausgebaut, also ein Meter breiter als bisher. Die Bushaltestellen werden barrierefrei (auch zwischen St. Georgen und Brogen). Insgesamt werden 13 Haltestellen erneuert. Zur Sicherung der Kreisstraße werden rund 2850 Meter neue Schutzplanken verbaut. Insgesamt wird von Kosten in Höhe von knapp 2,7 Millionen Euro ausgegangen.
Einen Zuschuss gibt es in Höhe von 1,59 Millionen Euro. Den Rest von 1,1 Millionen Euro teilen sich der Schwarzwald-Baar-Kreis (652 540 Euro) und der Kreis Rottweil (453 460 Euro).
„Die Vorbereitungen dafür haben zehn Jahre gedauert“, stellte Walter Klumpp (Freie Wähler) fest. Die hohen Zuschüsse seien Garant dafür, dass es jetzt umgesetzt werde. Mit dem Radweg werde gerade mit Blick auf den Schulweg eine wichtige Lücke geschlossen. „Es wird sicherer.“
Wichtiger Lückenschluss
Oliver Freischlader (SPD) erkundigte sich, ob man wegen der Verkehrsbelastung auf diesen Abschnitten der Kreisstraße nicht den Schwerlastverkehr beschränken könne. Dies geht nicht, hieß es von Seiten des Straßenbauamtes. Denn damit riskiere man den Verlust der Förderung. Der Bürgermeister von Königsfeld, Fritz Link (CDU), bezeichnete den Neubau des Radweges sowie den Ausbau der Kreisstraße als „intelligent und sinnvolle Lösung“. Das sahen die anderen Mitglieder des Kreistages genauso. Beide Aufträge wurden einstimmig vergeben.