„Umleitungsschildern“ sollen Zweiradler bei Stetten so navigieren, dass sie nicht in Versuchung kommen, auf der für sie gefährlichen B463 zu fahren. Foto: Thomas Kost

Das baden-württembergische Verkehrsministerium hat auf einen Leserbrief zum fehlenden Radweg entlang der B 463 zwischen Salzbergwerk und der Stunzachbrücke reagiert.

Wer die frühere Mitarbeiterin der Stadt Haigerloch kennt, weiß, dass sie sich seit jeher für den Ausbau des Radwegnetzes einsetzt. Seit Jahren legt sie immer wieder den Finger in die Wunde, wenn es um das fehlende Radwegstück an B 463 zwischen Salzbergwerk und Stunzachbrücke geht.

 

Dort müssen Radfahrer für einige hundert Meter die vielbefahrene Bundesstraße nutzen, was aufgrund des hohen Anteils an Lastwagen auf dieser Verkehrsader nicht ganz ungefährlich ist.

Radweg ist im Bedarfsplan des Ministeriums

Raabes jüngster Leserbrief – Anlass war eine Äußerung von Verkehrsminister Winfried Hermann zum geplanten Ausbau eines Radweges entlang einer Landesstraße im Enzkreis. Dort war der Pforzheimer Radaktivist Andreas Mandalka (Natenom) im Januar 2024 von einem Auto erfasst und tödlich verletzt worden – hat nun sogar das baden-württembergische Verkehrsministerium auf den Plan gerufen.

Die dort angesiedelte Pressestelle erklärt in einer Reaktion auf den Leserbrief, warum es nicht ganz so einfach ist, in Stetten für einen raschen Radwegausbau zu sorgen und gibt einen Überblick über den derzeitigen Stand der Dinge.

Der Wunsch nach einem Radweg entlang der B 463 bei Stetten, so das Ministerium, sei sowohl im Verkehrsministerium als auch im Regierungspräsidium Tübingen bekannt. Die Maßnahme sei als “Vordringlicher Bedarf“ im Bedarfsplan enthalten, aber nicht im RadNETZ BW gelegen.

Die Situation an der B463 ist „beengt, komplex und herausfordernd“

Im Gegensatz zur L 574 zwischen Neuhausen und Schellbronn (Anm. d. Red.: dort hat sich der tödliche Unfall ereignet), so ein weiterer Hinweis, sei an der B 463 zwischen Saline und Stunzachbrücke kein straßenbegleitender Radweg vorhanden.

Er müsste neu gebaut werden, was sich aus Sicht der Landesbehörde aufgrund der beengten örtlichen Situation als „sehr komplex und herausfordernd darstellt“. Südlich der Bundesstraße engt ein Steilhang den Spielraum ein. Auf der gegenüberliegenden Straßenseite setzen die Eisenbahnschienen der SWEG dem Vorhaben Grenzen.

Bereits 2022 hat das Landratsamt Zollernalbkreis die Radwegbeschilderung entlang der B 463 im Umfeld von Stetten so geändert, dass Radfahrende nicht mehr zwischen der Stunzachbrücke und der K 7113 sich auf die B 463 wagen müssen , sondern südlich der Bundesstraße über bestehende Feldwege und durch Owingen umgeleitet werden. Aus Owinger Richtung gesehen, werden Radfahrende kurz nach dem Lebensmitteldiscounter Lidl mittels eines entsprechenden Wegweisers an der Salinenstraße über Stetten geführt.

Diese Maßnahme führt zumindest weniger ortskundige Radler nicht in Versuchung, die gefährliche radwegfreie „Direttissima“ zwischen Stunzachtal und dem beim Stettener Bahnübergang beginnenden Radweg zu nehmen, sondern lotst sie weiträumig um die Gefahrenstelle herum.

Ortschaftsrat Stetten gegen ein Radfahrverbot

Um angesichts der aktuellen Situation die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer auf der B 463 zu verbessern, war zudem als weitere Maßnahme die Anordnung eines Verbotes für den Radverkehr auf dem Teilstück geplant. Dazu hat das Landratsamt schon im November 2024 die verschiedenen zuständigen Behörden angehört.

Dieses angedachte Verbot ist aufgrund der Ablehnung durch den Ortschaftsrat Stetten bis jetzt allerdings nicht umgesetzt worden. Das Gremium befürchtet, dass bei einer Zustimmung zu einem Radfahrverbot die Pläne für einen Radwegbau zwischen Saline und Stunzachbrücke ganz in der Schublade verschwinden.