So könnte auch die Radparkanlage in Heumaden eines Tages aussehen. Foto: Kienzler Stadtmobiliar GmbH

Wenn die Hesse-Bahn fährt, soll es natürlich auch Abstellmöglichkeiten für Fahrräder geben. Wie diese aussehen könnten, hat der Bau- und Umweltausschuss jüngst besprochen.

Calw - Es gibt "Park-and-Ride", "Kiss-and-Ride" und "Bike-and-Ride". Wie Letzteres künftig an den Haltestellen der Hermann-Hesse-Bahn (HHB) aussehen soll, damit befasste sich der Bau- und Umweltausschuss (BUA). Genauer gesagt hat ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der Anliegerkommunen der Hesse-Bahn eine Empfehlung ausgesprochen, wie sie die "Bike-and-Ride-Anlagen" gestalten würden. Das sollte nämlich, da sei man sich laut Sitzungsvorlage einig, entlang der Bahnstrecke einheitlich geregelt sein. Außerdem müssen sie bestimmte Voraussetzungen erfüllen, wie Bernd Wössner von der Abteilung Stadtplanung aufzählte: Zum Beispiel sollten alle Anlagen mit einem Logo der HHB versehen sein, größentechnisch an den Bedarf angepasst werden, gegebenenfalls erweiterbar und vor allem sicher auch für hochwertige E-BIkes und Fahrräder sein.

Der Arbeitskreis hat für die Haltestellen in Heumaden, Althengstett und Ostelsheim ein Radparksystem der Firma Kienzler aus Hausach als gemeinsamen Nenner auserkoren. Das Modell umfasst überdachte Stellplätze für Räder im Freien sowie weitere in einem abschließbaren Bereich. Buchungen von Stellplätzen können laut Sitzungsvorlage per App, PC oder Tablet im Buchungssystem, das von der Firma zur Verfügung gestellt wird, vorgenommen werden. Nötig sind Buchungen jedoch nur für den geschlossenen Bereich. "Teil der Grundausstattung soll auch eine Schließfachanlage mit Akku-Lademöglichkeit und eine Beleuchtung sein", heißt es dort weiter.

Platz für 48 Fahrräder

"Aus unserer Sicht eine sehr gute Lösung", meinte Wössner. Weil die "B+R-Anlagen" in Althengstett und Ostelsheim Sache der jeweiligen Kommune sind, befasste sich der BUA ausschließlich mit derjenigen in Heumaden, die am Haltepunkt in der Breiten Heerstraße errichtet werden soll. Die Parkanlage wäre im Falle der Umsetzung sechs auf zwölf Meter groß und böte Platz für insgesamt 48 Fahrräder. 24 im abgeschlossenen Bereich, 24 im Freien. " Durch Doppelstockparker könnte die Kapazität im abschließbaren Bereich auf 36 Fahrräder erhöht werden", ist der Vorlage zu entnehmen.

Die ungefähren Baukosten einschließlich des elektronisches Zugangs- und Buchungssystems sowie den Kosten für das Fundament und die Schließfächer liegen bei rund 120 000 Euro. Bis zu 75 Prozent davon können vom Land gefördert werden, hinzu könnten weitere Fördermittel vom Bund kommen.

Vergleichbare Projekte haben sich bewährt

Die Stadt Leonberg hat eine vergleichbare Parkanlage der Firma Kienzler 2020 errichtet. Im Sachstandsbericht dazu stehen laufende Kosten von jährlich knapp 1800 Euro beispielsweise für die Instandhaltung, Einnahmen von rund 800 Euro gegenüber. Größere Probleme habe es der Stadt Leonberg zufolge noch nicht gegeben. Auch in weiteren Kommunen im Großraum Stuttgart haben sich vergleichbare Parkanlagen bewährt, betonte Wössner.

Jürgen Ott (Gemeinsam für Calw) zeigte sich angetan von der vorgeschlagenen "B+R-Anlage". Er wollte wissen, ob auch ein Leihservice für Räder angedacht sei. Dies verneinte Wössner – zumindest vorerst. Am ZOB, der zu einem Mobilitätszentrum umgebaut werden soll, könnten jedoch allerlei fahrbare Untersätze ausgeliehen werden. Dort müsse man erstmal schauen, wie das Angebot angenommen werde.

Zehn Euro im Monat

Eine Überwachung oder weitere Maßnahmen zum Schutz vor Vandalismus seien ebenfalls nicht vorgesehen, antwortete Wössner auf eine entsprechende Anfrage Hettwers (GfC). Wer sein Rad schützen möchte, muss es in den abgeschlossenen Bereich stellen. Hier soll es auch Dauermietmöglichkeiten für Parkplätze geben. Die Gebühren können die Kommunen selbst festlegen, sagte Wössner. Ein Euro pro Tag und zehn Euro im Monat schwebten ihm vor.

Die weiteren Planungsschritte sollen noch dieses Jahr erfolgen, wie der Vorlage zu entnehmen ist. Die entsprechenden Mittel sind in den Kommunen für das Haushaltsjahr 2023 vorgesehen. Das Gremium votierte einstimmig dafür, dass die Verwaltung die Umsetzung weiter vorantreibt.