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Radsport Und dann kam Corona  ...

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Es war seine letzte Saison bei der U23. Top-Radfahrer Jan Hugger hatte sich im vergangenen Spätwinter so viel vorgenommen, wollte sich empfehlen für einen Platz in einem Profi-Team. Doch dann kam Corona... – und große Wünsche zerbrachen. Ein Rückblick.

In einer Top-Form

Jan Hugger studiert im vierten Semester Wirtschaftsingenieurwissenschaften in Furtwangen und hat an diesem Donnerstagabend noch eine Vorlesung. Seine Saisonvorbereitung für 2021 ist vor zwei Wochen angelaufen. Die Trainingspläne sehen vor, dass es in der ersten Phase noch nicht so viel Rad fährt, sondern eher Übungen im Kraftraum anstehen.

Genauso war es auch exakt vor einem Jahr. Der Schwenninger hatte zu diesem Zeitpunkt seine letzte Saison bei der U23 bereits vor Augen. Gleich nach Weihnachten trainierte er intensiv auf Mallorcas Straßen. Seine Form wurde immer besser. "In dieser letzten Saison, bevor es zu den Herren geht, war klar, dass ich mich mit guten Leistungen für einen Platz in einem Profi-Team empfehlen wollte."

Anfang März ging es für ihn und sein Kontinental-Team "Lotto Kern-Haus" zur mehrtägigen Rundfahrt nach Rhodos. "Ich fühlte mich in diesen Tagen topfit wie schon lange nicht mehr. Es zeigte mir, dass ich in der Vorbereitung auf dem richtigen Weg gewesen bin", blickt Jan Hugger zurück. Er leistete wertvolle Dienste für seinen Teamkollegen Christian Koch, der schließlich Zweiter des stark besetzten UCI-Rennens wurde – Hugger wurde mit Platz neun belohnt. Ich hatte für die kommenden Monate ein sehr gutes Gefühl."

Von Rhodos ging es zurück nach Koblenz. Sein Team blieb zusammen, schmiedete bereits Pläne und Strategien für einige Früjahrsrennen in Belgien, Holland und Italien. Bis dann Corona kam....

Nur noch trainiert

"Ganz ehrlich, wir dachten zunächst, dass es damit bald wieder vorbei ist", erinnert sich der 22-Jährige. War es aber nicht. Ein Rennen nach dem anderen wurde aus dem Kalender gestrichen.

Anstatt wichtige Wettbewerbe zu fahren, trainierte Jan Hugger intensiv wieder auf der Straße. "Es war wichtig, nicht in ein Loch zu fallen. Und es war mental nicht einfach, denn wir wussten in dieser Phase nicht, wann es mit den Rennen weitergeht. Die Situation war völlig offen."

Auf knapp 22 000 Trainingskilometer kam er in der zurückliegenden Saison. Ein hohes Level. "Klar, ersetzt dies nie die Rennen, aber zumindest ist dieses Pensum eine gute Grundlage für 2021."

Anfang Juli absolvierte Jan Hugger mit seinem Team am Oberjoch (Allgäu) ein mehrtägiges, erfolgreiches Trainingslager – eine Vorbereitung auf die noch ausstehenden Rennen in der Saison. Der Feinschliff für die deutsche U23-Straßenmeisterschaft, "bei der ich auf jeden Fall um den Titel mitfahren wollte". Doch auch diese DM wurde aus dem Programm genommen. Das Team "Lotto Kern-Haus" hatte nun die Rundfahrt in Polen im Auge – und wieder wurden mit der Absage einige Pläne über den Haufen geworfen.

Als Alternative dazu startete Jan Hugger bei der deutschen Straßenmeisterschaft der Profis (56. Platz) und kam im Einzelzeitfahren der U23-DM – nicht gerade seine Paradedisziplin – auf Rang 16. Seine kuriose Renngestaltung passte schon längst in dieses allgemein schwierige Jahr.

Ein Lichtblick war dann wieder seine Teilnahme an der Tschechien-Rundfahrt, die er in der Nachwuchswertung mit Platz 19 abschloss. Zweiter wurde Jan Hugger mit seiner Crew In der Bundesliga. Dann war Feierabend einer Saison, die sicherlich auch einen besonderen Platz in der Karriere des Jan Hugger einnehmen wird. "Es war einfach sehr schwierig, in diesem Jahr konkret etwas zu planen. Und dennoch musstest du immer bereit sein."

Der Kampf um die Plätze in den internationalen Profi-Teams ist aktuell hart. Sogar einige Top-Fahrer suchen noch. Jan Hugger wird 2021 in seine dritte Saison mit dem Team "Lotto Kern-Haus" gehen, "weil ich mich dort einfach auch wohlfühle". Und er wird zurückblicken auf sein Jahr 2020, in dem er eigentlich so viel vorhatte.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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