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Radsport Tolles Kunststück

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Rasant unterwegs: Wenn Pauline Ferrand Prévot startet, will sie am Ende auch als Erste über die Ziellinie brausen.Foto: Küstenbrück (2), Maasewerd (2), Dobslaff (1) Foto: Schwarzwälder Bote

Die amtierende Weltmeisterin Pauline Ferrand Prévot wäre bei der UCI Mountainbike-WM in Albstadt eine der großen Favoritinnen gewesen. Der Französin ist in ihrer Karriere Einzigartiges gelungen.

Allerdings hat die 28-Jährige auch schon die Kehrseite der Medaille(n) erlebt. Davon berichtet sie in der Nummer 19 der Serie 20 Köpfe für 2020.

Pauline Ferrand Prévot hat im Alter von sechs Jahren begonnen, Rad zu fahren. Mit 27 hat sie insgesamt elf Radsport-Weltmeister-Titel gesammelt. Fünf Einzel-Titel auf dem Mountainbike, zwei auf der Straße und einer im Cyclo-Cross – sowie dreimal im Team für Frankreich. Wofür sie sich echten Legendenstatus erarbeitet hat, ist das einzigartige Kunststück innerhalb von zwölf Monaten in drei Disziplinen Weltmeisterin zu werden. Zuerst im Herbst 2014 im spanischen Ponferrada auf der Straße, dann im Januar 2015 im Cyclo-Cross und schließlich im September 2015 in Andorra auf dem Mountainbike. Im Alter von 23 Jahren. 2019 gelang es ihr, auf dem Mountainbike binnen drei Wochen sowohl Cross-Country- als auch Marathon-Weltmeisterin zu werden.

Dazwischen lagen allerdings auch Zeiten, in denen sich Ferrand Prévot mit großen Herausforderungen konfrontiert sah. 2016 war mental ein sehr schwieriges Jahr, 2017 kam sie langsam zurück und wurde Dritte bei der WM. 2018 war dann allerdings geprägt von einer leistungshemmenden Endofibrose (Verengung der Arterie im Beckenbereich). Anfang 2019 wurde sie operiert, Anfang 2020 dann ein weiteres Mal.

Als Pauline Ferrand Prévot 2014/2015 die drei WM-Goldmedaillen binnen eines Jahres gewann, war das in ihrem radsportverrückten Heimatland nicht genug. Diese historische Leistung reichte den Radsport-Journalisten des Landes nicht, um sie mit dem geschlechterübergreifenden nationalen Velo d’Or (Radsportler des Jahres) zu dekorieren. Den gewann Straßen-Fahrer Thibault Pinot. Als sie vom amerikanischen Magazin Velonews – ebenfalls geschlechterübergreifend – zur internationalen Radsportlerin des Jahres gewählt wurde, konnte sie sich einen augenzwinkernden Seitenhieb nicht verkneifen. Offensichtlich seien die Journalisten anderswo weniger Machos. Allerdings hat der Mountainbike-Sport im Land der Tour de France natürlich auch nicht den Stellenwert wie der Straßen-Rennsport.

Das Talent von Pauline Ferrand Prévot kommt nicht von ungefähr. Ihre Eltern waren Radsportler, ihr Onkel Ludovic Dubau war 1994 Französischer Meister im Cross-Country, ihr Cousin Joshua Dubau war 2018 U23-Europameister und gewann zwei U23-Weltcuprennen, eines davon in Albstadt. Ferrand Prévot schätzt die respektvolle Kultur im Feld der Damen. Dass aber im Rennen mit vollem Einsatz gegeneinander gekämpft wird, bestätigt sie auch. Zweimal geriet sie selbst mit der aktuellen Europameisterin Jolanda Neff aneinander, 2018 brach sich Neff bei einem Zusammenstoß im Kampf um Rang drei das Schlüsselbein.

2016 gewann Pauline Ferrand Prévot kein Weltcup-Rennen, hatte gesundheitliche Probleme (Ischias-Nerv), steckte in einem tiefen Loch und ließ offen, ob sie ihre Karriere überhaupt noch fortsetzen würde. Sie suchte Abstand, fuhr unter anderem Rallye. Ihr Lebensgefährte, Doppel-Olympiasieger Julien Absalon, half ihr, wieder Freude am Sport zu gewinnen.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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