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Radsport Jan Hugger: Feinschliff für den Re-Start im Oberjoch

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Harte Kletterarbeit für den Erfolg. Jan Hugger schwitzt bei einem Anstieg im Allgäu. Foto: Marcel Hilger

Höhenluft vertreibt den Corona-Blues. Mit einem einwöchigen Team-Treffen nach dem Corona-Shutdown startete das deutsche Kontinentalteam Team Lotto Kern-Haus jetzt in den Allgäuer Alpen trainingstechnisch durch und hat die gezwungenermaßen stark geschrumpfte Rennsaison 2020 nun wieder fest im Blick.

Der Schwenninger Jan Hugger, der sich während der Covid-19-Auszeit mit großem Elan seinem Studium an der Hochschule Furtwangen widmete und nebenbei ein akribisches Trainingsprogramm abspulte, ist froh, dass es nun offiziell weitergeht.

Doch die Lage bleibt unberechenbar. Der verbliebene Wettkampfkalender in diesem Jahr – mit zum Teil bis in den November verschobenen Klassikern und Etappenrennen – steht weiter auf wackeligen Beinen.

Die Vollbremsung im Sport traf den Studenten (Wirtschafts-Ingenieurwesen/Service/Management) direkt nach einem sehr guten Saisoneinstand. Im März kehrte Hugger mit wichtigen UCI-Punkten von der dreitägigen, bergigen Rundfahrt "13. International Tour of Rhodes" (UCI 2.2) zurück: Rang neun in der Gesamtwertung, Dritter in der Nachwuchswertung. Dann folgte die Zwangspause.

Nun also der Re-Start in die Saison 2020. "Das Trainingscamp in Oberjoch war für uns die erste physische Zusammenkunft mit dem Team seit Rhodos. Davor hatten wir fast wöchentlich eine Videokonferenz mit allen Teammitgliedern, um den aktuellen Stand und das Wohlbefinden des einzelnen Fahrers abzufragen", erklärt der 22-Jährige. Das für die deutschen Kontinental-Fahrer so wichtige Etappenrennen ist für 2020 Corona-bedingt abgesagt. Diesmal trafen sich die Männer um Teamchef Florian Monreal und simulierten unter anderem in luftiger Höhe Rennsituationen, um sich für die am 2. August in Luxemburg stattfindende U23-Drei-Länder-Meisterschaft (Luxemburg, Schweiz und Deutschland) startklar zu machen – ebenso für die anschließende Czech-Tour vom 5. bis 9.August. Die tschechische Etappenfahrt zählt mit der UCI-Norm "2.1" zur zweithöchsten internationalen Kategorie.

Geht also alles in dieser für Veranstaltungen und Wettkämpfe so wackeligen Zeit glatt, trifft das Team Lotto Kern-Haus auch auf namhafte Konkurrenz aus der World-Tour-Szene, die sich quasi für den auf den 29.August verschobenen Tour de France-Start "frisch" machen.

In Oberjoch logierte das Team Lotto Kern-Haus wieder zusammen mit anderen Mannschaften. "Es war cool, wieder mit fast allen Teamfahrern zusammen gewesen zu sein", ist der Schwenninger dankbar, dass es nun sportlich weitergehen kann. „Wir haben bei besten Wetterbedingungen ordentlich trainiert und die Tage abends mit einer oder mehreren Runden UNO ausklingen lassen." Weniger gemütlich ging es allerdings am eigentlichen Ruhetag zu. Der Teamchef überraschte seine Jungs mit einer Partie Adrenalin-geschwängertem Bergsteigen. Eine Art Teambildung – dieses Mal eben mitten in der Saison. Zusammen mit seinen beiden Mannschaftskollegen Tobias Knaup (Wiesbaden) und Mario Spengler (Schweiz) verlängerte der junge Spitzensportler aus Villingen-Schwenningen das Camp um einen zusätzlichen Tag, um noch eine weitere Trainingseinheit dranzuhängen.

Das Fazit von Jan Hugger nach der ersten intensiven Teamberührung nach dem Corona-Lockdown fällt positiv aus: "Uns geht es allen gut. Die Corona-Regelungen wurden selbstverständlich auch im Trainingslager eingehalten. Wir sind fit und bereit für den Re-Start der Saison."

Unklar ist im Moment, ob Jan Hugger, wie auch seine Alterskollegen , die eigentlich in ihrem vierten Jahr in der U23-Klasse ihre damit letzte Saison in dieser Altersklasse fahren würden, nicht doch auch 2021 in dieser Kategorie starten können.

Denn 2020 ist aufgrund der Pandemie ein verlorenes Jahr für den Jahrgang 1998. Auch ein Antrag dahingehend hat der Bund Deutscher Radfahrer an den Weltverband zuletzt gestellt.

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Bitte beachten Sie: Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach sieben Tagen geschlossen.

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