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Radsport Eine Schule fürs Leben

Von
Foto: Schwarzwälder Bote

Von Erhard Goller

Im Sport stehen die Besten im Fokus, Athletinnen und Athleten aus den hinteren Reihen werden selten beachtet. Dabei sind sie ein unverzichtbarer Bestandteil des Gesamtbildes eines Weltcups oder einer WM.

Faranak Partoazar belegte beim Albstadt-Weltcup 2019 Rang 66, doch die Geschichte der iranischen Meisterin erzählt eindrucksvoll von einer fast magischen Wirkung des (Rad-)Sports als Schule fürs Leben, von einem selbstbewussten Stellvertreter-Kampf um Frauen-Rechte und einer Sportlerin, deren Leidenschaft und Hingabe als Vorbild taugt.

Die 31-Jährige lebt im Südwesten des Irans, in Shiraz, der fünftgrößten Stadt Irans mit 1,8 Millionen Einwohnern. Sie sagt, Shiraz wäre nicht ganz so konservativ wie andere Regionen des Landes. Die Stadt liegt auf 1600 Metern über dem Meeresspiegel und ist umgeben von Bergen, mit Gipfeln über 2700 Metern. Für Mountainbiker ist das ein durchaus spektakuläres Terrain, wie auch die Dokumentation der Gehrig-Zwillinge Anita und Carolin zeigt. In Shiraz gibt es eine, wenn auch kleine, Radsport-Community – auch mit Frauen.

Bei den Asienmeisterschaften 2014 standen drei Chinesinnen auf dem Podest. Auf Rang zwei: Chengyuan Ren, zwischen 2007 und 2011 vierfache Weltcupsiegerin. 2016 übernahm der Slowene Primoz Strancar die Aufgabe als iranischer Nationaltrainer. Strancar war Olympia-Teilnehmer in Sydney 2000. Er beendete diese Tätigkeit inzwischen, arbeitet aber immer noch mit Faranak Partoazar zusammen.

Diese wurde bei der WM in der Schweiz mit drei Runden Rückstand 49. Die siebenfache iranische Meisterin hat sich die Teilnahme an den Olympischen Spielen zum Ziel gesetzt. Aber erst 2024, denn der Zug für Tokio 2020 ist schon abgefahren. Außer ihr fährt keine andere Iranerin zum Punktesammeln ins Ausland. So liegen die Iranerinnen nur auf Platz 42, fernab von den Rängen, für die es Startplätze gibt. Eine Chance wäre ein Sieg bei den Asien-Meisterschaften 2019 gewesen, doch das war noch nicht realisierbar.

Faranak Partoazar fährt aktuell ihre Rennen mit einem Bike, das sie vom Schweizer Möbel-Märki-Team abgekauft hat. Es ist das Bike, mit dem deren früheres Team-Mitglied Corina Gantenbein unterwegs war. Die politische Situation, insbesondere die Sanktionen der USA im Zusammenhang mit dem Atom-Deal, hat die Preise im Iran in die Höhe schnellen lassen. Es ist schwierig, Dinge wie neue Bremsbeläge überhaupt zu bekommen. Einen Sponsor, der ihr 2019 einen Low-Budget-Europatrip ermöglichte, hat Partoazar durch die Entwicklungen verloren. Visa zu erhalten, wird für Iraner immer schwieriger. Für den europäischen Schengen-Raum seien 100 Seiten Dokumente auszufüllen, und zudem ist es kostspielig.

Faranak Partoazar will über ihre Situation nicht klagen. Auch nicht darüber, dass sie als Spät-Einsteigerin vieles nicht schon in jungen Jahren gelernt hat. Sich selbst zu bedauern, würde sie zerstören, sagt sie.

Alter: 31

Wohnort: Shiraz (Iran)

Beruf: Bau-Ingenieurin

Erfolge: Bronze bei den Asien-Meisterschaften 2018 und 2020; Bronze Team Relay Asien-Meisterschaften 2017 und 2019; Siebenfache Iranische Meisterin

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